7 Fragen, 7 Antworten: Ewald Tatar hat als Veranstalter noch lange nicht genug. Als DJ geht er jetzt wieder auf Zeitreise - und mit uns schaut er in den Rückspiegel.
Julian Rachlin: „Das Festivalgefühl ist immer unvergleichlich“
Herbstgold-Festival
Zwei große Konzertabende bietet das Herbstgold-Festival im Schloss Esterházy noch bis Samstag. Im Gespräch mit der BVZ erzählt Intendant Julian Rachlin, was das Festival so besonders macht.
Julian Rachlin. Mit Leidenschaft im Herbstgold-Einsatz.
© Marco Borggreve
Seit der Eröffnung des Herbstgold-Festivals ist Julian Rachlin wieder vielfach im Einsatz im Schloss Esterházy. Heute, Freitagabend, steht der Intendant in einem großen Kammerkonzert auch selbst auf der Bühne. Mit der BVZ sprach Rachlin über ...
… das Festivalgefühl: „Es zeigt sich wieder, dass unsere Kultur-Aktivitäten echtes Teamwork sind, alle haben großartige, leidenschaftliche Arbeit geleistet! Und diese Liebe zum Festival spürt das Publikum. Das Festivalgefühl bedarf einer besonderen Herangehensweise, schon in der Programmierung; daher ist auch bereits das Programm für 2027 fertig – und man kann jetzt schon Karten erwerben!“
… die internationalen Gäste: „Zu Beginn des Herbstgold-Festivals vor zehn Jahren hat es geheißen, gerade große Orchester seien schwer für das Programm zu kriegen, weil sie im Herbst Saison-Eröffnung haben und viel unterwegs sind. Mittlerweile rennen uns diese Welt-Orchester sozusagen die Türen ein, und wir haben die Qual der Wahl.
Schloss Esterházy und den Haydnsaal muss man musik-affinen Menschen ja nicht extra vorstellen, das hat für alle eine riesige Strahlkraft. Aufgrund der großen Geschichte, und weil die Intimität und geniale Akustik bis heute etwas Einzigartiges ist, wollen alle gern hier auftreten. Zugleich nutzen wir die Möglichkeit und stellen viele Talente vor.“
… das Festivalmotto: „Das Motto ,Musik – Pulsschlag der Zeit’ hat uns viel Freiraum in der Interpretation gelassen, man konnte sich gewissermaßen musikalisch austoben. Dieser Pulsschlag – in einem Konzert etwa – ist für mich der Moment, in dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen: in genau dieser Musik an diesem Ort. Daher ist das, was die Komponisten vor hunderten Jahren bewegt hat, noch heute gültig. Und es bewegt noch heute!“
… das Publikum: „Nach zehn Jahren Herbstgold-Festival spürt man deutlich, welch Fixpunkt es im Jahresprogramm ist, und dass Eisenstadt und das Burgenland auf sein Festival stolz sind. Jedes Jahr zeigt sich auch ein markanter Anstieg an internationalen Gästen im Publikum! Das ist ebenfalls eine schöne Bestätigung.
Es dreht sich letztlich auch um dieses Gefühl, hier nicht ,nur„ bei Konzerten zu Gast zu sein – sondern eben bei einem Festival: Der Intendant ist greifbar, man ist den Künstlerinnen und Künstlern näher als sonst. Und man genießt alles drumherum, das Schlossquartier in Eisenstadt, die Stadt und die ganze Region!“
Freitag, 25. September(19.30 Uhr): Julian Rachlin, Boris Brovtsyn (Violine), Sarah McElravy, Matthew Lipman (Viola), Boris Andrianow, Raphaela Gromes (Violoncello)
Samstag, 26. September 20 Uhr): Alexander Malofeev (Klavier), Julian Rachlin (Dirigent), West Hungarian Philharmonic Orchestra Győr
Infos & Karten: herbstgold.at