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Jugend, Demokratie und Erinnerung im Fokus
Gedenkkultur
Wie junge Menschen Demokratie wahrnehmen und warum Erinnerungskultur dabei eine Rolle spielt – mit diesen Fragen beschäftigen sich Veranstaltungen in Oberwart und Rechnitz.
Die jährliche Gedenkfeier für die Opfer des Südostwallbaus findet heuer am 22. März statt.
© M Unger, Mario Unger
Wie politisch ist die junge Generation und warum fühlen sich viele von ihr von Parteien kaum vertreten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Tagung unter dem Titel „Jugend & Politik in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung“, die am Samstag, 21. März, im Offenen Haus Oberwart stattfindet.
Ausgangspunkt der Diskussion ist unter anderem ein Bericht des Vereins Youth Empowerment Participation. Darin zeigt sich ein widersprüchliches Bild: Viele junge Menschen wünschen sich mehr politische Mitbestimmung, gleichzeitig fühlen sie sich von politischen Institutionen und Parteien häufig nicht gehört.
Die Tagung widmet sich der Frage, wie demokratische Beteiligung gestärkt werden kann und welche Rolle politische Bildung dabei spielt. Historiker Werner Dreier spricht über Holocaust-Education und deren Bedeutung für Demokratie- und Menschenrechtsbildung. Der Sozialwissenschafter Manfred Zentner analysiert politische Einstellungen Jugendlicher, während Politikwissenschafterin Tamara Ehs den Zusammenhang zwischen Demokratie und demografischer Entwicklung beleuchtet.
Moderiert wird die Veranstaltung von Walter Reiss. Konzipiert und organisiert wurde sie von Eva Schwarzmayer.
Erinnerung an das Massaker von Rechnitz
Nur einen Tag später richtet sich der Blick auf ein historisches Ereignis, das bis heute nachwirkt. Am Sonntag, 22. März, finden in Rechnitz mehrere Gedenkveranstaltungen statt, die an die Opfer des Südostwallbaus und an das Massaker beim Schlachthaus im März 1945 erinnern.
Den Auftakt bildet um 13 Uhr eine Kranzniederlegung beim Mahnmal für die Opfer des Massakers in der Steinamangerstraße. Um 14 Uhr folgt die zentrale Gedenkfeier beim Mahnmal Kreuzstadl Rechnitz.
Die Veranstaltungen werden von der Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S. mitgestaltet. Vertreter jüdischer Gemeinden aus Österreich und Ungarn nehmen daran teil, darunter Mester Tamás und der Oberkantor der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Shmuel Barzilai.
Musikalisch gestaltet wird die Feier unter anderem vom Pianisten Paul Gulda. Die Schauspielerin Konstanze Breitebner liest Gedichte von Miklós Radnóti und Lily Brett. Für die musikalische Begleitung sorgt Bogdan Laketic.