Mit den Kindern auf Augenhöhe in der Klinik Oberwart
Gesundheit Burgenland
Wie ein Spitalsaufenthalt kindgerecht, positiv und bunt gestaltet werden kann, lebt die neue Klinik Oberwart vor.
Angstfrei und vertrauensvoll. Primar Ernst Prethaler und sein Team in der neuen bunten Arbeitskleidung, unkonventionell sitzend auf Augenhöhe mit den Kindern.
© Gesundheit Burgenland
Pastellfarbene Punkte an den Flurwänden, Kinderstimmen aus den Zimmern, freundliche Pflegerinnen in gelben, grünen und blauen Kasacks anstatt der sonst üblichen weißen Arbeitskleidung. So der erste Eindruck beim Betreten der Station und Ambulanz für Kinder- und Jugendheilkunde der Klinik Oberwart.
In der einzigen Kinderabteilung der Gesundheit Burgenland werden Kinder und Jugendliche im Alter von null bis achtzehn Jahren behandelt. Zusätzlich dazu gibt es die neonatologische Station, eine Intensivüberwachungsstation für Früh- und Neugeborene.
Spitalsaufenthalt angstfrei, vertrauensvoll und altersgerecht gestalten
Das Behandlungsspektrum erstreckt sich von der Neugeborenenmedizin, über die gesamte internistische Kinderheilkunde bis hin zur Betreuung der jungen Patientinnen und Patienten mit operativen Eingriffen aus allen Bereichen. „Im Fokus steht der medizinische Aspekt, jedoch möchten wir verstärkt auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen eingehen und den Spitalsaufenthalt angstfrei, vertrauensvoll und altersgerecht gestalten. Wir suchen den direkten Kontakt, sehen sie als Gesprächspartner auf Augenhöhe, ohne unbedingt den Umweg über die Eltern wählen zu müssen. So bauen wir schnell Vertrauen auf“, erzählt Primarius Ernst Prethaler. „Manchmal kommt es noch vor, dass Eltern sagen, 'wenn du nicht brav bist, gibt dir der Onkel Doktor eine Spritze'. Solche überholten Glaubenssätze lösen wir schnell auf, indem wir mit dem Kind authentisch und altersgerecht kommunizieren“, so Prethaler.
Dieses Vertrauen ist von Bedeutung, weil Eingriffe besser akzeptiert werden, der Behandlungsstress reduziert wird und im besten Fall auf medikamentöse Beruhigungsmittel für diagnostische Maßnahmen oder Interventionen verzichtet werden kann. Im Zuge der Übersiedlung in die neue Klinik vergangenen Mai wurden einige Maßnahmen umgesetzt, die die Zufriedenheit und Kooperationsbereitschaft der jungen Menschen steigern sollen.
Weg vom weißen „Arztkittel“
Seit zwei Monaten sieht man hier das Ärzte- und Pflegeteam in bunter Arbeitskleidung durch die Zimmer sausen. Statt dem Weiß sorgen die Farben Sonnengelb, Kiwigrün und Marineblau für Positivität. Prethaler: „Wir wollten weg von dem `Gott-in-Weiß-Image´, denn wir sind bunt und das dürfen wir auch zeigen. Zudem haben Farben eine starke psychologische Wirkung und können dazu beitragen, die Atmosphäre und das Befinden positiver zu gestalten. Wir haben erlebt, dass das übliche Weiß auch eine abschreckende Wirkung hatte, denn Kinder mögen's bunt.“
Farbenfrohe Räume mit Chamäleon Burgi
Und auch in den Räumlichkeiten ist es farbenfroh. Auf den Gängen sorgen bunte Punkte für Highlights, in den elf Patientenzimmern sowie den vier Ambulanzräumen finden sich bunte Wandgestaltungen des Künstlers Alexander Fuehrer mit einem wiederkehrenden Suchtierchen – dem kleinen Chamäleon Burgi, von dem es demnächst auch ein Kinderbuch geben wird. Die Phantasiewelten sollen vom Krankenhausalltag ablenken, die Angst mindern sowie für Ablenkung und Gesprächsstoff sorgen.
„Da die Angehörigen ebenso unter der Belastung des Spitalsaufenthaltes leiden, ist es für sie beruhigend zu sehen, dass ihre Kinder in einer liebevoll gestalteten Umgebung betreut werden. So können sie sicher sein, dass wir uns nicht nur medizinisch, sondern auch emotional um das Wohl der jungen Menschen kümmern“, betont Stationsleiterin Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Brigitte Wagner abschließend.