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Job für Ehemann der Amtsfrau spaltet Gemeindepolitik
ÖVP auf Barrikaden
Seit 1. Oktober 2026 ist der Ehemann der Steinbrunner Amtsfrau bei der Gemeinde beschäftigt. Für die ÖVP hat das eine "ethisch-moralische Dimension".
Dunkle Wolken über Steinbrunn: Eine aktuelle Personalangelegenheit sorgt für Unfrieden.
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Bei der Gemeinderatssitzung Ende September 2026 stand in Steinbrunn eine brisante Personalangelegenheit auf der Tagesordnung: Eine freie Stelle im Außendienst wurde an den Ehemann der Amtsfrau vergeben.
Die SPÖ (14 Sitze) stimmte dafür, die ÖVP (acht Sitze) dagegen. Mit 1. Oktober hatte der Kandidat den Job, kurz zuvor holte die Gemeinde noch eine Stellungnahme der Gemeindeaufsicht des Landes ein. "Grundsätzlich sieht die Abteilung 2 des Landes kein Problem, gewisse Weisungsketten sind einzuhalten", sagt Bürgermeisterin Isabella Radatz-Grauszer, SPÖ.
Vizebürgermeister Franz Niklesz hält die Personalsache für einen "rechtlichen Grenzfall".
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"Rechtlich ist es ein Grenzfall", sagt Vizebürgermeister Franz Niklesz, ÖVP. Das burgenländische Gemeindebedienstetengesetz sieht Einschränkungen vor, wenn Angehörige von Mitarbeitern beschäftigt werden. Insbesondere das Weisungs- und Kontrollverhältnis ist sensibel. Das Gesetz legt allerdings auch fest, dass der Gemeinderat Ausnahmen genehmigen kann.
"Ich finde, es ist ethisch-moralisch ein Wahnsinn", kritisiert Franz Niklesz. "Dass man die Verwandtschaft der SPÖ da einsetzt, das ist verwerflich."
Bürgermeisterin Isabella Radatz-Grauszer hält den neuen Mitarbeiter für bestens qualifiziert.
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"Die ÖVP mutmaßt Freunderlwirtschaft, mir war es aber immer ein großes Anliegen, die bestqualifizierten Bewerber in der Gemeindearbeit zu haben", erwidert die Bürgermeisterin. Die Amtsfrau sei zwar Vorgesetzte aller Beschäftigten in der Gemeinde, jedoch sei der Seeverwalter der direkte Ansprechpartner für ihren Ehemann, der für die Arbeit am Steinbrunner See eingestellt worden sei.
"Alle Posten werden öffentlich ausgeschrieben und es gibt die Möglichkeit, sich zu bewerben", sagt Isabella Radatz-Grauszer. Der Mann der Amtsfrau sei bestens qualifiziert und passe hervorragend ins Team. Außerdem sei er in der Saison 2021 bereits als Aushilfskraft für die Gemeinde tätig gewesen - also in einer Zeit, als die Gemeindegeschäfte noch von ÖVP-Bürgermeister Thomas Kittelmann und derselben Amtsfrau wie heute geführt wurden.
ÖVP überlegt weitere Schritte
Die ÖVP überlegt weitere Schritte. "Wir schauen uns die Stellungnahme der Aufsichtsbehörde an. Wir könnten eine Aufsichtsbeschwerde machen und unter Umständen zum Landesverwaltungsgericht gehen", sagt Vizebürgermeister Franz Niklesz.
Die aktuelle Personalangelegenheit habe "eine Vorgeschichte": "Auch der Bruder der Bürgermeisterin wurde eingestellt und der Ehemann der SPÖ-Vorsitzenden", kritisiert Franz Niklesz.
"Ich finde es schade, dass man diese Dinge aufs Tapet bringt", bedauert die Bürgermeisterin. "Sie haben alle nichts angestellt", sagt sie. Mit der ÖVP sei immer "wertschätzend umgegangen worden", das gute Verhältnis sei jetzt "etwas angekratzt".
"Wir sind bei vielen Entscheidungen dafür, machen keine Fundamentalopposition", sagt Franz Niklesz. "Wir sind hart in der Sache und fair im Umgang. Auch bei dieser Angelegenheit war die Diskussion sachlich. Wir sind überstimmt worden."