Spitzmüller pausiert wegen Erkrankung: „Bald komm ich gesund zurück!“

Knochenmarks-Behandlung

Grünen-Klubobmann Wolfgang Spitzmüller muss sich einer Knochenmarks-Therapie unterziehen und will gegen Jahresende wieder fit sein. Im Landtag übernimmt Margit Paul-Kientzl seine Position, auf den freien Sitz rückt Philip Juranich nach. Spitzmüller ist trotz bevorstehender Behandlung positiv gestimmt: „Die Chance auf eine vollständige Genesung ist sehr hoch.“

Von Wolfgang Millendorfer

Wechsel auf Zeit. Wolfgang Spitzmüller (M.) übergibt als Klubobmann im Frühling an Margit Paul-Kientzl; Philip Juranich rückt auf das freiwerdende Mandat nach.

Wechsel auf Zeit. Wolfgang Spitzmüller (M.) übergibt als Klubobmann im Frühling an Margit Paul-Kientzl; Philip Juranich rückt auf das freiwerdende Mandat nach.

© Wolfgang Millendorfer

Die Behandlung, die Wolfgang Spitzmüller im Frühjahr beginnen wird, ist intensiv, daher zieht er sich aus der Politik vorerst zurück. Schon zur Pandemiezeit hatte Spitzmüller die Diagnose MDS offen angesprochen. Das Myelodysplastische Syndrom ist eine Knochenmarks-Erkrankung, die unbehandelt in eine Leukämie übergehen kann. Dass er die seltene Erkrankung im Zuge einer Blutspende entdeckt hat und auch rechtzeitig mit den Behandlungen beginnen kann, sei „Glück im Unglück“, sagt Spitzmüller.

Ab April wird er sich aus dem Landtag zurückziehen, die Genesungs-Chancen seien sehr hoch. Daher erfolgt zunächst eine Chemotherapie und danach eine Stammzelltransplantation. Der Eingriff ist mit einem sechswöchigen Spitalsaufenthalt im Isolierzimmer und strenger Schonung danach verbunden. Sich unter Menschen zu mischen und im Team zu arbeiten, das sei aufgrund des geschwächten Immunsystems nicht möglich. Aber: „Mein Plan für Ende 2026: Gesund werden und wieder zurückkommen!“, sagt Spitzmüller.

Die Universitätsklinik Graz, wo sich Spitzmüller den Behandlungen unterzieht, führe solche Stammzellen-Transplationen bis zu 100 Mal im Jahr durch, sagt Spitzmüller. Zwei Spender haben sich schon gefunden.

Spitzmüller pausiert wegen Erkrankung: „Bald komm ich gesund zurück!“

© Wolfgang Millendorfer

Die Arbeit an der Spitze des grünen Landtagsklubs übergibt der langjährige Abgeordnete, der seit einem Jahr Klubchef ist, an Margit Paul-Kientzl. Das freiwerdende Mandat geht an den bisherigen Pressesprecher Philip Juranich. Er ist auch Stellvertreter von Landessprecherin Anja Haider-Wallner und stand bei der Landtagswahl auf Platz vier der grünen Liste. Spitzmüllers Gemeinderats-Mandat in Oberschützen wird für die Dauer der Genesung ruhend gestellt.

Die Arbeit und grüne Linie werde man konsequent weiterverfolgen, sagte das neue Landtags-Duo; Wolfgang Spitzmüller wünschen Paul-Kientzl und Juranich eine schnelle Genesung und Rückkehr. Sowohl menschlich, als auch politisch bezeichnen sie ihren Klubobmann als Vorbild, „entsprechend stark wird er uns fehlen“.

Die Zeit zur Genesung wird sich Spitzmüller nehmen, und nicht zu früh zurückzukehren, das sei ein wichtiger Punkt. Aber er habe nie überlegt, die Politik ganz aufzugeben. Seine Blutwerte seien zwar verschlechtert, er fühle sich aber fit und zuversichtlich, „mit guten Startbedingungen zur Behandlung“, wie es auch von medizinischer Seite heißt. Diese positive Stimmung strahlt Wolfgang Spitzmüller aus: „I'll be back!“