Erstmals war Raiding am vergangenen Wochenende Austragungsort der offenen burgenländischen Schach-Landesmeisterschaft und der Senioren-Landesmeisterschaft. Von Freitag bis Montag traten 40 Teilnehmer im Wettkampf gegeneinander an. In sieben Runden wurden die Landesmeistertitel ausgespielt. Das Teilnehmerfeld war dabei breit gefächert: Der jüngste Spieler war sieben Jahre alt, der älteste 88. Auch ein Teilnehmer aus Australien war mit dabei.
Nikitsch: Prozess um Seligsprechung läuft
Gedenkveranstaltung
Der ehemalige Pfarrer und Märtyrer Anton Szemelliker soll selig gesprochen werden.
Waren mit dabei. HKD-Präsident Stanko Horvath, HKD-Generalsekretär Martin Kerstinger, Josef Buranits, die Granicari, Historiker Michael Schreiber, Klosterschwester Martha Balogh, Historiker Vince Kolnhofer, Pfarrer Stefan Jahns, Soproner Stadt-Pfarrer Imre Horvath und Pater Rafael Leitner.
© BVZ, Isabella Kuzmits
Der Kroatische Kulturverein HKD und der Nikitscher Verein LIKUD luden am Sonntag zu einen Vortrag von den Historikern Michael Schreiber und Vince Kolnhofer sowie zu einer Gedenkausstellung, die von der Diözese Györ erstellt wurde, ins Gemeindeamt (die Ausstellung kann bis 1. März besichtigt werden). Zentrales Thema war Anton Szemelliker, der 1882 in Wulkaprodersdorf geboren wurde und zunächst in Unterfrauenhaid, dann in Oggau und zuletzt in Nikitsch als Pfarrer tätig war.
Nach dem Zerfall er Habsburgermonarchie kam es am 5. April 1919 in Nikitsch zu einem Dorfaufstand. Historiker Michael Schreiber erklärte, dass es dazu gekommen war, nachdem die Kommunisten Häuser, Felder und Kircheneigentum requiriert haben sowie sich in die Schulpolitik, welche eng mit der Kirche verbunden war, einmischen wollten. Dies sowie die Wegnahme der kroatischen Identität wollte sich die Bevölkerung nicht gefallen lassen und verprügelte den damaligen politischen Kommisar des Bezirks bei einer Kundgebung. Daraufhin kamen am nächsten Tag 20 Rotgardisten zur Verstärkung und es kam zu einer Schießerei, bei der zwei Kinder ums Leben gekommen sind.
Um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen, warfen die Kommunisten Pfarrer Anton Szemelliker Aufwiegelung gegen die Revolution vor und statuierten ein Exempel, in dem sie ihn zum Tod durch Erschießen verurteilt haben. Dies geschah am 10. April 1919 in Sopron.
Bemühungen um Seligsprechung von Anton Szemelliker
Vor vier Jahren hat András Veres, Bischof der Diözese Györ, die Berichterstattung des Martyriums von Anton Szemelliker in die Wege geleitet. Die Diözese von Eisenstadt unterstützt dieses Vorhaben. 2021 wurde die Erlaubnis für den Beginn des Prozesses zur Selig- oder Heiligsprechung eingeleitet. Für den Prozess der Dokumentation des Lebens des Märtyrers Anton Szemelliker ist die ungarische Klosterschwester Martha Balogh zuständig. Derzeit ist man noch auf der Suche nach weiteren Informationen, Erzählungen und Fotos. Man hofft, dass sämtliche erforderlichen Unterlagen noch heuer an den Vatikan übergeben werden können.