Projekt zum Erhalt der Salzlacken im Seewinkel gestartet

„LIFE Pannonic Salt“

Im Seewinkel ist ein Projekt angelaufen, das den Erhalt der austrocknenden Salzlacken zum Ziel hat. Der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel will in Kooperation mit dem Land Burgenland, der Naturschutzorganisation WWF und der Technischen Universität (TU) Wien die Grundwassersituation in der Region und damit auch den Erhaltungszustand der Lacken verbessern, teilte Projektleiter Harald Grabenhofer am Freitag mit.

Von Von APA / BVZ.at

Symbolbild

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© Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel

Die Zahl der Salzlacken im Seewinkel ist nach Angaben des Nationalparks in den vergangenen 150 Jahren stark zurückgegangen. Im Vergleich zu 1858 seien heute nur mehr rund 18 Prozent der einstigen Lackenfläche vorhanden. Zurückzuführen sei der Rückgang auf die Absenkung des Grundwasserspiegels durch Entwässerungsgräben, Kanäle, Wasserentnahmen durch die Landwirtschaft sowie kommunale Grundwasser-Absenkbrunnen. Damit gehe der Verlust des Salztransports zur Bodenoberfläche einher.

Mit dem Projekt „LIFE Pannonic Salt“, das im März 2023 von der Europäischen Union genehmigt wurde, soll die Grundwassersituation in der Region durch verstärkten Wasserrückhalt und verringerte Entwässerung verbessert werden, erläuterte Grabenhofer. In den Entwässerungsgräben sollen dafür Wehranlagen errichtet werden.

Außerdem sind Renaturierungsmaßnahmen wie die Entfernung von invasiven Arten und der Abtrag von Humus vorgesehen. Ein Konzept für ein nachhaltiges Wassermanagement soll ebenso ausgearbeitet werden wie ein Zukunftsszenario für eine aus hydrologischer Sicht nachhaltige Landwirtschaft in der Region. Die Bewohner und die Landwirtschaft sowie weitere Interessensgruppen sollen über Workshops, Infoveranstaltungen und Exkursionen eingebunden werden.

Der Erhalt der Salzlacken habe sowohl für die zahlreichen Vögel in der Region als auch für Tourismus und Landwirtschaft Bedeutung. „Die Wiederherstellung des Seewinkels als Feuchtgebiet stellt sowohl aus naturschutzfachlichen als auch aus naturtouristischen Gründen ein wichtiges Ziel dar“, betonte Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Die Salzlacken seien „nicht nur auf österreichischer, sondern auch auf europäischer Ebene einzigartig“. Sie sollen für künftige Generationen bewahrt werden, ergänzte die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf (SPÖ).

Das Projekt läuft bis August 2028. Insgesamt stehen dafür zwölf Millionen Euro zur Verfügung, davon neun Millionen aus EU-Mitteln.