Die Bläserphilharmonie Burgenland präsentierte am Sonntag ihr Jubiläumsprogramm „Fusion Five“ im Lisztzentrum Raiding. Das Publikum erlebte ein abwechslungsreiches Konzert mit sinfonischer Blasmusik, bekannten Melodien und Werken burgenländischer Komponisten.
Wenn Handwerk glänzt: Triumph für Liane Scherz aus Deutschkreutz
Haute Couture Award
Beim 22. Haute Couture Austria Award begeisterte Liane Scherz mit ihrer schwarz‑weißen Interpretation und sicherte sich Rang zwei.
Liane Scherz mit Model Kamila, dass ihren preisgekrönten Entwurf trägt.
© Katharina Schiffl, Katharina Schiffl
Der Haute Couture Austria Award gilt als der „Oscar der heimischen Modewelt“ – ein Wettbewerb, bei dem Jahr für Jahr die besten Modeschöpfer Österreichs antreten und außergewöhnliche Kreationen präsentieren.
Für das Burgenland erfüllte sich heuer ein besonderer Traum: Die Deutschkreutzer Maßschneiderin Liane Scherz erreichte den hervorragenden zweiten Platz und rückte damit die regionale Modehandwerkskunst ins Rampenlicht.
Unter dem Motto „Die – schwarz/weiße – Linie“, inspiriert durch die Heidi Horten Collection und Künstler wie Lucio Fontana, Wassili Kandinsky und Gustav Klimt, stellten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihre Kreativität unter Beweis. Michaela Eckhardt, Landesinnungsmeisterin der Mode und Bekleidungstechnik im Burgenland, zeigte sich beeindruckt: „Der Haute Couture Austria Award bietet uns eine besondere Bühne, um Kreativität und Stil zu einzigartigen Designs zu verbinden. Liane Scherz ist das mit der Umsetzung ihrer Vorstellung meisterhaft gelungen.“
Für ihren Entwurf erhielt Scherz sechs Meter Shantungseide – wahlweise in Schwarz oder Weiß. Zusätzliche Stoffe waren erlaubt, jedoch ohne Spitze, Steine oder Federn. „Ich fand das Thema spannend und habe beschlossen mitzumachen. Verlieren konnte ich ja nichts“, erzählt sie rückblickend.
Dass sie schließlich den zweiten Platz erreichte, übertraf ihre Erwartungen deutlich: „Ich war total überwältigt. Ich hab mich super gefreut unter den Top 10 zu sein – aber Platz zwei ist einfach ein Hammer!“
Ihr Design verbindet klare Linien mit eleganter Bewegung. Inspiriert von einem früheren Entwurf, entwickelte sie ein Kleid, das eine schmale, präzise Silhouette erzeugt. Das schlichte Oberteil mit tiefem Ausschnitt unterstreicht die feminine Form, während der weite Tellerrock – ein Lieblingsstil ihrer Tochter – Leichtigkeit und Eleganz ausdrückt. Ein seitlicher Schlitz verleiht zusätzlich Dynamik. „Ich wollte Reduktion und Schwung vereinen – klare Struktur im Oberteil, schwungvoll im Rock – und so ein Spiel aus Eleganz, Stärke und Anmut gestalten“, erklärt Scherz.
Der Haute Couture Austria Award, der heuer bereits zum 22. Mal vergeben wurde, bleibt ein Fixpunkt der heimischen Modebranche. Er stärkt die Sichtbarkeit traditioneller Maßschneiderei und zeigt, wie modern Individualität und Handwerkskunst heute interpretiert werden können. Im Burgenland sind derzeit 57 Modemacher und Modemacherinnen tätig. Sie bilden ein starkes Netzwerk, das durch Erfolge wie jenen von Liane Scherz weiter an Bedeutung gewinnt.
Der erste Platz beim Haute Couture Austria Award ging heuer an Katharina Schönbauer-Manak aus Niederösterreich, der dritte an Karin Pfeifenberger aus Wien.
„Haute Couture“ steht für hochwertige Einzelstücke und maßgeschneiderte Präzision – im Gegensatz zur Prêt-à-porter-Mode, die hochwertige, aber serientaugliche Kollektionen beschreibt.