Grillen, aber sicher! Mit diesen Tipps schmeckt's „unfallfrei“

Keine Stichflammen

Am langen Wochenende werden die Griller im Burgenland wieder glühen. Damit es zu keinen bösen Überraschungen - oder gar zu schweren Unfällen - kommt, geben Experten Tipps für den sicheren Griller-Einsatz. Wir haben die wichtigsten Punkte für euch zusammengefasst.

Von Wolfgang Millendorfer

Grillen, aber sicher! Mit diesen Tipps schmeckt's „unfallfrei“

© Shutterstock, Ivanko80, Ivanko80

Diese Zahlen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: 800 Verletzte gab es im vergangenen Jahr nach kleineren und großen Pannen beim Grillen, viele von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. 700 Menschen werden im Schnitt jährlich bei Grill-Unfällen verletzt, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), das immer wieder auch Tipps für Sicherheit im Alltag gibt.

Die meisten Verletztungen gibt es beim Grillen klarerweise durch Verbrennungen (59 Prozent waren es im Vorjahr), Stich- und Schnittverletzungen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen (31 Prozent aller Verletzungen). Scharfe Kanten bei der Reinigung des Geräts oder ein sogar beim Aufschneiden von Verpackungen - eine Wunde ist da keine Seltenheit. Denn die meisten Grill-Unfälle ereignen sich aufgrund von Ablenkung, Hektik oder Unachtsamkeit, gefolgt von Fehleinschätzung sowie Überforderung und Selbstüberschätzung.

Sie ist eine klassische Gefahrenquelle und wird meist durch ungeeignete Grillanzünder wie Benzin, Alkohol oder Spiritus hervorgerufen: die Stichflamme! Durch die Verwendung von diesen Brandbeschleunigern können sich explosionsartig meterhohe und weit über 1.000 Grad heiße Flammenwände entwickeln. Ebenso sind Stichflammen durch herabtropfende Marinade oder Öl in die Glut möglich.

„Grillanzünder sollten lieber aus festen Stoffen bestehen, etwa Trockenspiritus, Anzündriegel oder Zündwürfel“, rät der KFV mit Chefjurist Armin Kaltenegger. Auch Anzünd-Öle in Spezialflaschen, Grillpasten und elektrische Grillanzünder sind geeignet.

Griller sollten immer standfest stehen und nach dem Anzünden nicht mehr bewegt werden: Alleine die Außenwand kann über 300 Grad heiß werden. Am besten steht der Griller stabil auf einer ebenen Standfläche und windgeschützt, um zu verhindern, dass sich Rauch und Funken verteilen. „Ein fester Stand, eine definierte Griller-Zone und genügend Abstand zu brennbaren Materialien sind das A und O für ein sicheres Grillfest“, sagt KFV-Experte Kaltenegger.

Sind Kinder anwesend, sollten sie einerseits gut beaufsichtigt werden, zudem definiert man am besten eine sichere Spielzone in ausreichender Entfernung zum Griller. Aufgrund der kindlichen Faszination für Feuer und durch ihre Größe, mit dem Gesicht in Höhe der Hitzequelle, sind sie zusätzlich gefährdet und dürfen dem Griller nicht zu nahe kommen. Rund zehn Prozent der Verletzten, die nach Grill-Unfällen im Spital behandelt werden müssen, sind Kinder.

Beim Grillen sollte man auch an andere denken, die feuerpolizeilichen Vorschriften und Ruhezeiten (von 22 Uhr bis sechs Uhr Früh) beachten: „Der Nachbar wird sich wenig freuen, wenn es zu ihm qualmt oder sogar gefährlicher Funkenflug passiert“, warnt KFV-Chefjurist Armin Kaltenegger. Suchen Sie sich zum Grillen einen windgeschützten Ort und achten Sie darauf, den Lärm- und Geruchspegel einzuschränken.

In Wohnhausanlagen, aber auch in privaten Gärten kann eine andauernde Belästigung auch zur Vermietersache werden und sogar rechtliche Konsequenzen bringen, wenn Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten werden. Auf Balkonen oder mittelgroßen Terrassen sollte man lieber auf einen Elektrogrill zurückgreifen.

Zum Stichwort Brandgefahr: Schon ein Funke reicht aus, wenn er auf brennbare Materialien - wie Schilfmatten, Gartenmöbel mit Sitzpolstern, Zelte und Holz - trifft. Hier ist ebenfalls der ausreichende Abstand höchste Priorität. Ein Kübel Wasser, eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher sollte generell bereitgehalten werden. Es versteht sich auch von selbst, dass in Waldnähe nicht gegrillt werden sollte, in den meisten Fällen ist das ohnehin verboten.

Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt mit dem Griller oder bei einem Lagerfeuer alleine!

Legen Sie einen Sicherheitsabstandzum Griller von mindestens zwei bis drei Metern fest – eine Zone, die von Kindern nicht betreten werden darf. Bei Kleinkindern hilft bei Bedarf eine Absperrung, zum Beispiel mit einem Seil.

Platzieren Sie Spiele für Kinder außerhalb dieses Bereichs. Ball-, Wurf- oder Laufspiele sind in der Nähe des Feuers tabu! Bedenken Sie außerdem: Kinder sind durch ihre Größe besonders gefährdet, sich Gesicht, Hals und Brust schwer zu verbrennen. Zudem verleiten Flüssigkeiten Kinder zum Trinken.

Verwenden Sie zum Anfeuern niemals flüssige Brandbeschleunigerwie Benzin, Alkohol oder Spiritus! In diesem Fall bildet sich ein gefährliches Luft-Gas-Gemisch über der Kohle, welches sich explosionsartig entzünden und blitzartig zu meterhohen Flammen führen kann.

Verwahren Sie Streichhölzer, flüssige Anzünder oder Feuerzug außerhalb der Reichweite der Kinderauf.

Legen Sie Grillgut auf Grillschalen, z.B. aus emailliertem Metall, damit sich heraustropfendes Fett nicht entzünden kann.

Löschen Sie nach dem Grillen die Glut und lassen sie diese samt Griller noch vollständig auskühlen.Glut ist unter der Asche noch viele Stunden extrem heiß. Den Grill deshalb auch dann noch stets im Auge behalten und Kinder nicht alleine damit lassen – auch, wenn der Grill schon Stunden aus ist.