Erstmals war Raiding am vergangenen Wochenende Austragungsort der offenen burgenländischen Schach-Landesmeisterschaft und der Senioren-Landesmeisterschaft. Von Freitag bis Montag traten 40 Teilnehmer im Wettkampf gegeneinander an. In sieben Runden wurden die Landesmeistertitel ausgespielt. Das Teilnehmerfeld war dabei breit gefächert: Der jüngste Spieler war sieben Jahre alt, der älteste 88. Auch ein Teilnehmer aus Australien war mit dabei.
Kunst im ehemaligen Förderturm im Ritzinger Helenenschacht
Kunstausstellung
Der Kunstförderturm am Helenenschacht bietet sowohl Ausstellungsräumlichkeiten, ein Atelier, einen Skulpturenpark als auch Wohnfläche.
András Bodi, Silvia Bodi, Silvia Artner und Ernst Richter leben ihr Hobby und lieben trotzdem ihre jeweiligen Berufe.
© Nadine Wiedemann
Bereits beim Betreten des beeindruckenden Bauwerks erwartete die Besucherinnen und Besucher vor Kurzem nicht nur eine atemberaubende Ausstellung, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte. Im Foyer des ehemaligen Förderturmes mit drunterliegendem Bergwerk ragt der größte Kachelofen des Burgenlands empor. Dieser wurde im Auftrag des Vorbesitzers von Stoober Ofenbauern errichtet.
An dessen Front steht das „Urmeter“ vom Bildhauer und Keramiker András Bodi. Ebenso wurden die linke Seite des Kamins und der Garten mit seinen Architekturmodellen, seiner Steinbildhauerei und Keramik geschmückt. Der Gründer von „Bodifliese“ war es auch, der vor Jahrzehnten mit Friedensreich Hundertwasser kooperiert hatte und bei den Sanierungsarbeiten die Fliesen im gesamten Turm sowie Nebengebäude verlegte.
© Nadine Wiedemann
Wo früher noch Braunkohle in einem 345 Meter tiefen Schacht abgebaut und hinaufbefördert wurde, waren Taschen von Silvia Bodi ausgestellt. Zumeist entsteht ihre Mode an der Nähmaschine in der hinteren Werkstätte, wenn die hauptberufliche Gesundheitsmanagerin und Medizinerin für ihre „Plaudertaschen“ ausgefallene Stoffe und feines Leder zu funktionalen Accessoires in einzigartigen Formen mit faszinierenden Geschichten verwandelt.

© Nadine Wiedemann
In der Galerie einen Stock weiter oben hingen die Bilder des Innenarchtekten, Malers und Designers Ernst Richter. Der Mitgründer arbeitet vorwiegend abstrakt. Mit Öl, Acryl, Pinsel und Siebdruckschablonen schafft er Einzelstücke oder Serien. Seiner Kreativität entstammen somit fantasievolle Werke mit realistischem Bezug wie etwa die 12-teilige Bildserie „Hügnerleben“. Durch sein Ingenieurbüro für Innenarchitektur „creaport“ unterstützt der ehemalige Designabteilungsleiter von „IKEA Österreich“ andere bei der Umsetzung ihrer kreativen Ideen.

© Nadine Wiedemann
Seine Lebensgefährtin, die Gynäkologin und Brustkrebsspezialistin Silvia Artner, hat ebenfalls ihren Ausgleich in der Malerei und Gipsbildnerei gefunden. Verschiedenste Malgründe und Materialien werden von ihr in Sammlerstücke verwandelt. Die Autodidaktin findet größten Gefallen an der Verwendung von Rost, Gold und Gips. Zudem bindet sie Siebdrucks in den Entstehungsprozess ihrer Bilder ein. Als Perfektionistin sieht sie überall Überarbeitungspotenzial, wodurch sich manche Arbeiten über Monate bis Jahre erstrecken.

© Nadine Wiedemann
Unter den Schaufreudigen befanden sich viele Familienmitglieder, Freunde, weitere Freischaffende, frühere Lehrende, ehemalige Mitarbeitende, alte Bekannte, Ortsansässige, Nachbarn und der Vorbesitzer Gerhard Bogner. Letzterer ist besonders stolz, den Grundstein für diese Kunst-, Kraft- und Wohnquelle gelegt haben zu dürfen. Sogar von Wien und Mödling, dem Geburtsort des Kollektivs, waren einige der Genießerinnen und Genießer angereist, um das eine oder andere Schmuckstück zu erwerben.
Als offene Gesellschaft staunten und schmausten sie gemeinsam, da in der geräumigen Residenz hinter dem Kunstförderturm umgeben von schönster Kunst, Aufstrichbrote, Snacks, Süßigkeiten, eine Vielfalt an Weinen und Kaffee serviert wurden. Nachdem die Ateliertüren geschlossen waren, versprachen sich die Kunstschaffenden der Grillkunst. Köstliche Salate, Kartoffeln und Fleisch wurden von ihnen für die Gäste zubereitet. Zum krönenden Abschluss gab es anlässlich András Bodis sechzigstem Geburtstag dreierlei Torten.