Wartezeit in Klinik kinderleicht gemacht: Papierspiel gegen Langeweile

Klinik Oberwart

Ein kreatives Projekt in der Klinik Oberwart soll Kindern die Wartezeit erleichtern – ganz ohne digitale Medien. Sie werden dabei selbst zu kleinen Ärzten, die Tiere heilen müssen.

Von BVZ Redaktion

Bunte Illustrationen des Künstlers Alexander Fuehrer tragen das Ihrige zu einem ansprechenden Spielmaterial bei.

Bunte Illustrationen des Künstlers Alexander Fuehrer tragen das Ihrige zu einem ansprechenden Spielmaterial bei.

© Gesundheit Burgenland

Warten im Krankenhaus fällt selbst Erwachsenen oft schwer – für Kinder ist es meist noch schwieriger. Um jungen Patientinnen und Patienten die Zeit auf der Kinderstation und in der Kinderambulanz der Klinik Oberwart angenehmer zu gestalten, sorgt nun ein kindgerechtes Papierspiel für Abwechslung – ganz bewusst ohne Bildschirm und digitale Medien.

Das neue Spiel wird den Kindern in einem kleinen Kuvert überreicht und bietet gleich drei verschiedene Spielvarianten, die bereits ab vier Jahren geeignet sind und zum Mitmachen, Entdecken und gemeinsamen Spielen einladen. Im Mittelpunkt stehen kranke Tiere, die von den Kindern geheilt werden sollen: Durch gezogene Kärtchen müssen die passenden Untersuchungen oder Behandlungen richtig zugeordnet werden. So wird auf spielerische Weise nicht nur die Wartezeit verkürzt, sondern auch das Thema Medizin kindgerecht vermittelt.

Besonderen Wiedererkennungswert haben die bunten Illustrationen des Künstlers Alexander Fuehrer. Er gestaltete bereits die farbenfrohe Wandgestaltung rund um das beliebte Chamäleon Burgi auf der Kinderstation. Auch im neuen Papierspiel taucht Burgi wieder auf und begleitet die Kinder durch die verschiedenen Aufgaben und Abenteuer.

Initiiert wurde das Projekt vom Oberösterreicher Michael Zelenka, Gründer einer innovativen Papierspieleplattform. Die Spiele werden vollständig in Österreich produziert und bestehen zu 100 Prozent aus Papier. Damit verbindet das Projekt Unterhaltung, Nachhaltigkeit und Regionalität.

Primarius Dr. Ernst Prethaler, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde der Klinik Oberwart, freut sich über diese Initiative als Teil der Sensibilisierung, digitale Medien bei Kindern sehr zurückhaltend und differenziert einzusetzen, wie es auch im Rahmen der Aktion und in der neuen Broschüre „Bildschirmfrei von Null bis Drei“ des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz empfohlen wird.

„Wir müssen Kinder und Jugendliche, vor allem in Hinblick auf die Prävention von Adipositas und psychosomatischen Erkrankungen, in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbstwahrnehmung stärken, wozu ein kreativer Ansatz mit pädagogisch und didaktisch hochwertigen Spielmaterialien grundlegend ist. Die alltäglichen Kommunikationswege unserer pflegerischen und ärztlichen Maßnahmen sind auf eine proaktive Interaktion zwischen Eltern und Kindern ausgerichtet – solche Spiele stärken genau diesen Austausch“, sagt Prim. Prethaler.

In einer Zeit, in der Tablets und Smartphones oft ständige Begleiter sind, setzt das Papierspiel bewusst auf gemeinsames Spielen, Fantasie und den persönlichen Umgang miteinander – zwischen Eltern und Kind. Auf der Kinderstation und in der Kinderambulanz sorgt das Spiel jedenfalls für neugierig-interessierte Blicke und ist somit eine willkommene Ablenkung vom oft aufregenden und ungewissen Klinikaufenthalt für die jüngsten Patientinnen und Patienten.