Am vergangenen Wochenende standen in Neusiedl die Tätowiernadeln im Dienst des Tierschutzes. Rund 150 Personen ließen sich für den guten Zweck tätowieren.
Burgenland testet Pilz gegen Götterbaum
Invasiver Neophyt
Der Götterbaum breitet sich als invasiver Neophyt stark im Burgenland aus und verdrängt in sensiblen Schutzgebieten durch Beschattung und Konkurrenz heimische Pflanzenarten. Nun soll ihm Einhalt geboten werden.
Benedikt Rödlich (Landschaftsplegeverein), Alexander Mrkvicka (Landschaftspflegeverein), LH-Stv.in Haider-Wallner, Verena Kefer (BOKU), Benjamin Dauth (BOKU).
© Büro LH-Stv.in Haider-Wallner, CATERINA_HOFFMANN
te im Vorjahr die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) mit einem Forschungsprojekt zur biologischen Bekämpfung, das noch bis Ende Dezember läuft. Mit einem Gesamtbudget von knapp 50.000 Euro wird an drei Standorten im Bezirk Neusiedl untersucht, ob der Götterbaum mit dem biologischen Pflanzenschutzmittel „Ailantex“ gezielt zurückgedrängt werden kann und welche Auswirkungen das Mittel auf die umliegenden Pflanzen hat.
Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner informierte sich bei einem Lokalaugenschein in Zurndorf über die laufenden Untersuchungen. „Hier sieht man, wie schnell sich der Götterbaum ausbreiten kann. Gerade in unseren Schutzgebieten wollen wir deshalb genau hinschauen und wissenschaftlich prüfen, wie wir wirksam dagegen vorgehen können. Wenn die Beimpfung funktioniert und die Götterbaumpopulation zurückgeht, schaffen wir damit wieder Platz für heimische Pflanzen und mehr Artenvielfalt“, so Haider-Wallner.
„Ailantex“ nutzt den pflanzenpathogenen Pilz Verticillium nonalfalfae. Die gezielte Beimpfung des Götterbaums soll dessen Bestände mit geringem Aufwand effizient schwächen und zurückdrängen. Neben der Wirksamkeit wird im Rahmen des Projekts auch untersucht, wie sich der Pilz im jeweiligen Lebensraum verhält. Dazu werden Pflanzen- und Bodenproben genommen und der Sporen- beziehungsweise Pilzdruck ermittelt. Eine zentrale Forschungsfrage ist, ob der Pilz in anderen Pflanzen am Standort überdauern kann und wie lange er gegebenenfalls nachweisbar bleibt.
„Am Ende wollen wir gut belegen können, ob und unter welchen Bedingungen diese Methode für unsere Schutzgebiete geeignet ist, und ob sie Vorbild für andere Regionen und Bundesländer sein kann“, erklärt Haider-Wallner.
Untersucht wird am Neusiedler Tabor, im Naturschutzgebiet Zurndorfer Eichenwald sowie auf der Zurndorfer Hutweide. Neben dem Monitoring bereits behandelter Flächen werden aktuell auch Nachbeimpfungen umgesetzt und deren Auswirkungen geprüft. Die Erkenntnisse sind insbesondere für das Management geschützter Lebensräume wie der pannonischen Eichen-Hainbuchenwälder und Trockenrasen relevant und sollen zugleich für die allgemeine Naturschutz- und Forstpraxis nutzbar gemacht werden. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten im Burgenland.