Vorbestrafter misshandelte Freundin und hortete Granate

Gefährlich

Zweieinhalb Jahre lang misshandelte und erniedrigte ein Burgenländer seine Freundin. Außerdem gefährdete er die Frau, indem er eine Bodengranate zuhause aufbewahrte.

Von Elisabeth Kirchmeir

Eine Granate fand die Polizei bei dem Gewalttäter zuhause.

Eine Granate fand die Polizei bei dem Gewalttäter zuhause.

© Symbolbild: LPD Burgenland

Am Freitag, 10. April 2026, musste sich der Burgenländer am Landesgericht Eisenstadt verantworten. Er soll seine Freundin von Juli 2023 bis Dezember 2025 30 bis 35 Mal angegriffen und ihr Schläge, Stöße und Kratzer versetzt haben.

Einmal soll er die Frau zum Stolpern gebracht haben, worauf sie in einen Griller fiel und Verbrennungen erlitt. Fotos dokumentieren, wie schlimm die Verletzungen der Frau im Laufe der Jahre waren. Als besonders verwerflich wertete die Richterin ein Foto der übel zugerichteten Frau, das der Angeklagte am Handy gespeichert hatte. Man sieht, wie die Frau von einer Person am Hals gehalten wird.

Der Angeklagte behauptete, er wisse nicht, woher das Foto stammt. Er gab nur zu, die Frau zweimal gestoßen zu haben. „Das Restliche stimmt nicht“, behauptete er. „Sie kam öfter von der Arbeit heim und hatte blaue Flecken. Das will sie jetzt auf mich schieben“, gab er sich schuldlos. Das Paar ist mittlerweile getrennt, der Burgenländer wurde in Untersuchungshaft genommen.

„Wie behandeln Sie Frauen?“, wunderte sich die Richterin. Die Polizei hatte Chats des Paares ausgewertet, aus denen hervorging, dass der Angeklagte den Chef spielte, der Aufgaben an seine Freundin delegierte und beleidigend wurde, wenn diese nicht zu seiner Zufriedenheit erfüllt wurden.

Diverse Drohungen sind dokumentiert. „Schon klar, dass das nicht gut wirkt“, gab der Angeklagte vor Gericht zu.

„Sie haben schon vier Gerichtsakte, seit drei Jahren Bewährungshilfe“, hielt die Richterin dem Mann vor. Dieser habe sowohl ein Alkohol- als auch ein Aggressivitätsproblem. „Ich werde das komplett ändern, auf alle Fälle“, versprach der Angeklagte.

Angeklagt wurde der Mann nicht nur wegen fortgesetzter Gewaltausübung, sondern auch wegen des Besitzes von verbotenem Kriegsmaterial und Waffen, obwohl gegen ihn ein Waffenverbot besteht.

Bei einer Hausdurchsuchung am 3. Jänner 2026 wurde in der Wohnung des Angeklagten eine 8,8 Millimeter Bodengranate gefunden. „Ich habe sie im Wald gefunden, wusste nicht, dass sie scharf ist“, so der Angeklagte. „Ich bin mit dem Detektor gegangen, es liegt noch viel Kriegsmaterial herum.“ Er habe die Granate mit nach Hause genommen.

Damit habe er das Leben seiner Freundin in Gefahr gebracht, warf die Staatsanwältin dem Mann vor.

Als die Beamten die Granate entdeckten, wurde rasch reagiert. Die Straße wurde gesperrt, die Granate zur Sicherheit in einen Steinbruch gebracht. „Und Sie hatten das zuhause!“, ermahnte die Richterin den Angeklagten. Er hätte den Fund der Polizei melden müssen.

Der Angeklagte wurde zu elf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Zusätzlich muss er sechs Monate Haft aus einer früheren Verurteilung verbüßen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Hilfe bei Gewalterfahrungen

Das Gewaltschutzzentrum Burgenland erreichen Sie unter 03352 31420

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.gewaltschutz.at