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Rechnitz: Neues Mahnmal gegen das Vergessen
Kreuzstadl
Beim Kreuzstadl in Rechnitz fand die traditionelle Gedenkfeier für die Opfer des Südostwallbaus statt. Ein neues Mahnmal beim sogenannten „Schlachthaus“ wurde enthüllt. Die Suche nach dem Massengrab soll weiter gehen.
Die Kranzniederlegung beim Kreuzstadl ist nicht nur ein Akt des Gedenkens, sondern auch des Mahnens. Foto: M Unger
© M Unger, Mario Unger
Die Initiative RE.F.U.G.I.U.S. mahnt und erinnert mit regelmässigen Veranstaltungen an das Massaker von Rechnitz. Bei der Gedenkfeier, an der auch Justizministerin Anna Sporrer, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Landesrat Leonhard Schneemann teilnahmen, wurde ein neues Mahnmal beim sogenannten „Schlachthaus“ enthüllt. Das von Künstler Wolfgang Horwath gestaltete Denkmal öffnet symbolisch ein „Fenster in die Vergangenheit“. Beim „Schlachthaus“ wurden 18 Zwangsarbeiter ermordet.
„Wir dürfen es nicht bei pflichtgemäßen Betroffenheitsritualen belassen. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen“, mahnte Landesrat Leonhard Schneemann in seiner Rede, Klaus Maria Brandauer trug Gedichte von Miklós Radnótivo, der während des Holocaust ums Leben kam und als einer der größten ungarischen Lyriker des 20. Jahrhunderts galt. Weitere Vortragende bei der Gedenkfeier waren Paul Gulda, Vorsitzender der Gedenkinitiative RE.F.U.G.I.U.S., Oberkantor Shmuel Barzilai (Israelitische Kultusgemeinde in Wien) sowie Vertreter:innen der Israelitischen Kultusgemeinden Zalaegerszeg und Szombathely aus Ungarn.
Die Suche nach dem Massengrab der in der Nacht auf 25. März 1945 von NS-Funktionären erschossenen 180 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter soll hingegen weitergehen. Darin sind sich die Initiative RE.F.U.G.I.U.S und das Land Burgenland einig. Das Land hat dafür eine Task Force gegründet, die noch einmal die vorhandenen Daten durchforstet. „Das Thema wird nicht zu den Akten gelegt“, sagte RE.F.U.G.I.U.S-Vorsitzender Paul Gulda zur APA.
Nach den Gräbern wird schon seit 1969 mit verschiedensten Methoden gesucht, gefunden wurden sie bis dato aber nicht. Das Bundesdenkmalamt hatte seine Suche 2021 mit der Begründung eingestellt, dass alle verfügbaren Quellen überprüft worden seien. Das Grab wird im Umfeld des Kreuzstadls vermutet.
Schon am Samstag ging es bei einer Tagung um das Thema „Rechtsruck in Europa: Warum sind rechte Parteien so erfolgreich?“
© M Unger, Mario Unger