Ex-SVM-Profi hört auf: Mit Freibier in die Fußballpension

Mattersburger SV 2020

Alois Höller beendet am Samstag (18 Uhr) beim letzten Burgenlandliga-Heimspiel der Saison gegen die SPG Edelserpentin seine Karriere. Der MSV-Routinier wird künftig als Co-Trainer aktiv sein. Als Spieler will er noch einmal im Pappelstadion auflaufen. „Für mich ist das so eine ganz runde Geschichte.“

Von Von Bernhard Fenz

Stimmung! Beim Wiederaufstieg des SV Mattersburg 2015 aus der 2. Liga in die Bundesliga war Alois Höller mittendrin – und auch beim Feiern ist der Liebling der Fans kein ganz so Schlechter.

Stimmung! Beim Wiederaufstieg des SV Mattersburg 2015 aus der 2. Liga in die Bundesliga war Alois Höller mittendrin – und auch beim Feiern ist der Liebling der Fans kein ganz so Schlechter.

© BVZ

Über 300 Einsätze hat Alois Höller für den SV Mattersburg in den beiden höchsten Spielklassen auf der Haben-Seite, 12 Saisonen lang rackerte sich der Mittelfeldspieler von 2008 bis 2020 – nicht zuletzt durch seinen unbändigen Willen – zu einem grün-weißen Publikumsliebling. Dann ging es für den gebürtigen Lichtenegger, der in Mattersburg gebaut hat und hier mit seiner Familie den Lebensmittelpunkt hat, nach dem Crash des SVM zu Siegendorf und Scheiblingkirchen. 2023 schloss sich der Kreis mit der Rückkehr nach Mattersburg – zum SVM-Nachfolgeklub, dem Mattersburger SV 2020.

Dort stieg der Routinier 23/24 aus der 2. Liga Mitte in die Burgenlandliga auf, als Vizemeister in der Landesliga-Premierensaison ist mit 36 Jahren nun Schluss. Gespannt blickt Höller auf das allerletzte Kapitel seiner Laufbahn als Vereinsspieler. Profi ist der Lehrer am Gymnasium und der HAK Mattersburg schon länger nicht mehr, die vielen Jahre als Grün-Weißer in der Bundesliga schwingen freilich nach wie vor mit. „Die Mattersburger Fans unterscheiden da nicht. Es wird sicher sehr emotional.“

Ein Prost auf den „Luis“ mit Freibier vom „Luis“

Als Dankeschön an die Fans spendiert Höller, besser bekannt als „Luis“, Freibier, solange der Vorrat reicht. Wenn man so will, kann man sich den letzten Auftritt des Mattersburg-Lieblings nochmal so richtig schmecken lassen. „Ich habe von den Menschen hier so viel bekommen, ein bisserl was kann ich da hoffentlich zurückgeben.“ Bevor dann der Moment kommt, der für jeden Kicker so speziell sein wird: der Abschied. Naheliegend ist, dass Trainer Josef Kühbauer Höller noch vor dem Schlusspfiff auswechseln wird. Das wäre jedenfalls nach dem Geschmack des abtretenden Mattersburg-Spielers. „Den Applaus hätte ich schon gerne“, gibt Höller schmunzelnd zu. Gut möglich ist auch, dass dann Tränen fließen. „Es kann schon emotional werden. In gewisser Weise ist natürlich auch etwas Wehmut dabei. Aber die Entscheidung ist wohlüberlegt und macht einfach Sinn. Ich bin jetzt froh, dass die Saison vorbei ist.“

Und Höller bleibt ja dem MSV-Fußball gleich direkt verbunden, er wird Josef Kühbauer künftig als Co-Trainer und Individualtrainer zur Seite stehen. Hier wird ihm klarerweise auch die Zeit als U18-Co-Trainer in der Fußballakademie Burgenland zugute kommen. „Ich habe hier viel gelernt, jetzt will ich das auch im Erwachsenenbereich anwenden. Wir werden eine junge Mannschaft haben, mit der wir vorne mitspielen wollen – der Altersschnitt wird etwa 23 Jahre betragen. Das ist eine sehr spannende Aufgabe.“

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Ex-SVM-Profi hört auf: Mit Freibier in die Fußballpension
Kampfkraft: Der junge Alois Höller in der Bundesliga gegen Rapid, hier noch mit Stefan Schwab.

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Ex-SVM-Profi hört auf: Mit Freibier in die Fußballpension
Highlight: 2014 ging es nach dem Heimspiel gegen Altach (Bild) am 23. Mai auswärts ran, und wie.

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Ex-SVM-Profi hört auf: Mit Freibier in die Fußballpension
Routinier: Mit 36 ist Höller Kapitän des MSV – als solcher geht er am Samstag in Fußballpension.

© Martin Ivansich

Top im Höller-Rückblick: Altach-Sieg statt freier Fall

Der Blick in die Zukunft verspricht also einiges an neuen Impulsen. Beim Blick in die Vergangenheit freut sich Alois Höller über seine „Top-Karriere“. Wobei die Antwort nach dem absoluten Highlightspiel im SVM-Dress dann doch überrascht. Es war der 23. Mai 2014 im Ländle, der so besonderen Status erfährt. Mattersburg kämpfte nach dem Abstieg 2013 im Fernduell der 2. Liga mit Parndorf gegen den drohenden Relegationsplatz (wo der LASK als Gegner wartete) und konnte mit einem Sieg in Altach selbst alles klar machen. Der gelang mit 2:1, Höller traf selbst zur Führung. „Die ganze Woche war die Anspannung unglaublich hoch, weil der Durchmarsch nach unten gedroht hat. Das war ein wirklich ganz spezieller Sieg.“

In der Folge stieg Mattersburg auch wieder auf, ehe 2020 der Commerzialbank-Crash um SVM-Boss Martin Pucher das Konstrukt zum Einsturz brachte. Mit dem Unterhaus-Aufschwung des Folgevereins hat Alois Höller nun dort seine Abgangs-Bühne, wo für ihn der Aufschwung begann und nun die sportliche Reise auch endet. „Für mich ist das so jetzt eine ganz runde Geschichte.“