Buchpräsentation: Weidenerinnen auf den Spuren des Walzerkönigs

Johann Strauss Sohn

Das Autorinnenduo Andrea Glatzer und Ingrid Schramm hat sich angesichts des 200. Geburtstags von Johann Strauss Sohn in Form eines Buchs eindringlich mit ihm beschäftigt.

Von Klaus Zwinger

Andrea Glatzer und Ingrid Schramm veröffentlichten mit „Johann Strauss – Die Ära des Donauwalzers“ ihr nunmehr viertes Buch zusammen.

Andrea Glatzer und Ingrid Schramm veröffentlichten mit „Johann Strauss – Die Ära des Donauwalzers“ ihr nunmehr viertes Buch zusammen.

© Klaus Zwinger

Die beiden Autorinnen Ingrid Schramm und Andrea Glatzer haben kürzlich ihr viertes gemeinsames Buch veröffentlicht. Nach „Pannonische Streifzüge“, „Die Schicksalsspur der Habsburger in Pannonien“ und „Pannonische Schicksalslinien“ lassen die beiden nun pünktlich zum Jubiläumsjahr, in dem Johann Strauss Sohn seinen 200sten Geburtstag gefeiert hätte, mit dem neuen Werk „Johann Strauss – Die Ära des Donauwalzers“ aufhorchen. Darin erzählen die beiden Damen in 20 Kapiteln mit weiteren Mitautoren abwechselnd auch intime Episoden aus dem Leben des Walzerkönigs.

„Wir wollen einfach Geschichten erzählen, die unterhalten und die jeder verstehen kann“, so das Autorinnenduo Schramm und Glatzer im Gespräch. Und unterhaltsam ist der Stoff auf alle Fälle: Während des Interviews mit der BVZ beschreiben die beiden begeistert, wie der junge Johann Strauss während des Rosenkriegs seiner Eltern entgegen des Wunsches des Vaters nicht Bankier sondern Musiker wurde. Das führte in der Folge selbstverständlich zu einem Konkurrenzkampf zwischen den beiden, was im Rückspiegel der Geschichte durchaus Unterhaltungspotenzial birgt. Auch die ambivalente Beziehung von Strauss zu Frauen wird in dem Buch genauer unter die Lupe genommen. Speziell seine drei Ehen werden konkret beleuchtet. Da waren die zu früh verstorbene Jetty Treffz, die auch seine Managerin war, die 25 Jahre jüngere Breslauer Sängerin Angelika Dittrich, die schließlich mit dem Direktor des Theaters an der Wien durchbrannte und zuletzt die Ehe zu Adele, die mit über 30 Jahren Altersunterschied ebenfalls wesentlich jünger war als Strauss.

Sie musste die Untreue ihrer Vorgängerin ausbaden - Strauss hat sie mehr oder minder über den Tod hinaus „zur Treue erpresst“: Hätte sie sich nach seinem Tod einen Liebhaber oder Ehemann gefunden, hätte sie laut seinem Testament alles verloren, was er ihr vermachte. Das war eine Bedingung, die in allen Dokumenten stand, die rund um die Ehe vereinbart wurde. Angefangen von Schenkungsverträgen, über das Testament und weitere letztwillige Verfügungen. Universalerbe war die Gesellschaft der Musikfreunde. Aber Adele erhielt alles, was in der Villa nicht niet- und nagelfest war. Ihr gehörten die Musikalien und auch die Tantiemen.

Interessierte können das Buch im Lesekistl Gols oder in der Buchhandlung Knotzer in Neusiedl am See erwerben.