Flugrettung im Südburgenland: 1.215 Einsätze für Christophorus 16

Medicopter C 16

Der ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 16 mit Stützpunkt Oberwart bleibt eine tragende Säule der notfallmedizinischen Versorgung im Südburgenland. 2025 wurde der Hubschrauber 1.215-mal alarmiert. Gemeinsam mit dem neuen Stützpunkt Christophorus 18 ergibt sich eine Bilanz, die zeigt, wie unverzichtbar die Flugrettung heute ist.

Von Bertie Unger

Der Christophorus 16 ist seit dem Jahr 2005 in Oberwart stationiert.

Der Christophorus 16 ist seit dem Jahr 2005 in Oberwart stationiert.

© ÖAMTC

Was einst mit ziemlicher Skepsis und heftigem Gegenwind begann, ist längst ein unverzichtbarer Teil des südburgenländischen Rettungssystems geworden. Allein im Jahr 2025 wurde der in Oberwart stationierte ÖAMTC-Medicopter 1.215-mal bei medizinischen Notfällen und nach Unfällen alarmiert. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über die südlichen Bezirke des Burgenlandes, der Oststeiermark bis zu den Fischbacher Alpen und dem südöstlichen Teil Niederösterreichs mit Wechsel- und Semmeringgebiet. Damit deckt C16 auch entlegene Regionen ab.

Seit 2025 wird die burgenländische Flugrettung durch den neuen Stützpunkt Christophorus 18 in Frauenkirchen ergänzt, der im vergangenen Jahr 1.208 Einsätze flog. Zusammen kamen die beiden Notarzthubschrauber also auf insgesamt 2.423 Einsätze.

„Hinter jeder Alarmierung steht ein Mensch in einer Ausnahmesituation. Unsere Aufgabe ist es, in diesen Momenten schnellstmöglich hochqualifizierte medizinische Hilfe an den Notfallort zu bringen“, betont Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung.

Im Schnitt wurden die beiden burgenländischen Hubschrauber rund sieben Mal pro Tag alarmiert. Den größten Anteil machten internistische und neurologische Notfälle aus. In 1.421 Fällen ging es um akute Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Unfälle im Arbeits-, Schul-, Freizeit- oder häuslichen Umfeld folgten mit 424 Einsätzen, zu Verkehrsunfällen hob ein Notarzthubschrauber 142-mal ab. Der Großteil der Einsätze – 2.040 – waren sogenannte Primäreinsätze, bei denen Patientinnen und Patienten direkt vom Notfallort in ein geeignetes Krankenhaus geflogen wurden.

Österreichweit wurden die Christophorus-Crews 2025 zu insgesamt 21.650 Rettungsflügen alarmiert. Das entspricht durchschnittlich 59 Einsätzen pro Tag und unterstreicht die zentrale Rolle der ÖAMTC-Flugrettung innerhalb der notfallmedizinischen Versorgung in Österreich.

„Diese Zahlen zeigen einmal mehr, wie wichtig ein dichtes Netz an Stützpunkten und bestens ausgebildeten Teams für die medizinische Versorgung in Österreich ist. Unsere Crews stehen täglich dort im Einsatz, wo jede Minute zählt – unabhängig von Wetter, Tageszeit oder Gelände", unterstreicht Marco Trefanitz.

Erster Stützpunktleiter im damals provisorischen Stützpunkt im Zelt beim Fleckviehzuchtverband war Franz Putz, der diese Funktion ein Jahr später an Fritz Wallner übergab. Ihm folgte mit Andreas Tautter ein überaus erfahrener Pilot und Garant für Kontinuität und Zusammenhalt der Mannschaft. Thomas Raffler und Alfred Burggraf ergänzen, unterstützt von vielen „Gastpiloten“, das Team um Tautter mit insgesamt 17 Notärzt:innen.

Durchschnittlich wurden in den letzten 20 Jahren 3,5 Einsätze pro Tag geflogen. 70 Prozent der Notfallorte lagen im Burgenland, 25 Prozent in der Steiermark und fünf Prozent in NÖ. Der einsatzreichste Tag mit zehn Einsätzen war der 14. Juli 2024 und nur an acht Tagen gab es 2024 keinen Einsatz. Jüngster Patient war ein 600 Gramm schweres Frühchen, der älteste Patient war mit 101 Jahren ein gutes Jahrhundert älter.

Der Vertrag zwischen dem Christophorus Flugrettungsverein und dem Land Burgenland läuft übrigens bis 2037. Seit 1. Jänner 2026 gibt es eine Verlängerung der Dienstzeit. Der C 16 ist damit zumindest bis 20 Uhr im Einsatz.