Wolfgang Böck und die „größte Ehre, die ein Schauspieler haben kann“
Kammerschauspieler
Wolfgang Böck, Kobersdorf-Intendant und Wahl-Draßburger, erhielt den höchsten Titel verliehen, den es für Schauspieler in Österreich gibt.
ORF Burgenland-Direktor Werner Herics, der den Antrag auf Ernennung zum Kammerschauspiel eingebracht hat, Gattin Sonja Kremsner und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gratulierten zur höchsten Würde, die einem Schauspieler verliehen werden kann
© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl
Mit einem feierlichen Festakt wurde Wolfgang Böck, österreichische Schauspieler-Legende, Kobersdorf-Intendant und Publikumsliebling, zum Kammerschauspieler ernannt. Eigentlich verleiht diesen Titel der Bundespräsident, als dessen Vertretung übernahm im Eisenstädter Landhaus Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die Ehrung.
Seit 2003 ist Wolfgang Böck mit dem Burgenland verbunden, in diesem Jahr übernahm er die Schlossspiele Kobersdorf. Mit den 20 Inszenierungen, die unter Böcks Intendanz in Kobersdorf aufgeführt wurden - von „Lumpazivagabundus“ bis „Der Alpenkönig und der Menschenfeind“ - avancierten die Festspiele zum Fixpunkt im rot-goldenen Kultur-Kalender.
In den 20 Jahren unter deiner Intendanz verzeichneten die Festspiele eine beeindruckende Auslastung von 96 Prozent und lockten insgesamt 275.000 Gäste an. Das entspricht fast dem gesamten Burgenland. Andere Theater beneiden dich nicht nur um diese Zahlen, sondern auch um dein Ensemble. Laudator und Schauspiel-Kollege Nicolaus Hagg.

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Fast so oft wie sich Böck in seiner Ansprache nach der Verleihung bedankte, verwies er darauf, dass er angesichts der Ehrung „wirklich, wirklich nervös“ war. Zwei Frauen hob er in seiner Dankesrede besonders hervor: seine 97-jährige Mutter, „die sich heute sicher am meisten freut“, und seine Gattin Silvia Kremsner, die für Böck auch quasi die Brücke ins Burgenland war und „ohne die ich heute nicht hier wäre.“
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bezeichnete die Ernennung als „überfällig.“ Besonders in seiner Rolle als „Bockerer“ in Kobersdorf habe Böck ihn begeistert, nach dem großen Karl Merkatz sei nun er „der“ Bockerer. Der Kobersdorf-Intendant habe als Schauspieler nicht nur in großen Fußstapfen brilliert, sondern mit dem „Trautmann“ auch das Herz des ehemaligen Polizisten Doskozil, „sonst eigentlich kein großer Fan solcher Polizisten-Darstellungen“, gewonnen.

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Wie prägend Böck als Kriminalpolizist Trautmann war, untermalte der Landeshauptmann auch mit einer Anekdote von seinem letzten Treffen mit Landespolizeidirektor Martin Huber: „Als ich ihm beim Gehen vom heutigen Termin erzählte, meinte er: ,Lass den Kollegen schön grüßen!'“ Und: „Ich glaube, du wärst ein guter Kriminalbeamter geworden.“ Dieser Karriereweg stand für den Wahlburgenländer aber nie zur Wahl.
Ein Leben mit viel Mut und Erfolg
Böcks Vita ist geprägt von mutigen Schritten, die sich scheinbar allesamt bewährt haben. Der erste war sein frühzeitiger Abgang von der HTL - „wo ich wirklich nicht gerne war. Ich war auch nicht oft dort“, so Böck augenzwinkernd - um sich an der Schauspielschule Graz zu bewerben. Mit Erfolg, auch wenn er die Monologe erst kurzfristig einstudierte.
Von dort ging es für ihn in seine Wahlheimat nach Linz, 1987 dann der mutige Schritt vom Ensemble-Mitglied zum „freien Künstler“. Darauf folgte gleich der nächste mit der Gründung des Waldviertler Hoftheaters, „mitten im nirgendwo“, wie Hagg anmerkte. Und auch dieser Schritt erwies sich als goldrichtig.

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Zu nationalem Ruhm schaffte es der frischgebackene Kammerschauspieler schließlich durch die Zusammenarbeit mit Ernst Hinterberger, der Böck seinen Kriminalkommissar „Trautmann“ im Kaisermühlen Blues und im zehnteiligen Spin-Off schrieb. Der Rest ist österreichische Film- und Fernsehgeschichte.
Seine Laudatio beendete Hagg mit den Worten: „Wolfi, bitte spiel weiter!“ Damit sprach er wohl dem gesamten burgenländischen Kulturbetrieb aus der Seele.