Nach Lokal-Schließungen: „Task Force“ für Innenstadt wurde installiert

Mattersburg

Gremium mit Bürgermeisterin, Vize, Amtsleiter und Marketing-Abteilung sollen Maßnahmen setzen. Die ersten: Der Mattersburger „10er“ wird neu belebt, neue Bepflanzung und Möblierung sollen die Innenstadt attraktiver gestalten.

Von Richard Vogler

Die Mattersburger Innenstadt.

Die Mattersburger Innenstadt.

© BVZ, Richard Vogler

Die Innenstadt in Mattersburg floriert wie auch in anderen Kommunen schon länger nicht; das Ende des Florianihofs und des Terroirs ruft nun auch von Seiten der Stadtgemeinde eine Reaktion hervor.

„Innerstädtischer Leerstand ist eine aktuelle Herausforderung, der sich viele Gemeinden stellen müssen. Auch in Mattersburg ist diese Entwicklung spürbar und wir nehmen sie sehr ernst“, berichtet Bürgermeisterin Claudia Schlager, um weiter auszuführen: „Auf die zuletzt erfolgten Betriebsschließungen haben wir daher umgehend reagiert und eine Taskforce eingerichtet, um gezielt Maßnahmen setzen zu können. Da viele der Geschäftsflächen in der Innenstadt in privatem Besitz stehen, sind die direkten Einflussmöglichkeiten der Stadtgemeinde begrenzt. So kann die Gemeinde weder über Vermietungen noch über Mietpreise entscheiden. Zudem haben nicht alle Eigentümer Interesse daran, ihre Geschäftsflächen um jeden Preis zu vergeben.“

Mitglieder dieser Taskforce sind Schlager, Finanzstadtrat und Vizebürgermeister Thomas Nikles, Amtsleiter Dominik Schmidt sowie die Mitarbeiter der Marketing-Abteilung der Stadtgemeinde.

Warum man nicht Wirtschaftstreibende oder auch Mitglieder der anderen Fraktionen in diese Taskforce einbezieht? „Dies ist nun einmal eine Sofortmaßnahme, um rasch zu handeln und einen direkten Weg zur Verwaltung zu haben. Es sollen auch themenbezogen Experten dazu miteinbezogen werden. Konstruktive Vorschläge können natürlich bei der Presseabteilung eingebracht werden“, berichtet Amtsleiter Dominik Schmidt.

Die ersten Maßnahmen dieser Taskforce wurden bereits in die Wege geleitet. „Auf Basis des bestehenden Innenstadtkonzepts erfolgt eine neue Bepflanzung und Möblierung, um die Innenstadt aufzuwerten und attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig werden die „Mattersburger 10er“ neu belebt. Durch neue Münzen und das Modell ,Kauf 10 – zahl 9' soll die lokale Kaufkraft gezielt gestärkt werden. Es wird eine Wertschöpfung von mindestens 300.000 Euro für die Innenstadt erwartet“, so Schlager. Die Mattersburger 10er sollen dann am Gemeindeamt bezogen und in Mattersburger Innenstadtbetrieben eingelöst werden. „Das Detailkonzept muss noch ausgearbeitet werden. Geplant ist, dass dies im März bei der Gemeinderatssitzung beschlossen und danach umgesetzt wird“, so Schmidt.

Ab März sollen dann weitere Impulse gesetzt werden. „Auf Basis des bestehenden Innenstadtkonzepts erfolgt eine neue Bepflanzung und Möblierung, um die Innenstadt aufzuwerten und attraktiver zu gestalten“, berichtet Schlager.

Dennoch bleibt aktuell der Eindruck, dass es nun „brennt“ und man erst jetzt handelt. Wie sieht die strategische Ausrichtung für die Mattersburger Innenstadt aus? Wäre ein City-Manager, bei dem die Fäden zusammenlaufen, ein Thema?

„In Mattersburg gibt es bereits ein Innenstadt-Konzept, welches nun – je nach finanziellen Möglichkeiten – umgesetzt wird. Dazu gehören eben die neue Bepflanzung und Möblierung. Zudem besteht ein „Leitbild Mattersburg“, das die Ausrichtung vorgibt“, so Schmidt. Schlager ergänzt: „Die nun geplanten Maßnahmen erfolgen trotz finanziell angespannter Situation der Gemeinde. Die Belebung der Innenstadt ist ein laufender Prozess, der nur im Zusammenwirken von Gemeinde, Wirtschaftstreibenden, Eigentümern und der Bevölkerung gelingen kann. Daher werden wir auch die Innenstadtbetreiber demnächst wieder zu einem Unternehmerstammtisch einladen.“