Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat die entsprechende Verordnung der Marktgemeinde Schattendorf für eine Fußgängerzone als gesetzwidrig aufgehoben. Es wurden jedoch nicht die grundsätzliche Zulässigkeit einer Fußgängerzone an dieser Stelle infrage gestellt, sondern Mängel im Verfahren vor Erlassung der Verordnung geortet.
Ein Leben für die Hunde, den Sport und die Freiheit in der Natur
Georg Weidinger
Wenn Georg Weidinger über seine Hunde und den Hundeschlittensport berichtet, dann tut er das mit einer Leidenschaft, die man in jeder seiner Erzählungen spürt. Der Forchtensteiner Arzt, Musiker, Autor und Hundeschlittenführer – ein „Musher“, wie man im Sport sagt – lebt ein Leben voller Intensität, Disziplin und Hingabe. Seine Hunde sind für ihn nicht nur treue Gefährten, sondern Mittelpunkt eines außergewöhnlichen sportlichen Lebensprojekts, das ihm zuletzt wieder einen großten Erfolg bescherte: Den Österreichischen Meistertitel in der vier-Hunde-Kategorie RNB II sowie den Gewinn des Weltcups 2025/26.
In Sportgastein, vor malerischer Kulisse, holte sich Georg Weidinger den Staatsmeistertitel.
© Edith Danzer
Begonnen hat alles mit einem Mischling aus einer ungarischen Tötungsstation. Whisky, so der Name des Hundes. Er zog bei Spaziergängen so kraftvoll an der Leine, dass Georg Weidinger eines Tages kurzerhand eine Rodel hinter ihn spannte – und die drei Kinder darauf setzte. Der Hund lief. Und lief. Und lief. Und alle hatten riesigen Spaß.
Für Weidinger war das der Moment, in dem klar wurde: Der nächste Hund wird ein Schlittenhund. Und bei einem sollte es nicht bleiben.
Heute besitzt er zehn Hunde unterschiedlicher Rassen und Kategorien – von Mischlingen über Huskys bis zum Wolfshund Prinz, seinem besonders sensiblen Begleiter. Die Hunde sind Familie und Sportteam in einem, eingebettet in einen Alltag, der sich zu großen Teilen um Training, Pflege, Rudeldynamik und Bindung dreht.
Der Hundeschlittensport gliedert sich in drei große Klassen, die auf die Rassen abgestimmt sind:
•RNB I: Sibirian Huskys
•RNB II: Alaskan Malamutes, Samojeden, Grönlandhunde, Eskimohunde, Yakutskaya Laika
•Klasse III: Mischlinge und sogenannte Hounds – extrem schnelle, eigens gezüchtete Sporthunde
Weidinger startet in der Kategorie vier Hunde RNB II, also bei den klassischen nordischen Schlittenhunden mit besonders kraftvollem Körperbau .
Ein Leben auf Schnee und Rollen – die lange Saison eines Mushers
Die Rennsaison im Hundeschlittensport beginnt bereits im Oktober mit sogenannten Dryland-Rennen – Wettbewerben ohne Schnee, bei denen mit Rollwagen, Scootern oder Laufgurt gefahren wird.
„Die eigentliche Schneesaison reicht dann von Jänner bis März, und führt die Mushers quer durch Europa: Österreich, Rumänien, Finnland, Frankreich, Italien – überall dort, wo ausreichend Schnee liegt und die Bedingungen stimmen“, berichtet Weidinger.

© Markus Bachofner, Markus Bachofner
Für Weidinger ist aber vor allem ein Land von unschätzbarem Wert: Schweden. „Ich versuche, mindestens zwei- bis dreimal jährlich in Schweden zu sein, um in Ruhe die Hunde zu trainieren. Dort sind die Bedingungen wie Temperatur, Schnee und auch die Akzeptanz von der Bevölkerung für diesen Sport optimal. In Schweden ist der Schlittensport Nationalsport und jeder freut sich, wenn er dich trifft! Nach Schweden nehm ich mir dann immer genug Arbeit mit wie ein neues Buch schreiben oder arbeite online. So geht sich das als Selbstständiger aus“, erläutert Weidinger.
Sportgastein – ein Ort, der Glück bringt
Besonders geprägt haben Weidinger die Rennen in Sportgastein. Das Hochplateau auf 1.600 Metern Höhe ist einer der stimmungsvollsten Orte für Hundeschlittenrennen in Mitteleuropa, und für Weidinger ein beinahe magischer Ort. „Was für ein unglaublicher Kraftplatz, diese Hochebene, umringt von Bergen, mit nur wenigen Gebäuden, wenigen Liften und sonst nur reine Natur! Dort oben, in den österreichischen Alpen, fühlt man sich dem Himmel ganz nah“, so Weidinger.
Beim jüngsten Rennen – dem größten seiner Art in Mitteleuropa – trat er Ende Februar gemeinsam mit rund 250 Teilnehmern an. „ Der RSSC-Austria unter Arnold Petutschnig mit seinen unzähligen Helfern bereiteten uns fantastische Bedingungen bei traumhaften Sonnenschein und genügend Schnee“, erläutert Weidinger.
Die Konkurrenz in seiner Kategorie umfasste etwa zehn Starter. Anreise am Freitag, zwei Durchgänge am Wochenende, Abreise am Sonntagabend: Zwischen Stakeout-Leinen, Campern, Schneesturm und Sonnenschein erlebte Weidinger genau das, wofür die Mushers ein ganzes Jahr trainieren.
Sein Lager dort beschreibt er als „großen Campingplatz“ – die Hunde schlafen im Anhänger, untertags sind sie an der Leine fixiert, um Ruhe und Ordnung zu behalten. Umgeben von rund 1000 Hunden ist jeder Spaziergang mit seinen eigenen ein Protokoll der Logistik und Körperspannung.

© Robert Ensgrabner
Und auch in Hinblick des sportlichen Wettbewerbs hat sich der Aufenthalt ausgezahlt: In der vier-Hunde-Kategorie RNB II siegte er, gewann den Weltcup 2025/26, womit er auch den Österreichischen Meistertitel holte.
Ein Sport voller Gefühl – und voller Verantwortung
Weidinger hat im Hundeschlittensport nie den Wettbewerb als primären Antrieb gesehen. Was ihn wirklich antreibt, ist die Freude der Hunde, das gemeinsame Erlebnis, der Zusammenhalt des Rudels. „Den Hunden ist es völlig egal, welchen Platz sie machen – sie wollen nur rennen“, sagt er.
Das Training und der Alltag mit den Hunden machen 99,9 Prozent seines Musher-Lebens aus. Die Rennen selbst sind nur ein Bruchteil der Zeit – aber sie sind der Prüfstein: Funktioniert das Training? Sind die Hunde gesund? Sind sie motiviert? Sind sie sozial stabil?

© Markus Bachofner, Markus Bachofner
Diese Verantwortung trägt er jeden Tag, etwa zwei Stunden reine Beschäftigung mit den Hunden – ob Spaziergang oder Schlitten. Der Aufwand bleibt derselbe, nur das Tempo ändert sich
Zwischen Arztpraxis, Musikstudio und Schlitten – ein Leben in Balance
Neben dem Hundeschlittensport ist Weidinger – er lebt mit seinen zehn Hunden, zwei Pferden und zwei Katzen in Forchtenstein - vielschichtige tätig: Er ist Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin mit Praxis in Bad Sauerbrunn, hat bereits mehrere Bücher verfasst. Als Musiker hat er mehr als 30 Alben veröffentlicht. „Früher habe ich bis zu 15 Konzerte pro Jahr gespielt, heute fehlt mir die Zeit dafür – aber die Musik bleibt ein zentraler Teil meines Lebens.“
Den Hundeschlittensport sieht er als Ausgleich zu seinem emotional fordernden Arztberuf. Während die Arbeit in der Praxis viel Energie kostet, geben ihm die Hunde Ruhe, Klarheit und Bewegung – ohne Worte, aber mit intensiver Nähe.
Ein „Spinner“, der seinen Weg ging
Dass all diese Erfolge von einem Mann stammen, der als „Spinner“ bezeichnet wurde, weil er seinen eigenen Verlag, sein eigenes Musiklabel und seine TCM-Gesellschaft gründete – und nun zehn Hunde besitzt –, stört ihn wenig. Im Gegenteil: Er sieht es als Bestätigung, seinen Weg gegangen zu sein.
„Also geht euren Weg!“, sagt er. Und genau das tut auch er – jeden Tag, auf Schnee, auf Rollen oder auf den verschlungenen Pfaden zwischen Lebenstraum und Alltag.