Hotel Nationalpark investiert 8,5 Millionen Euro in Ausbau

Illmitz

Das Hotel Nationalpark in Illmitz steht vor dem größten Entwicklungsschritt seiner Geschichte. Mit einer Investition von rund 8,5 Millionen Euro erweitert das familiengeführte Vier-Sterne-Hotel seine Kapazitäten, erneuert die Außenanlagen und setzt auf Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung. Die Wirtschaftsagentur Burgenland unterstützt das Vorhaben mit 1,7 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes Burgenland.

Von Von BVZ Redaktion

So wird der neue Trakt des Nationalparkshotel in Illmitz aussehen.

So wird der neue Trakt des Nationalparkshotel in Illmitz aussehen.

© Hotel Nationalpark GmbH

Wer durch Illmitz fährt, begegnet einem Ort, der seit Jahrzehnten vom Tourismus und der einzigartigen Natur des Seewinkels geprägt ist. Mitten in dieser Landschaft will das Hotel Nationalpark nun die Weichen für die Zukunft stellen. Der Betrieb, der zu den etablierten Seminarhotels des Burgenlandes zählt, erweitert sein Angebot und richtet den Blick dabei über das klassische Seminargeschäft hinaus.

Mehr Platz für Gäste und Erholung

Herzstück des Projekts ist ein neuer Gästetrakt mit drei Ebenen. Dort entstehen 22 zusätzliche Zimmer mit insgesamt 44 Betten. Alle verfügen über Balkon oder Terrasse, eine Klimaanlage und eine Wärmepumpenheizung. Eine begrünte Brücke verbindet den Neubau mit dem bestehenden Wellnessbereich. Der Zugang erfolgt barrierefrei.

Doch nicht nur im Gebäude selbst verändert sich vieles. Auch die Außenanlagen erhalten ein neues Gesicht. Der bisherige Pool wird durch einen beheizten Edelstahl-Außenpool mit einer Länge von 17 Metern und einer Breite von fünf Metern ersetzt. Neue Liegeflächen, ein Loungebereich, eine erweiterte Terrasse und eine naturnahe Gartengestaltung sollen den Charakter des Seewinkels aufgreifen und den Aufenthalt im Freien aufwerten.

Hotel Nationalpark investiert 8,5 Millionen Euro in Ausbau

© Hotel Nationalpark GmbH

Für Geschäftsführer Reinhard Sattler geht es dabei um mehr als zusätzliche Betten: „Mit dieser Erweiterung schaffen wir die Basis für die nächste Generation unseres Familienbetriebs. Wir wollen nicht einfach mehr Platz schaffen, sondern Räume für tiefere Erholung und intensivere Naturerlebnisse gestalten – im Einklang mit der einzigartigen Landschaft des Seewinkels.“

Nachhaltigkeit zieht sich durch das gesamte Projekt

Während die Bauarbeiten sichtbar voranschreiten, laufen viele Veränderungen im Hintergrund. Das gesamte Vorhaben orientiert sich an ökologischen und ressourcenschonenden Grundsätzen.

Auf dem Dach des Neubaus entsteht eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 30 Kilowatt-Peak (kWp). Teile der Fassade werden mit Schilf aus der Region verkleidet. Die begrünten Dachflächen sollen überwiegend mit gesammeltem Regenwasser bewässert werden. Darüber hinaus plant das Hotel zwischen fünf und zehn öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Die Verantwortlichen streben zudem die klimaaktiv-Zertifizierung in Gold sowie das Österreichische Umweltzeichen an. Damit soll die ökologische Ausrichtung des Betriebs auch nach außen sichtbar werden.

Parallel dazu hält die Digitalisierung Einzug in den Hotelalltag. Eine cloudbasierte Software soll künftig Hotelverwaltung, Kassensystem und Buchungsplattformen miteinander verbinden. Ein schlüsselloses Zutrittssystem soll die bisherigen Schlösser ersetzen. Ziel ist ein weitgehend papierfreier Betrieb.

„Das Hotel Nationalpark ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein familiengeführter Betrieb durch strategische Investitionen in Qualität und Digitalisierung zukunftsfit wird. Mit unserer Förderung stärken wir nachhaltig den Tourismusstandort Burgenland“, erklären die Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Burgenland, Klaus Stinakovits und Georg Schönbauer.

Hotel Nationalpark investiert 8,5 Millionen Euro in Ausbau

© Wirtschaftsagentur Burgenland

Neue Gästegruppen im Blick

Mit der Erweiterung verbindet das Hotel auch wirtschaftliche Ziele. Künftig sollen neben Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmern verstärkt Individual- und Freizeitgäste angesprochen werden. Geplant sind unter anderem Wein- und Genussangebote, Radpakete sowie Arrangements rund um Festspiele.

Davon soll auch die Region profitieren. Nach Angaben des Unternehmens bleiben die bestehenden 19 Arbeitsplätze erhalten, zusätzlich entstehen vier neue Stellen. Gleichzeitig setzt das Hotel weiterhin auf regionale Lieferantinnen und Lieferanten. Genannt werden unter anderem die Schafzucht Hautzinger in Tadten, Spargelproduzentinnen und Spargelproduzenten aus Illmitz sowie Anbieter von Seewinkler Zander aus Pamhagen.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sieht in dem Projekt einen Impuls für den Tourismusstandort Burgenland: „Mit dem Hotel Nationalpark haben wir einen innovativen Betrieb mit internationaler Perspektive, der einen echten Mehrwert für die Region schafft. Gerade im Bereich der Tourismuswirtschaft zeigt sich, wie wichtig es ist, Zukunftsinvestitionen am Standort zu ermöglichen und mit gezielter Förderung Wachstum zu unterstützen.“

Mit Abschluss der Arbeiten soll das Hotel Nationalpark Anfang Juli 2026 über insgesamt 64 Zimmer und 128 Betten verfügen. Für den Familienbetrieb markiert die Erweiterung damit nicht nur einen Ausbau der Kapazitäten, sondern auch den Aufbruch in eine neue Unternehmensphase.