Aufarbeitung auch an Burgenlands Schulen: „Sicherheit immer im Fokus“

Nach dem Amoklauf in Graz

Einen Tag nach dem Amoklauf von Graz nahm man sich in Burgenlands Schulen ebenfalls Zeit, um über die Ereignisse zu reden. Bildungsdirektor Alfred Lehner erklärte gegenüber der BVZ, dass man auch weiterhin jede Drohung ganz genau prüfen werde; Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann gibt auch Tipps, wie Eltern mit Sorgen und Ängsten umgehen können.

Von Wolfgang Millendorfer

Gedenken in Graz. Am Schauplatz des Amoklaufs wurden Kerzen angezündet. Im Burgenland werden die Ereignisse ebenfalls aufgearbeitet.

Gedenken in Graz. Am Schauplatz des Amoklaufs wurden Kerzen angezündet. Im Burgenland werden die Ereignisse ebenfalls aufgearbeitet.

© APA/GEORG HOCHMUTH, GEORG HOCHMUTH

„Wir sind zutiefst betroffen, diese irrsinnige Tat trifft uns alle“, sagt der Bildungsdirektor am Tag nach dem Amoklauf. Man arbeite auch im Burgenland intensiv daran, die Sicherheit an Schulen zu gewährleisten, wobei es schwierig sei, Taten wie diese vollständig zu verhindern. „Die burgenländischen Eltern und Schüler können sicher sein, dass wir jeden Hinweis dahingehend wirklich ernsthaft prüfen, immer in Absprache mit den Sicherheitsbehörden und Schulen“, erklärt Lehner.

Amoklauf-Androhungen wolle man strafrechtlich und zivilrechtlich verfolgen. „Da kommen dann gar nicht so geringe Strafen auf einen zu“, so Lehner. In einigen Verfahren würden aktuell Verurteilungen anstehen. Damit geht der Bildungsdirektor auf die Häufung von Drohungen ein, die es in letzter Zeit auch im Land gab. Dazu habe man laufend Krisensitzungen mit den Sicherheitsbehörden abgehalten.

Aufarbeitung auch an Burgenlands Schulen: „Sicherheit immer im Fokus“

© Privat

Besonderen Fokus legt die Bildungsdirektion auf präventive Maßnahmen. In den sozialen Medien sei es zuletzt zu einer Art „Wettbewerb“ unter Jugendlichen gekommen, Drohungen zu posten. „Solche Accounts können vom Verfassungsschutz zwar aufgespürt werden, aber am wirksamsten ist nach wie vor die Prävention. Und die muss direkt im Klassenzimmer beginnen“, so Lehner.

Am Tag des Amoklaufs hat sich die Bildungsdirektion mit einem Schreiben an die Schulleitungen im Land gewandt, mit der Bitte und Empfehlung, sich Zeit zu nehmen, um mit den Schülerinnen und Schülern in ruhiger Atmosphäre zu sprechen und letztlich einen „möglichst normaler Schulalltag“ zu gewährleisten sowie auf pychosoziale Unterstützung hinzuweisen.

„Auf die Fragen der Kinder hören“

Zum Umgang mit dem Geschehenen rät Burgenlands Kinder- und Jugendanwalt Christian Reumann im BVZ-Gespräch, trotz all der Tragik so sachlich wie möglich an die Vorfälle heranzugehen: „Wichtig ist es, Lehren daraus zu ziehen, und nicht schnelle Erklärungen zu suchen und polemisch zu werden, ohne die Umstände zu kennen.“

Aufarbeitung auch an Burgenlands Schulen: „Sicherheit immer im Fokus“

© Landesmedienservice, Siess

Wenn es darum geht, Kindern das Geschehene näherzubringen, sei es vor allem auch wichtig, auf die Fragen zu hören. Ein „Rezept“ gibt es in dem Sinn nicht, aber: „Man muss Kindern dann auch erklären, dass die Welt nicht nur schön ist, und dass böse Dinge passieren, manches Mal auch Unglück, das man nicht vorhersehen kann.“ Das sei weltweit ja leider tagtäglich der Fall, die geographische Nähe mache ein solches Ereignis umso emotionaler, und das für Kinder wie Erwachsene, so Reumann.