Smarter leben mit Diabetes: Neues Insulintherapiekonzept in Oberwart

Gesundheit Burgenland

Die Klinik Oberwart setzt auf ein hierzulande brandneues Insulintherapiekonzept mit intelligentem SmartPen-System und Handy-App für eine bessere Blutzuckereinstellung.

Von BVZ Redaktion

Diabetesberaterin Christine Drobits erklärt das Smartpen-System.

Diabetesberaterin Christine Drobits erklärt das Smartpen-System.

© Gesundheit Burgenland

Die Diagnose Diabetes mellitus Typ 1 bedeutet für Betroffene einen schweren Einschnitt im Leben. Christine Drobits, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie Diabetesberaterin in der Klinik Oberwart, kennt die Sorgen von Diabetespatientinnen und -patienten sehr gut: „Nach der Diagnose dreht sich für die meisten das ganze Leben plötzlich nur mehr um Blutzucker und Insulinbedarf.”

Als erfahrene Diabetesberaterinnen begleiten sie und ihre Kollegin in der Diabetesambulanz Menschen bei deren Herausforderungen mit der Erkrankung. Und das, mit einer bahnbrechenden Innovation auf diesem Gebiet. Als eine der führenden Kliniken österreichweit, setzt die Klinik Oberwart auf ein hierzulande brandneues Insulintherapiekonzept mit dem intelligenten SmartPen-System. Dabei handelt es sich um einen Insulinpen und einen CGM-Sensor, die eine Überwachung des Blutzuckerspiegels sowie eine Berechnung der benötigten Insulinmenge über das Smartphone ermöglichen und so die Lebensqualität an Diabetes erkrankter Menschen aller Typen mit einer Insulintherapie maßgeblich verbessern.

Guter Überblick und Warnung bei kritischen Werten

Der wesentlichste Vorteil für Betroffene ist, dass das Gerät zu hohe oder zu niedrige Blutzuckerwerte sowie den Anstieg des Blutzuckers erkennt und automatisch an die Insulinabgabe erinnert. Auch ein Insulinrechner ist integriert, der die Menge des Insulins berechnet, das für die Mahlzeit benötigt wird – und dabei auch auf aktuell gemessenen Gewebsglukosewerte gegebenenfalls eine Korrektur vornehmen kann.

Diabetes Typ 1 bedeutet, dass die Zellen den durch die Nahrung aufgenommenen Zucker (Glukose) ohne Insulin nicht aufnehmen können. Dies führt zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels, der lebensgefährlich sein kann. Die Erkrankung wird, vereinfacht gesagt, durch ein absolutes Versagen der Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin produzieren, verursacht und beginnt meist im Kindes- und Jugendalter. Es gilt als nicht heilbar, so dass Betroffene ihr ganzes Leben lang Insulin spritzen müssen.

In der Diabetesambulanz in Oberwart werden Patientinnen und Patienten von den Diabetesberaterinnen und Diätologinnen auf einen Alltag mit der Insulintherapie zu Hause vorbereitet. Sie lernen unter anderem die Insulinmengen zu berechnen oder anhand eines Schemas zu bestimmen. Das neue System bietet hier Unterstützung. „Dank der automatisierten Insulinberechnung bekommen die Betroffenen schneller Sicherheit im Umgang mit der Therapie. Dadurch sind kürzere Spitalsaufenthalte und das raschere Erreichen der Zielwerte beim Blutzucker möglich“, sagt Christine Drobits.

Aufgrund der österreichweiten Vorreiterrolle mit dem Smartpen-System in der Klinik Oberwart hat Christine Drobits in einem Webinar zuletzt Ärztinnen und Ärzte, Diätologinnen und Diätologen sowie Diabetesberaterinnen und -berater aus Österreich, der Schweiz und Deutschland geschult. Dabei gab sie über 100 Fachleuten einen umfassenden Einblick in die Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten des intelligenten Smartpen-Systems, um vielen weiteren Diabetespatientinnen und -patienten ihren Weg erleichtern zu können.