Der Heilige Martin und die Spur nach Szombathely

Landespatron

Martin-Mania würde man sagen, wäre der Heilige Martin kein Bischof, sondern ein Popstar gewesen. Seine Geschichte reicht von Oberwarts Partnerstadt Szombathely bis nach Frankreich und ist bis heute lebendig geblieben.

Von Bertie Unger

Der geteilte Mantel, so schlicht die Geste war, ist längst zu einem Symbol für Menschlichkeit und Mut geworden. Eine Geschichte, die auch nach 1.700 Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.

Der geteilte Mantel, so schlicht die Geste war, ist längst zu einem Symbol für Menschlichkeit und Mut geworden. Eine Geschichte, die auch nach 1.700 Jahren nichts von ihrer Bedeutung verloren hat.

© NOEN

Der Heilige Martin war der erste christliche Heilige, der nicht als Märtyrer, sondern wegen seines Lebenswerks heiliggesprochen wurde. Das ist erstaunlich und dieses Lebenswerk wurde in der Region geschrieben. Denn der Legende nach wurde er in Szombathely geboren, dem früheren römischen Savaria – rund 40 Kilometer östlich von Oberwart.

In Szombathely erinnert eine Inschrift in der Martinskirche an seine Geburt: „Hic natus est sanctus Martinus“ – hier wurde der Heilige Martin geboren. „Ganz sicher ist das nicht“, sagen Historiker. Der tatsächliche Geburtsort dürfte dort liegen, wo sich heute ein Friedhof befindet.

Die Stadt selbst trägt ihren deutschen Namen Steinamanger noch aus der Römerzeit. Im Museum sind Überreste eines Isis-Tempels zu sehen, in der Bischofskirche wird eine Reliquie des Heiligen aufbewahrt – ein Schädelknochen, der seit Jahrhunderten verehrt wird.

So gut wie keine grenzüberschreitenden Projekte

Das Andenken an den Heiligen Martin wird in Szombathelydurch Pilgerreisen, Feiern und Ausstellungen lebendig gehqlten. Ideen für grenzüberschreitende Projekte zwischen der westungarischen Stadt und dem Südburgenland gibt es immer wieder, doch bislang wurde nur wenig davon umgesetzt. „Das ist schade, da gäbe es enorm viel Potenzial“, heißt es innicht nur in Steinamanger.

Der Legende nach teilte der junge Soldat Martin seinen Mantel übrigens mit einem frierenden Bettler, legte danach das Schwert nieder und gründete ein Kloster. Später machten ihn die Bewohner von Tours in Frankreich zu ihrem Bischof. Dort wurde er auch begraben.

Schon kurz nach seinem Tod im Jahr 397 entwickelte sich sein Grab in der Basilika von Tours zu einem Wallfahrtsort. Die Kuppel der Kirche ist bis heute von weitem sichtbar – ein Ziel für Gläubige und Reisende, die seiner Spur folgen.