Rattersdorfer Ehepaar feierte 75. Hochzeitstag

Kronjuwelenhochzeit

Wenn Liebe Generationen überdauert, dann trifft das auf Ernst und Maria Warlits mehr als zu. Vor genau 75 Jahren, am 21. Jänner 1951, gaben sich die beiden in Rattersdorf das Jawort. Vergangenen Samstag wurde diese außergewöhnliche Kronjuwelenhochzeit im engsten Kreis gewürdigt. Gleichzeitig blickten sie auf ein Leben voller Erfüllung und Freude, aber auch auf Jahre, die von Rückschlägen geprägt waren, zurück.

Von Nadine Wiedemann

Vizebürgermeister Stefan Rabel, Ortsvorsteher Martin Reiter, Landtagsabgeordneter Jürgen Karall und Bürgermeister Herbert Schedl kamen, um Ernst und Maria Warlits zu gratulieren.

Vizebürgermeister Stefan Rabel, Ortsvorsteher Martin Reiter, Landtagsabgeordneter Jürgen Karall und Bürgermeister Herbert Schedl kamen, um Ernst und Maria Warlits zu gratulieren.

© Nadine Wiedemann

Kennengelernt haben sich Maria und Ernst bereits in jungen Jahren. Beide wuchsen in Rattersdorf auf und besuchten dort gemeinsam die Volksschule, ehe sie ihre weiterführende Schulzeit in Liebing absolvierten. Allerdings entwickelte sich erst im Jahr 1948 aus der gemeinsamen Aufgabe als Firmpatin und Firmpate eine persönliche Nähe, die schließlich in romantischen Gefühlen mündete.

Nach drei Jahren Partnerschaft folgte im Jahr 1951 die Hochzeit. Ganz bodenständig fand diese im eigenen Haus statt. Dafür wurde die größte Stube ausgeräumt, um dort zu kochen, zu feiern und zu tanzen. Von diesem Tag an wuchs die Verbundenheit des Paares stetig weiter und hält bis heute an.

Maria Warlits, geborene Markovits, wurde am 31. Jänner 1929 geboren und wuchs mit ihren Eltern und einem Bruder auf. Die Familie betrieb eine kleine Landwirtschaft, in der sie von klein auf mithalf. Ihr Bruder Rudi fiel bereits in jungen Jahren im Krieg. Ernst Warlits, geboren am 27. März 1929, verlor im Alter von drei Jahren seinen Vater.

Mit 14 Jahren begann Ernst 1943 eine Lehre zum Schlosser in Wien. Später absolvierte er eine vormilitärische Ausbildung. Den Kriegsdienst musste er jedoch glücklicherweise nie antreten. Über Jahrzehnte führte das Ehepaar die Landwirtschaft von Marias Eltern, während Ernst seiner Arbeit als Schlosser nachging.

Oft pendelte er von Wien am Wochenende nach Hause, um bei seiner Liebsten zu sein, denn Familie stand für ihn jeher an erster Stelle. Im Jahr 1957 wurde schließlich Sohn Rudolf geboren, sechs Jahre später krönte Tochter Ernestine das Familienglück. Zu dieser Zeit war Ernst bereits beim Unternehmen Pop in Lockenhaus beschäftigt.

Tiefe Spuren hinterließ der Verlust des Sohnes Rudolf und dessen Gattin im Jahr 2023. Beide verstarben im Abstand von zwei Monaten an Lymphdrüsenkrebs. Trotz harter Arbeit und schwerer Schicksalsschläge stand der Zusammenhalt immer im Zentrum. So engagierte sich Ernst über Jahre in zahlreichen Vereinen. Er war Mitbegründer des Sportvereins sowie Hauptmann-Stellvertreter der Feuerwehr. Ziel des Ehepaares war es stets, den Kindern all das zu ermöglichen, was ihnen selbst oft verwehrt geblieben war.

Heute sind Maria und Ernst stolze Großeltern von drei Enkelkindern und haben sechs Urenkel, zu denen ein besonders enges Verhältnis besteht. Selbst im hohen Alter legen sie großen Wert auf geistige Fitness und möglichst viel Selbstständigkeit. „Immer aufwärts streben“, bringt Ernst ihre gemeinsame Lebenshaltung auf den Punkt. Bis zum 80. Lebensjahr bewirtschafteten sie den Hof, mit knapp 90 Jahren legte Ernst seinen Führerschein zurück.

Für beide gab es stets nur ein „Wir“, geprägt von Rücksichtnahme, gegenseitiger Unterstützung und dem festen Willen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Eine große Stütze ist dabei Tochter Ernestine, die ihre Eltern liebevoll pflegt.

Marias und Ernsts Geheimtipp für eine erwiesener Maßen lange und glückliche Ehe lautet: Aufgaben teilen, Erfolge gemeinsam feiern, Rückschläge zusammen durchstehen und niemals vergessen, an einem Strang zu ziehen. Dabei sind Hindernisse da, um überwunden zu werden und das persönliche Streben, der Schrei nach mehr, sollte niemals verstummen.