Schlepper gefährdeten auf Flucht Polizei und Passanten
Gefasst und verurteilt
In Eltendorf endete am 10. März 2026 die riskante Flucht zweier Schlepper vor der Polizei. Am 3. September 2026 wurden der Inder und der Pakistani in Eisenstadt verurteilt.
Die beiden Angeklagten waren vor Gericht geständig.
© BVZ/KIrchmeir
Ein Missgeschick hatte die Schlepper am 10. März ins Visier der Polizei gebracht: Sie waren in falscher Fahrtrichtung bei Riegersdorf in der Steiermark auf die Südautobahn aufgefahren. Zwei Polizistinnen in einem Streifenwagen der Autobahnpolizei Rudersdorf wurden auf den Geisterfahrer aufmerksam.
Der Lenker, ein 26-jähriger Inder, missachtete die Anhaltezeichen und fuhr weiter auf die S7. Das Auto durchbrach mehrere Straßensperren und raste in extrem überhöhter Geschwindigkeit durch mehrere Ortschaften.
Der Inder überholte in einem Kreisverkehr innen, fuhr über eine Wiese und auf einen Gehsteig. Eine Passantin konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Ein Polizeiauto wurde von hinten und seitlich touchiert, zwei Polizeibeamte wurden dabei verletzt.
Polizist gab Warnschüsse ab
Als es der Polizei endlich gelang, das Auto in Eltendorf (Bezirk Jennersdorf) zu stoppen, sprang der Lenker aus dem Auto und flüchtete zu Fuß weiter. Er gab erst auf, nachdem ein Polizist drei Warnschüsse in den Boden abgegeben hatte.
Die Männer wurden verhaftet und gaben zu, auf der Rückfahrt von einer Schlepperfahrt gewesen zu sein. Sie hatten am selben Tag Flüchtlinge aus Afghanistan von Kroatien nach Italien gebracht. Dabei waren sie über Ungarn und Österreich gefahren. Nach erfolgter Schlepperfahrt sollten sie den Ford Focus, den sie benützt hatten, nach Budapest bringen.
Pakistani hatte Missbrauchfotos am Handy
Chats, Videos und übermittelte Standorte, die auf den Handys der Angeklagten gefunden wurden, bestätigten, dass eine Schlepperfahrt durchgeführt worden war. Am Handy des jüngeren Mannes fand die Kriminalpolizei überdies sexualbezogenes Kindesmissbrauchsmaterial.
2.000 Euro hätte er für die Schlepperfahrt bekommen sollen, gab der Inder an. Vor der Polizei geflüchtet sei er aus Angst und weil ihn der Pakistani aufgefordert habe, ja nicht stehenzubleiben. „Ich hatte Dokumente, er nicht“, sagte der Inder.
Er wurde zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt, sein Komplize zu 18 Monaten, davon 12 Monate bedingt. Außerdem müssen die Schlepper den Schaden, der bei der Polizei entstanden ist, gutmachen.
Das Urteil ist rechtskräftig.