Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers

Gedenkveranstaltung

Seit der ersten Gedenkfeier 1990 treffen sich jährlich Bürgerinnen und Bürger, Politikerinnen und Politiker, Schülerinnen und Schüler sowie Angehörige bzw. Vertretende der Volksgruppen in Lackenbach, um gemeinsam an das furchtbare Schicksal der Roma und Sinti unter der Nazi-Herrschaft zu erinnern. Vergangenen Samstag stand Lackenbach erneut im Zeichen der Mahnung.

Von Nadine Wiedemann

Justizministerin Anna Sporrer, Landesrat Heinrich Dorner, Vorsitzender vom Volksgruppenbeirat Emmerich Gärtner-Horvath, Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf und Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma, Christian Klippl.

Justizministerin Anna Sporrer, Landesrat Heinrich Dorner, Vorsitzender vom Volksgruppenbeirat Emmerich Gärtner-Horvath, Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf und Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma, Christian Klippl.

© Nadine Wiedemann

Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Christian Weninger arbeitete die 6A-Klasse des BG/BRG/BORG Oberpullendorf die Geschichte des Zigeuner-Anhaltelagers Lackenbach auf:

Vor 90 Jahren, 1935, hatten die Nürnberger Gesetze die Entrechtung von Jüdinnen, Juden sowie Roma und Sinti eingeleitet. Fünf Jahre später, 1940, entstand in Lackenbach eines der größten Zwangsarbeitslager für Roma und Sinti auf österreichischem Boden. Bis zu 2.335 Menschen waren zeitweise interniert. Viele wurden von dort in Ghettos und Vernichtungslager deportiert. Nur etwa 300 bis 400 der insgesamt etwa 4.000 Gefangenen überlebten bis zur Befreiung 1945.

Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers

© Nadine Wiedemann

Für Christian Klippl, Obmann des Kulturvereins österreichischer Roma, und die Roma-Volksgruppe ist Lackenbach „kein Name aus den Geschichtsbüchern. Es ist ein Ort, der in unserer kollektiven Erinnerung unvergesslich ist.“ Gleichzeitig verwies Kippl auf das heurige Gedenkjahr: 80 Jahre Befreiung von der NS-Diktatur, 70 Jahre Staatsvertrag, 30 Jahre EU-Beitritt und 40 Jahre Attentat von Oberwart.

Allerdings stellte erst Letzteres einen wirklichen Wendepunkt dar. Denn erst dann wurde der Volksgruppenbeirat als offizielle Mitgestaltungsplattform geschaffen. Zugleich zeigt der jüngste Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, dass in den letzten Jahren die Beschäftigung durch Integrationsmaßnahmen zwar gestiegen ist, jedoch seien Armut, Exklusion und Diskriminierung stets weit verbreitet. Dadurch erweise sich die EU-Roma-Strategie von 2011 bis 2030 als enttäuschend.

Im Zeichen der Solidarität sprachen Roma-Seelsorgerin Manuela Horvath, Roma-Seelsorger Matthias Platzer, Lackenbachs Pfarrer Michael Shinto und Superintendent Robert Jonischkeit ein ökumenisches Gebet. Dabei betonten die vier, dass es nicht wichtig sei, etwas Neues zu erzählen, sondern die Mahnung fortlaufend zu wiederholen.

Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers

© zVg. Volkspartei Burgenland

Angesichts der zunehmenden negativen Entwicklung zeigte sich Landesrat Heinrich Dorner der wachsenden Unzufriedenheit mit dem Ist-Stand und dem sinkenden Vertrauen in die Politik bewusst. Umso mehr setzte er im Namen der Politik zum Vorsatz, soziale Gerechtigkeit herzustellen und Frieden zu schaffen. In seiner Rede hieß es: Die Aufgabe ist es, einen Dialog zu führen und keinen Konflikt. Die Aufgabe ist es, richtige Maßnahmen zu setzen im Sinne der Bevölkerung und richtige Projekte umzusetzen.“

Nicht zuletzt erinnerte Justizministerin Anna Sporrer daran, wie 1984 mit dem Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach ein Zeichen gesetzt wurde und 1993 die vollständige Anerkennung der Volksgruppe folgte. Zudem leistete Sporrer selbst einen signifikanten Beitrag. Bevor sie an den Verwaltungsgerichtshof wechselte, kümmerte sich die Politikerin im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts unter anderem um Volksgruppenangelegenheiten. Weiters leitete sie die im Zuge der 2011 verabschiedeten EU-Roma-Strategie eingerichtete nationale Kontaktstelle. Zukünftig möchte die Ministerin ihrem Versprechen treu bleiben: „Ich werde weiterhon auftreten gegen die Diskriminierung und gegen alles, was die Gleichheit und Gleichwertigkeit der Menschen infrage stellt.“

Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers

© Nadine Wiedemann

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Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers

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Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers

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Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers

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Lackenbach gedachte der Opfer des NS-Anhaltelagers
Musikalische untermalte die Balkan Combo.

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