Keine Angst vorm Gurkerl!

Knackige Buchpräsentation

Das Buch zum Bachmannpreis: „Das Gurkerl“ von Johanna Sebauer gibt's jetzt zum Nachlesen. Bei der allerersten Präsentation im Literaturhaus Mattersburg gab's Geschichten rund ums Buch ... und Gurkerln, natürlich.

Von Wolfgang Millendorfer

Gurkerlfest mit Lesung im Literatur-Talk. Autorin Johanna Sebauer (r.) plauderte mit Literaturhaus-Leiterin Barbara Mayer auch entspannt über große Preise und große Themen.

Gurkerlfest mit Lesung im Literatur-Talk. Autorin Johanna Sebauer (r.) plauderte mit Literaturhaus-Leiterin Barbara Mayer auch entspannt über große Preise und große Themen.

© Wolfgang Millendorfer

Gurkerl hier, Gurkerl da - man kann nur ahnen, wie oft Johanna Sebauer das sonst eher unauffällige Wörtchen seit ihrem zweifachen Preis bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur (beim Bachmannpreis in Klagenfurt) gehört hat. Zwei Jahre ist das her, und jetzt steigt die Gurkerl-Frequenz wieder ordentlich an: Das Buch ist vor wenigen Tagen erschienen und will gelesen werden!

Die Erstpräsentation wurde im Literaturhaus Mattersburg als Heimspiel und Gurkerlfest gefeiert. Nicht einmal einen Kilometer entfernt von der Gurkerlzentrale: Felix Austria hat den Lese-Abend mit besonders schönen Exemplaren in besonders großen Gläsern versorgt. Am Ende war alles weg, vor allem auch alle gedruckten Exemplare. Nachschub folgt dieser Tage in den Buchhandlungen.

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Keine Angst vorm Gurkerl!

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Keine Angst vorm Gurkerl!

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Keine Angst vorm Gurkerl!

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Wir erinnern uns: „Das Gurkerl“ fand beim Bachmannpreis 2024 bei Publikum wie Jury gleichermaßen Anklang. Die Geschichte ist schnell erzählt, und doch geht es schnell in die Tiefe. Lokalreporter Pertak kriegt beim Abbeißen einen Spritzer Essigwasser ins Auge, ärgert sich und tritt einen Sturm der Empörung los.

Preisverdächtig ist auch, wie der Text jetzt zwischen zwei Buchdeckel gepackt wurde - mit Liebe zum Detail und mit starken Illustrationen von Nikolaus Heidelbach. Die Freude merkte man Johanna Sebauer bei der Präsentation in Mattersburg an, und Literaturhaus-Leiterin Barbara Mayer konnte sich mit ihrem Team über ein volles Haus freuen.

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Letztlich sei „Das Gurkerl“ ein politischer Text, sagte Mayer im Gespräch mit der Autorin, und diese widersprach nicht. Entstanden ist die Geschichte in den Corona-Jahren, als sich die Diskussionen verändert haben, vor allem auch, weil sie fast ausschließlich online geführt wurden: „Man hat dabei zusehen können, wie Debatten extrem und extrem schnell eskalieren. Man wollte das letzte Wort haben, und gleichzeitig ist mir vorgekommen, als würde man sich absichtlich missverstehen.“

Eine Dynamik, die uns bis heute nicht losgelassen hat. Sebauer selbst hält sich aus den Social-Media-Wortgefechten lieber raus, aber ihre Meinung kann man nachlesen. Die Stimmung hat sie eingefangen mit dem fiktiven Streit um die Gefahr, die vom Gurkerl ausgeht.

Aber wie kommt man aus dieser Endlos-Debatte wieder raus? Vielleicht am Stammtisch (den man als Begriff auch gleich entstauben könnte, meint Sebauer): „Wenn man jemandem persönlich gegenübersitzt, versucht man doch eher, das Verbindende zu sehen und auch zu suchen.“

Keine Angst vorm Gurkerl!

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Und warum eigentlich ein Gurkerl? „Das war auf einmal da“, lachte Sebauer beim Literaturhaus-Talk, darüber zu schreiben begonnen habe sie im Flugzeug, zur Ablenkung. „Für mich war's einfach ein Gurkerl.“ Und die Lokalredaktion als Schauplatz der Handlung ... das könnte auch von einem frühen Praktikum bei der BVZ herrühren.

Mit Humor und scharfem Blick wollte sie gerade diese Geschichte nach Klagenfurt mitnehmen, als Juror Klaus Kastberger sie damals zum Wettlesen eingeladen hatte, erzählte Sebauer: „Ich wollte einen Text, mit dem ich mich so wohl wie möglich fühle. Denn wenn's schief geht, dann kann der Bachmannpreis schon auch eine Tortur sein.“

Keine Angst vorm Gurkerl!

© Wolfgang Millendorfer

Das Gegenteil war der Fall, der Erfolg hallt bis heute nach. „Das Gurkerl“ ist auch ein kleiner Vorgeschmack auf das nächste große Ding: Am 14. Juli erscheint Johanna Sebauers zweiter Roman - „Popóm“. Im Herbst bringen die Burgenländischen Kulturzentren ihr „Nincshof“ auf die Bühne. Es gibt noch so viel zu erzählen.