Ein Autor, ein Liedermacher, ein Weihnachtslied im Werkzeug-G'schäft

Kristoff spielt Hofer

„Christkindl moch, dass mi die Hackler ned hossn“ - so heißt die erste gemeinsame Veröffentlichung von Kristoff Jarmer und Thomas Hofer. Der Musiker und der Texter bringen uns ein Weihnachtslied, das gar keines sein will und trotzdem Freude macht. Das Video zum Song wurde beim Werkzeughändler Pingitzer in Mattersburg gedreht.

Von BVZ-Redaktion

Kristoff spielt Hofer. Liedermacher Christoph Jarmer und Autor Thomas Hofer (v.l.) beim Pingitzer.

Kristoff spielt Hofer. Liedermacher Christoph Jarmer und Autor Thomas Hofer (v.l.) beim Pingitzer.

© Christoph Karl Izmenyi

Kitsch spielt in diesem Weihnachtssong keine Rolle, aber geradezu kitschig ist die Kulisse für all jene, die Werkzeuge, Rasenmäher, Schrauben und die Atmosphäre eines 70 Jahre alten Traditions-Geschäftes zu schätzen wissen. Eigentlich geht's im Lied ja um einen Wunsch, den Autor Thomas Hofer in aller Dringlichkeit beim Namen nennt: „Christkindl moch, dass mi die Hackler ned hossn“, so heißt das „Weihnachts-Lamento“, das Liedermacher Kristoff vertont und eingesungen hat.

Das Ergebnis ist erfrischend und wärmt mit Ohrwurm-Melodie in der kalten Jahreszeit. Passend zur Thematik wurde vor Kurzem das Video zum Lied von Philipp Renisch („house of phire films“) beim Pingitzer in Mattersburg abgedreht, im Werkzeug-Geschäft zwischen Sammlerstücken, alten und neuen Maschinen, mit Darstellern aus dem echten Leben: Werner Kopp wird im Video zum Hauptdarsteller, Patrick und Andreas Pingitzer sind im Hintergrund auch mit dabei.

Im Text erzählt Thomas Hofer von einer Art Urangst und dem Ringen nach Anerkennung, wenn ein Handwerker in seiner Wohnung was richtet. Da fühle er sich „seit jeher hoffnungslos unterlegen“, lässt Hofer tief blicken: „Weil ich unter einem Geburtsfehler leide und mit zwei Linken auf die Welt gekommen bin. Meistens geniere ich mich sogar ein bisschen, weil mir diese Spezies haushoch überlegen ist. Diese Unsicherheit, um nicht zu sagen diesen Komplex, habe ich dann versucht, im Lied zu verarbeiten.“

Christoph „Kristoff“ Jarmer hat gleich gespürt, wo der Text hinwill, sagt er: „Ich kann das verstehen, obwohl ich mir meine Gartenhecke schon noch selber schneide. Die Idee, ein Lamento als Weihnachtslied zu tarnen und es als frommen Wunsch zu artikulieren, so etwas taugt mir.“ Fertig war die Zusammenarbeit, besser gesagt: das erste offizielle Lied, das sich gerade ordentlich über Social Media verbreitet.

Gemeinsame Lieder haben Kristoff und Hofer nämlich bereits einige im Kasten. Live hat man sie beim Projekt „Ollahaund-Suppm“ oder bei der Buchpräsentation von Hofers zweitem Erzählband „Fuck, Oida!“ gehört. Witz und Melancholie, Alltags-Poesie und das gesprochene Wort liegen da eng beisammen, die schlauen und direkten Texte passen zur ungekünstelten Musik wie die „Faust aufs Aug“, so würden's die beiden wohl sagen.

Spannend auch, dass sich die Video-Premiere und der Debütsong gerade um die stille Zeit drehen, und dass dann irgendwie doch wieder eine andere Richtung eingeschlagen wird. Kristoff ist kein Fan von Weihnachtsliedern, daraus macht er kein Geheimnis. Dass ausgerechnet von ihm der Wunsch kam, ein solches aufzunehmen, verwunderte Thomas Hofer zunächst, wie er erzählt.

Mit ihrem Wunsch ans Christkind haben die beiden einen überaus charmanten Weg gefunden, beides abzuliefern, eben ein Weihnachtslied, das irgendwie keines ist und irgendwie doch die Wärme des alten Holzofens verströmt, der beim Pingitzer im Eck steht.