Nach Drogentod von 16-Jähriger aus Oberwart: Prozess gegen 19-Jährigen

Suchtgiftszene

Am 10. Jänner 2023 starb eine 16-jährige Oberwarterin an den Folgen ihres Drogenkonsums.

Von Elisabeth Kirchmeir

Urteil ohne Strafe: 19-Jähriger bekam beim Drogenprozess am Landesgericht Eisenstadt noch eine Chance.

Urteil ohne Strafe: 19-Jähriger bekam beim Drogenprozess am Landesgericht Eisenstadt noch eine Chance.

© Foto: BVZ/Kirchmeir, BVZ/Kirchmeir

Die Polizei nahm Ermittlungen auf und fand heraus, dass die 16-Jährige im Herbst 2022 gemeinsam mit einem 19-Jährigen Drogen konsumiert hatte.

Dieser junge Mann stand am 5. April 2023 vor Jugendrichterin Gabriele Nemeskeri.

Ihm wurde vorgeworfen, Drogen an Minderjährige weitergegeben zu haben.

Der ihm vorgeworfene Tatzeitraum erstreckte sich bis Ende 2022, als die 16-Jährige starb, war er nicht mehr in die gemeinsamen Konsumationen involviert.

Drogenkonsum bei Partys

Von September bis Dezember 2022 hatten im Raum Oberwart immer wieder Partys stattgefunden, bei denen Drogen konsumiert wurden.

Wechselweise stellten die Partygäste und Gastgeber dabei Cannabis und Speed zur Verfügung.

„Ich dachte nicht daran, dass sie noch Jugendliche sind und das strafbar ist“, sagte der 19-Jährige, der gerade seinen Zivildienst absolviert. Er selbst hatte Cannabis konsumiert, seit er 16 war, und mit 17 mit dem Konsum von Speed begonnen. Gelegentlich konsumierte er auch Kokain und Ecstasy.

Unter den drei 17- und 16-Jährigen, die er zumindest einmal bei den Partys in seinem Keller mit Speed versorgte, war auch jene Jugendliche, die im Jänner vermutlich an einer Überdosis starb.

„Diese drei Jugendlichen sind dem Gericht aus anderen Suchtgiftverfahren bekannt“, sagte Richterin Gabriele Nemeskeri. Der Angeklagte sei nicht der einzige gewesen, der die jungen Konsumenten mit Suchtgift versorgte.

Erwachsene müssen Vorbildwirkung entwickeln

„Aber Sie waren derjenige, der schon erwachsen war. Da müssen Sie eine Vorbildwirkung entwickeln“, ermahnte sie den Zivildiener.

Dieser berichtete, dass es ihm mit Unterstützung seiner Freundin gelungen sei, von den Drogen wegzukommen.

„Bin froh, dass ich weg bin“

„Ich bin seit zwei Monaten cannabisclean“, sagte der 19-Jährige. Vorher habe er sich wie „neben der Spur gefühlt“, jetzt merke er, dass seine sozialen Kontakte wieder aufleben. „Ich bin froh, dass ich weg bin, ich war schon sehr tief drin“, sagte der Angeklagte.

„Ich möchte sagen, dass es ein Sch… war, was ich gedreht habe. Ich will mein Leben in den Griff bekommen“, erklärte er abschließend.

Richterin Gabriele Nemeskeri sprach den jungen Erwachsenen schuldig, behielt aber den Strafausspruch auf eine Probezeit von drei Jahren vor. Dem 19-Jährigen wurde aufgetragen, für die Dauer von einem Jahr eine Psychotherapie mit dem Schwerpunkt Sucht zu machen.

„Da Sie sich positiv entwickelt haben, gebe ich Ihnen diese einmalige Chance“, sagte die Richterin.