Start der Apfelernte: Durch Trockenheit bis zu 30 Prozent weniger

Landwirtschaft

Die vor Kurzem gestartete Apfelernte steht heuer unter schwierigen Bedingungen.

Von BVZ Redaktion

Der Präsident des Burgenländischen  Obstbauverbandes, Johann Plemenschits, und Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich appellieren an die Konsumentinnen und Konsumenten regionales Obst zu kaufen und die heimischen Obstbauern zu unterstützen.

Der Präsident des Burgenländischen Obstbauverbandes, Johann Plemenschits, und Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich appellieren an die Konsumentinnen und Konsumenten regionales Obst zu kaufen und die heimischen Obstbauern zu unterstützen.

© Elisabeth Tritremmel

Die extreme Trockenheit und die langanhaltende Hitze haben die Entwicklung der Äpfel massiv beeinträchtigt. Im Burgenland wird bei Äpfeln mit Ernteausfällen von bis zu 30 Prozent gerechnet. Besonders problematisch für die Bauern ist, dass viele Früchte aufgrund des Wassermangels nicht jene Größe erreichen, die für die Vermarktung als Tafelobst im Handel erforderlich ist. „Das heurige Jahr ist auch für unsere Obstbäuerinnen und Obstbauern eine enorme Herausforderung. Die Kombination aus extremer Trockenheit und Hitze hat den Bäumen zugesetzt wie selten zuvor. Bei manchen Betrieben fehlt ein Teil der Ernte, bei anderen sind die Äpfel schlicht zu klein, um die Anforderungen des Handels zu erfüllen“, so Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich.

Knapp 18 Kilo Äpfel werden im Jahr pro Kopf verspeist, im Burgenland gibt es 111 Betreibe, die auf 270 Hektar Äpfel anbauen. In den vergangenen zwölf Jahren habe es nur in drei eine Normalernte gegeben. Zum Klimawandel kommen andere Herausforderungen wie stark gestiegene Betriebskosten, höhere Lohnkosten, neue eingeschleppte Schädlinge sowie eingeschränkte Möglichkeiten beim Pflanzenschutz, betont Berlakovich. Die Marktpreise blieben im Gegensatz dazu aber zu niedrig, um wirtschaftlich überleben zu können.

„Aufgrund der extremen Trockenheit können viele unserer Betriebe jene Zielgröße der Äpfel, die für den Handel notwendig ist, nicht erreichen. Das ist für die Obstbauern besonders bitter. Sie können gegen fehlendes Wasser nichts ausrichten. Deshalb mein Appell an die Konsumentinnen und Konsumenten: kauft regionale Äpfel und unterstützt uns heimische Obstbäuerinnen und Obstbauern. Manche Äpfel sind klein, aber durch die viele Sonne sind sie Energiebomben“, führte Johann Plemenschits, Präsident des Burgenländischen Obstbauverbandes, aus.

Die Landwirtschaft brauche auch Rahmenbedingungen, unter denen die Bauer und Bäuerinnen arbeiten können - dies gelte auch für die Verfügbarkeit von Wasser. „Wir müssen jetzt handeln und dürfen nicht erst reagieren, wenn die nächste Katastrophe da ist. Wasserverfügbarkeit, Bewässerung, Speicher, Klimawandelanpassung, Versicherungen und eine wirtschaftlich tragfähige Produktion müssen gemeinsam gedacht werden“, so Berlakovich.