Gemeinsam organisierten der Lutschburger Weinklang, der Brauverein Priwi sowie die Volkstanz- und Trachtengruppe Lutzmannsburg am Samstag ein heiteres Oktoberfest.
Doppeltausch beim BMV/UDB: Abschied von Janisch und Haider
Geschäftsführer-Wechsel
Mit Jahresbeginn lösten Thomas Schlögl und Christoph Wagner Müllverbands-Geschäftsführer Johann Janisch bzw. Umweltdienst-Geschäftsführer Rudolf Haider ab, die beide ihren Ruhestand antraten. Die beiden „Jung-Pensionisten" prägten die Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich mit: Ein Blick in den Rückspiegel.
Hatten ihren letzten Arbeitstag. Rudolf Haider und Johann Janisch dürfen nun ihre Pension genießen.
© Michaela Grabner
Der eine geht als die treibende Kraft zur Umsetzung der EU-Nachhaltigkeitsrichtline für die Abfallwirtschaft im Burgenland, der andere als Baumeister des modernen Umweltdienst in die Unternehmensgeschichte ein – beide haben sie der Unternehmensgruppe ihren Stempel aufgedrückt.
Johann Janisch fand 1989 den Weg zum Burgenländischen Müllverband. Er startete in der Rechtsabteilung und wurde 1991 Leiter der Stabsstelle für rechtliche Angelegenheiten. Nach einer Umstrukturierung des Verbandes aufgrund von finanziellen Problemen wurde er im Dezember 1996 zum Geschäftsführer bestellt. „Die Jahre waren geprägt von finanziellen Herausforderungen, aber Ende 1998 konnten die Verluste abgebaut werden", erinnert sich Janisch.
Danach begannen die Planungen für die Umsetzung der Deponieverordnung. Gemeinsam mit dem Land wurde eine Studie in Auftrag gegeben, mit dem Ergebnis, dass das Restmüllsplitting die beste Variante für das Burgenland ist, wofür die mechanisch biologische Anlage ausgebaut werden musste. Ein mit der Gemeinde Frankenau-Unterpullendorf entstandener Konflikt bezüglich der ursprünglichen Dimension der Anlage konnte 2003 mit einem Vertrag, wo eine Obergrenze für die Müllmengen eingezogen wurde, beendet werden.
Johann Janisch war unter anderem beteiligt am Ausbau der Deponie Nord, der Altlastensanierung Seewinkel, sowie der Sanierung des Schüttbereichs Ost auf der Deponie Nord, der als Altlast eingestuft war und wo es Befürchtungen hinsichtlich Gewässerverunreinigungen gab. “Nach langen Vorbereitungsarbeiten konnte die Sanierung mit einer Spezialfirma aus Deutschland durchgeführt werden. Sie ist sehr erfolgreich verlaufen und nach vielen Nachuntersuchungen konnte die Streichung als Altlast erfolgen. Eine Räumung mit enormen Kostenwaufwand wurde damit verhindert", so Janisch.
Er war weiters an der Einführung des BMV-Gemeindepakets mit Bezug auf Abfalltrennung, der Entwicklung des Re-Use-Masterplans, der Entwicklung der Strategie für die regionalen Abfallsammelstellen, um langfristig eine geordnete, ressourcenschonende und nachhaltige Abfallwirtschaft gewährleisten zu können, und der Umsetzung verschiedener EU-Projekte mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit federführend mit dabei. So wurden zwischen 2010 und 2022 intensiv mit slowakischen Partnern zusammengearbeitet, wodurch auch wesentliche eigene Projekte weiterentwickelt werden konnten.
Im Zuge des ReUse-Masterplans wurden ab 2012 verstärkt Aktivitäten im Hinblick auf die Weiterverwendung von gebrauchten Gegenständen gesetzt. „Wir haben in jedem Bezirk einen ReUse-Shop und kümmern uns mit einem eigenen Verein – dem ReUseNetzwerk Burgenland – um den Fortbestand dieser Einrichtungen", so Janisch.
Als einen Meilenstein sieht er die Novelle zum Burgenländischen Abfallwirtschaftsgesetz 2019. „Nach vielen Jahren der Vorbereitung ist es gelungen, ein tragfähiges Konzept für die Daseinsvorsorge im Burgenland zu schaffen", so Janisch, der auf eine, wie er sagt, spannende Zeit in der Abfallwirtschaft zurückblicken kann. „Ich habe gerne in der Abfallwirtschaft gearbeitet, weil sie auch meinem Lebensbild entspricht. Ich achte auf eine gesunde Lebensweise und ein gesundes Lebensumfeld. Und da gehört auch eine geordnete und nachhaltige Abfallbewirtschaftung dazu", so Janisch.
Rudolf Haider war bereits über 13 Jahre als Beamter der Burgenländischen Landesregierung mit den Themen der Wasser- und Abfallwirtschaft beschäftigt, ehe er 2005 technischer Geschäftsführer vom Umweltdienst Burgenland wurde.
„Der BMV mit seinen Deponien und die Trinkwasserversorgung im Bezirk Oberpullendorf waren meine beruflichen Schwerpunkte. Damit war der Weg zum UDB keine fachliche Überraschung, wohl aber eine politische. Ab 2005 hat der UDB nunmehr eine Doppelspitze in der Geschäftsführung", so Haider, der als „Baumeister des modernen UDB" gehandelt wird.
„Es waren viele Millionen Euro notwendig, um auf den heutigen Stand zu kommen", betont Haider. Und zählt auf: „Die Absiedlung vom alten UDB-Standort in Oberwart und der völlige Neubau des Logistik Centers Süd Oberwart, das nun mit der Inbetriebnahme des Ressourcenparks vollendet ist. Der Neubau des Logistik Centers Nord in Gols: Eine große Umbaumaßnahme bei laufendem Betrieb. Das kommt – zum Glück – nicht oft vor. Am Standort Großhöflein wurde in vier Bauabschnitten während der Corona-Krise alles umgebaut und erweitert. Hier blieb kein Stein auf dem anderen. Die Ressourcenparks Heiligenkreuz, Oberwart und Mattersburg (beide im Bau) sind die Aushängeschilder der neuen Abfallwirtschaft. Es sind unsere 'kleinen Kinder', die wachsen müssen und sie werden uns viel Freude bereiten“.
In Oberpullendorf wurde das 23 Jahre alte "divitec"-Werk runderneuert. „Es ist der Flaschenhals der burgenländischen Abfallwirtschaft, da hier alles angeliefert, verarbeitet und nach Stoffströmen geordnet wieder dem nationalen Rohstoffmarkt zugeführt wird. Hier leisten Mensch und Maschine Großartiges. Wenn alles gut läuft, kann das Unternehmen damit wirtschaftlich punkten und die burgenländischen Müllkunden profitieren davon."
Haider kann darüber hinaus auf viele lustige und traurige Erlebnisse gleichermaßen zurückblicken. „Die traurigen Erlebnisse schrieb das Leben. Mitarbeiter die verstorben sind, manche Mitarbeiter mussten gekündigt werden, Schwerkranke konnten ihren Job nicht ausführen. Da waren bittere Stunden dabei." Ein Schockerlebnis war, als ein Mitarbeiter bei Reparaturarbeiten von einem Förderband fiel, sich das Fersenbein brach und vom Notarzt behandelt werden musste. Ebenso eine lebensrettende Situation: „Ein Arbeiter wurde im Kanalschacht von Methan Gas ohnmächtig. Durch meine Vorinformation konnte die Notärztin die richtige Therapie einleiten und dem Arbeiter das Leben retten", schildert Haider. Aber andererseits habe es viele, viele lustige Erlebnisse gegeben. "Lachende oder scherzende Mitarbeiter nach einem schweren Arbeitstag bei einem gemeinsamen Bier. Biotonnen-Geruch, bellende Hunde - manche haben auch gebissen – und Geschichten über freundliche Pensionisten, die schon auf die pünktliche Müllabfuhr warten", nennt Haider einige Beispiele.
In der Pension möchte er sich seinen beiden Enkelkindern widmen sowie seinem kleinen Wald in Bernstein, der immer schon sein „Rückzugsort“ und Lieblingsplatz gewesen ist. „Jüngst wurde ich eingeladen, beim Roten Kreuz in Oberpullendorf mitzuwirken. Eine wahrlich ehrenhafte Aufgabe, von der ich mich einfach überraschen lasse", so Haider.
Und wie sieht Haider die Zukunft des Umweltdienst Burgenland? „Zweckoptimismus schadet nicht, ist aber beim UDB in seiner heutigen Aufstellung nicht notwendig. Die Firma steht personell, finanziell und infrastrukturell bestens da. Auf hohem Niveau das Service weiterhin kostengünstig anzubieten wird auch morgen die tägliche Herausforderung sein. Die vor rund 35 Jahren geschaffene Firmenkonstruktion mit der „Mutter BMV“ und der „Tochter UDB“ war einfach genial. Und dieses Modell funktioniert auch noch heute wirtschaftlich sehr gut. "