Fahrraddiebstähle im Burgenland: Ein Bezirk sticht heraus

Höchste Aufklärungsquote

Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist im Burgenland im Jahr 2025 deutlich gesunken. Besonders stark betroffen bleibt der Bezirk Neusiedl. Die Mobilitätsorganisation VCÖ sieht sichere Abstellplätze als entscheidenden Faktor für Prävention.

Von Von Birgit Böhm-Ritter

Fahrraddiebstähle im Burgenland: Ein Bezirk sticht heraus

© Shutterstock, Rainer Fuhrmann

Deutlicher Rückgang im Jahresvergleich

Im Burgenland wurden im Jahr 2025 insgesamt 292 Fahrraddiebstähle angezeigt. Das entspricht einem Rückgang um 29 Prozent gegenüber dem Jahr 2024 mit 413 Fällen. Darauf weist die Mobilitätsorganisation VCÖ (Verkehrsclub Österreich) unter Berufung auf Daten des Bundesministeriums für Inneres (BMI) hin.

Ein Blick auf die längerfristige Entwicklung zeigt eine klare Tendenz: Noch im Jahr 2016 registrierte die Polizei 584 gestohlene Fahrräder im Burgenland. Seither schwanken die Zahlen, liegen jedoch deutlich unter diesem Höchstwert.

VCÖ-Sprecher Christian Gratzer nennt mehrere Gründe für den Rückgang: „Erfreulich ist, dass trotz steigender Anzahl an Radfahrerinnen und Radfahrern die Zahl der Diebstähle gesunken ist. Das Bewusstsein, das Fahrrad sicher abzusperren, ist gestiegen, die Qualität der Sicherungssysteme wurde besser und es gibt mehr sichere Abstellplätze.“

Bezirk Neusiedl bleibt Hotspot

Innerhalb des Bundeslands zeigt sich ein deutliches Gefälle. Im Bezirk Neusiedl wurden mit 154 Fällen die meisten Fahrraddiebstähle gemeldet. Dahinter folgen der Bezirk Eisenstadt-Umgebung mit 41 sowie die Landeshauptstadt Eisenstadt mit 24 Fällen. Am unteren Ende der Statistik liegen die Bezirke Güssing und Jennersdorf. In Güssing wurden lediglich vier Fahrräder als gestohlen gemeldet, in Jennersdorf elf.

Auch im Städtevergleich schneidet das Burgenland gut ab: Eisenstadt weist laut VCÖ-Analyse mit 15 Diebstählen pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner die niedrigste Rate unter den Landeshauptstädten auf.

Abstellplätze als Schlüssel zur Prävention

Der VCÖ betont die Bedeutung sicherer Fahrrad-Abstellplätze. Diese reduzieren das Risiko von Diebstählen, insbesondere an stark frequentierten Orten wie Einkaufsstraßen, Freizeiteinrichtungen und Sportanlagen.

Auch an Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr sieht die Organisation Handlungsbedarf. Bahnhöfe und Bushaltestellen benötigen ausreichend Abstellmöglichkeiten für Pendlerinnen und Pendler, die mit dem Fahrrad anreisen. Fehlende Anlagen können noch bis 30. April im Rahmen der Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ gemeldet werden.

Zusätzlich empfiehlt der VCÖ konkrete Maßnahmen zur Sicherung von Fahrrädern: Das Rad sollte stets abgesperrt und der Rahmen mit einem stabilen Schloss an einem festen Objekt befestigt werden. Schnellspanner bei Sattel und Vorderrad lassen sich durch Sicherheitsschrauben ersetzen. Hochwertige Schlösser erhöhen den Schutz.

Aufklärungsquote im Bundesländervergleich hoch

Im Jahr 2025 klärte die Polizei im Burgenland 74 Fahrraddiebstähle auf. Die Aufklärungsquote liegt damit bei 25 Prozent. Im Vergleich zu anderen Bundesländern stellt dies dennoch den höchsten Wert dar.

Um im Ernstfall die Rückgabe zu erleichtern, empfiehlt der VCÖ, die Rahmennummer des Fahrrads zu notieren. Für hochwertige Modelle kann zudem eine Diebstahlversicherung sinnvoll sein, die auch Teilediebstahl abdeckt.

Entwicklung der Fahrraddiebstähle im Burgenland
  • 2025: 292 (–29,3 % gegenüber 2024)
  • 2024: 413
  • 2023: 482
  • 2022: 323
  • 2021: 247
  • 2020: 260
  • 2019: 274
  • 2018: 310
  • 2017: 387
  • 2016: 584
  • 2015: 473

Quelle: BMI, VCÖ 2026

Fahrraddiebstähle nach Bezirken (2025)
  • Bezirk Neusiedl: 154
  • Bezirk Eisenstadt-Umgebung und Stadt Eisenstadt: 65
  • Bezirk Mattersburg: 23
  • Bezirk Oberpullendorf: 18
  • Bezirk Oberwart: 17
  • Bezirk Jennersdorf: 11
  • Bezirk Güssing: 4

Quelle:BMI, VCÖ 2026