Zeichen gegen das Vergessen in Grodnau
Gedenktafel
Am 6. Juli wird in Grodnau vor der römisch-katholischen Filialkirche ein Gedenkstein enthüllt. Er erinnert an die vertriebenen und ermordeten Opfer des Nationalsozialismus aus dem Ort , insbesondere an Angehörige der Roma
Von den 9.000 vertriebenen Roma vor 1938 kehrten nur ganz wenige zurück.
© VHS Roma
Initiiert wurde das Projekt von der evangelischen Tochtergemeinde A.B. Grodnau, dem röm.-kath. Pfarrgemeinderat Mariasdorf und dem „CONCENTRUM“ Forum, das für politische, ethnische, kulturelle und soziale Ökumene steht. Die feierliche Enthüllung findet um 14 Uhr 30 im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes statt, der von Diözesanbischof Ágidius Zsifkovics und dem evangelischem Superintendent Robert Jonischkeit geleitet wird. Anschließend lädt man vor dem Feuerwehrhaus zu einem Ausklang bei Musik und Gespräch ein – verbunden mit herzlicher Einladung zur Teilnahme.
Erinnerungskultur wichtiger denn je
Mit dem Gedenkstein wird ein oft übersehener Teil der Ortsgeschichte sichtbar gemacht, das Schicksal der vertriebenen und ermordeten Roma aus Grodnau. Bis zur NS-Zeit existierten im Burgenland, auch in und um Grodnau, zahlreiche Roma-Siedlungen, die spätestens ab 1938 Opfer von Vertreibung, Deportation und Ermordung wurden. Im Burgenland lebten vor 1938 rund 9.000 Roma und nur einige hundert überlebten den Holocaust. Der Gedenkstein setzt ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und würdigt eine Minderheit, deren Leid lange so gut wie keine öffentliche Beachtung fand.
Mit der Veranstaltung zum Gedenktag am 6. Juli setzt die Region ein starkes Signal: Erinnerung, Anerkennung und Versöhnung gelingen nur im aktiven Dialog. Dieser Schritt sei ein wichtiger Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur im Südburgenland.