Sieben Richter fehlen im Burgenland. Bei einer Versammlung am Landesgericht Eisenstadt wurde auf die akute Überlastung hingewiesen.
Gesundheits-Nummer 1450 bietet jetzt auch Pflegeberatung
„Lückenschluss“
Seit Juli arbeiten die Gesundheitsberatung 1450 und die Pflege- und Sozialberatung Burgenland enger zusammen. Wird bei einem Notruf oder Rettungseinsatz zusätzlicher Pflege- oder Unterstützungsbedarf festgestellt, kann die zuständige Stelle direkt eingebunden werden.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (r.) in der Landessicherheitszentrale.
© Archiv, Landesmedienservice
Die neue technisch-organisatorische Schnittstelle ist seit Anfang Juli bei der Landessicherheitszentrale Burgenland in Betrieb. Wird bei einem Gespräch mit der Gesundheitsberatung 1450 oder bei einem häuslichen Rettungseinsatz festgestellt, dass eine Person Pflege- oder Sozialberatung benötigt, kann der Bedarf durch das Einsatzteam oder die betroffene Person gemeldet werden.
Daraufhin wird bei der Gesundheitsberatung 1450 ein Fall eröffnet. Nach der Abklärung durch das diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonal wird dieser an die Pflege- und Sozialberatung Burgenland übermittelt. Diese kontaktiert die betroffene Person und veranlasst die notwendigen weiteren Schritte.
„Wenn jemand nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch Unterstützung im Pflege- oder Sozialbereich braucht, gehen keine Informationen verloren und die richtige Stelle kann sofort eingebunden werden“, betont Gesundheitsreferent Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Dass entsprechender Bedarf besteht, zeigen die ersten Wochen. „Wir erwarten pro Monat fünf bis sechs solcher Fälle. Das hat sich auch in den ersten Wochen seit dem Start der Schnittstelle so bestätigt“, sagt LSZ-Leiter Markus Halwax. Seit dem Start wurden bereits fünf Fälle an die Pflege- und Sozialberatung weitergeleitet.
Die neue Verbindung ist Teil der umfassenden Vernetzung der Gesundheitsberatung 1450 mit medizinischen und sozialen Angeboten im Burgenland. Über die 1450 besteht etwa auch eine direkte Verbindung zum Ärztenotdienst 141. Bei Bedarf können Patienten zudem an Akutordinationen oder Visitenärzte weitergeleitet werden.
Auch die digitale Krankenhaus-Vorankündigung ist Teil des Ausbaus. Muss eine Person nach der Beratung in ein Krankenhaus, können relevante Informationen über einen QR-Code digital an die aufnehmende Klinik übermittelt werden. Das System ist derzeit in den Krankenhäusern Oberwart und Güssing im Einsatz und soll zum Jahreswechsel auf das gesamte Burgenland ausgeweitet werden.
Seit Jahresbeginn wurden im Burgenland rund 10.000 Anrufe bei der Gesundheitsberatung 1450 und mehr als 18.000 beim Ärztenotdienst 141 verzeichnet. Die Beratungen über 1450 dauern durchschnittlich rund acht Minuten. Zudem gab es bereits 194 digitale Krankenhaus-Anmeldungen für Oberwart und Güssing.