Abschied vom alten Krankenhaus Oberwart

Krankenhaus-Abbruch

Drei Jahre dauerte das Verfahren, bis das Bundesdenkmalamt entschied, dass das alte Krankenhaus in Oberwart nicht schützenswert ist. Ein Abbruch stand erstmals im November 2024 im Raum. Nun ist der Abriss auch von außen hin sichtbar.

Von Bertie Unger

Zuerst wurden das Parkdeck und der Zugangsbereich abgetragen, erst danach folgt das Gebäude.

Zuerst wurden das Parkdeck und der Zugangsbereich abgetragen, erst danach folgt das Gebäude.

© Bertie Unger

Drei Jahre lang wurde geprüft, diskutiert und abgewogen, dann war der Weg für den Abbruch des alten Krankenhauses in Oberwart frei. Im Innenbereich laufen die Abbrucharbeiten schon seit Monaten, nun ist der Abriss erstmals auch im Außenbereich sichtbar.

Der Garagenbauteil/Parkdeck, der Hauptzugang und die vorgelagerten Terrassenbauwerke wurden bereits abgebrochen. Aktuell wurde mit dem Abbruch des Nord-West-Traktes begonnen. Der maschinelle Abbruch wird bis zum 4. Quartal 2026 dauern, am Ende erfolgen noch Verfüllungs- und Aufschüttungsarbeiten, sowie Rekultivierungsmaßnahmen.

Insgesamt rechnet man mit rund 100.000 Tonnen Abbruchmaterial. Ein Großteil davon soll wiederverwertet werden. Bis zu 96.000 Tonnen könnten als Sekundärrohstoffe erneut zum Einsatz kommen. Metalle wie Kupfer, Stahl und Eisen werden dem Schrottkreislauf zugeführt. Ziegel- und Betonmaterial wird für die Geländeauffüllung genutzt. Ziel ist es, Transportwege zu reduzieren und Belastungen durch Lärm und Staub möglichst gering zu halten. Gleichzeitig werden die Vorgaben des Abfallwirtschaftsgesetzes, der Baurestmassenverordnung sowie des Arbeitnehmerschutzes berücksichtigt.

Mit dem Abbruch verliert Oberwart ein Gebäude, das tief mit der Geschichte der Stadt verbunden war. Beschlossen wurde das Krankenhausprojekt 1976, eröffnet wurde es 1981 von Landeshauptmann Theodor Kery und Bundespräsident Rudolf Kirchschläger. In den folgenden Jahrzehnten prägte das Haus die medizinische Versorgung der Region. Erweiterungen folgten 1985 und 1993. Ab den 2000er-Jahren wurde jedoch zunehmend deutlich, dass die baulichen Möglichkeiten ausgeschöpft waren.

2014 fiel dann die Entscheidung für einen Neubau. Der Spatenstich der neuen Klinik in Oberwart erfolgte 2020, Ende 2023 wurde das neue Krankenhaus fertiggestellt, im Juni 2024 offiziell eröffnet. Mit Baukosten von rund 180 Millionen Euro blieb das Projekt deutlich unter dem ursprünglich veranschlagten Budget von 235 Millionen Euro. Und die neue Klinik Oberwart steht auch sinnbildlich für den Übergang von der Krankenhausarchitektur der 1980er-Jahre hin zu einer modernen Klinik, die heute das Zentrum der Gesundheitsversorgung im Südburgenland bildet.

Was die Nutzung des freiwerdenden Areals betrifft, werden verschiedene Nachnutzungskonzepte geprüft. Dabei geht es um eine Erweiterung der neuen Klinik Oberwart, den Bau eines „Maggie ´s Centre“, wo Krebspatient:innen in angenehmer Atmosphäre Hilfsangebote zur Verfügung stehen, und langfristig um die mögliche Ansiedlung der Medizin-Universität Burgenland.