Zum zweiten Mal: Witteveen wird Horitschons neuer alter Cheftrainer

II. Liga Mitte

Fast genau ein Jahr nach seinem Rücktritt kehrt David Witteveen wieder nach Horitschon zurück. Er ist damit der sechste Chefcoach binnen 18 Monaten für die Blaufränkischen. Diesen Trend will er jetzt stoppen.

Von Sascha Strodl

Nach einem halbjährigen Engagement in Wiesmath ist David Witteveen wieder zurück im Burgenland. Er übernimmt Horitschon zum zweiten Mal.

Nach einem halbjährigen Engagement in Wiesmath ist David Witteveen wieder zurück im Burgenland. Er übernimmt Horitschon zum zweiten Mal.

© Malcolm Zottl

„Die Trainersuche ist meine kleinste Sorge“, sagte Poglitsch vor ein paar Tagen noch selbstbewusst. Nach dem Rauswurf von Luca Wirtitsch hatte der Sportliche Leiter der Horitschoner schon einen neuen Coach an der Angel. Dabei handelte es sich um einen alten Bekannten, mit dem man sich schnell einig wurde. David Wittveen war gemeinsam mit Dominik Schiefer bereits in der Rückrunde der abgelaufenen Saison Cheftrainer im Blaufränkischland. Damals gab es allerdings Differenzen, was zu seinem Rücktritt führte. Nachdem es Schiefer danach als alleiniger Boss versuchen durfte, und auch Christoph Tischler und Luca Wirtitsch nicht mehr Chef sind, ist jetzt Witteveen dran.

Poglitsch zur Beorderung Witteveens: „Wir als ASK Horitschon sind erfreut, einen Trainer aus der Region verpflichtet zu haben. Zudem war er schon Teil unseres Trainerapparates und kennt die Kniffe und Gepflogenheiten in Horitschon. David zeichnet eine lange Karriere als Profispieler aus, wovon unsere Spieler profitieren können.“ Witteveens Entscheidung fiel jedoch nicht von heute auf morgen. Eigentlich hätte er sein Engagement bei Wiesmath in der niederösterreichischen 1. Klasse Süd verlängert. Dann kam der Anruf aus Horitschon - und damit ein Angebot, das er nur schwer ablehnen konnte.

„Ich habe mich in Wiesmath wirklich wohlgefühlt, also leicht war es nicht. Horitschon ist aber näher zur Heimat und spielt höher. Das reizt dich als Trainer natürlich“, begründet Witteveen seinen Wechsel. Für den ehemaligen Schottland-Legionär ist es aufgrund seiner Vergangenheit aber auch eine Aufgabe, die sich in seinem Kopf eingebrannt hat. „Ich will zeigen, was ich kann. Damals konnte ich meinen Input nicht so reinbringen, umso mehr freue ich mich jetzt darauf“, sagt er. Jetzt hofft er natürlich auch auf eine längere Amtszeit. Er ist Horitschons sechster Cheftrainer in den letzten 18 Monaten.

Während die Dauer seiner Amtszeit wohlgemerkt noch in den Sternen steht, wird er in Horitschon zumindest keine große Anlaufzeit nicht benötigen. Er kennt den Klub, kennt Horitschons Strukturen und auch einen Großteil des Kaders. Zumindest jenen Teil, der übrig bleibt. Denn auf Witteveen warten stressige Wochen. Diverse Abgänge sind beim Verein fix, auf der Habenseite sieht es bisher mau aus. Einen echten Nachteil sieht der Neo-Chefcoach darin aber nicht. „Ich kann jetzt mit entscheiden, wen wir holen. Wenn jetzt der Kader schon fertig wäre, ginge das nicht. Ich sehe das jetzt also gar nicht so tragisch“, so Witteveen.

Einer turbulenten Transferzeit ist er sich aber bewusst. Dementsprechend wird er kommenden Dienstag schon das erste Mal als Übungsleiter am Platz stehen. Ein internes Testspiel ist geplant, diverse potentielle Neuzugänge werden anwesend sein. Auf dem Spielermarkt wildern hat der Chefcoach aber nicht vor. „Ich kenne die Jungs, die bleiben werden. Die sind alle top und haben großes Potenzial“, weiß er um die Qualität des Kaders Bescheid.