Fußballakademie Burgenland: Überraschender Trainerwechsel in der U16
Nachwuchsfußball
Paukenschlag vor dem Start in die ÖFB-Jugendliga. U16-Trainer Alexander Radl verlässt nach einem Jahr das Burgenland und wird künftig wieder bei Burgenlands Kooperationspartner Sturm Graz tätig sein.
Alexander Radl übersiedelt zu Sturm Graz.
© Plattini
Trainerwechsel vor dem ersten Spieltag sind selten. Und wenn, dann fallen sie oft unter die Kategorie „kurios“. So verließ beispielsweise im Sommer 2023 der jetzige Newcastle-Coach Matthias Jaissle Bundesliga-Klub Red Bull Salzburg noch vor dem Liga-Start und heuerte in Saudi Arabien an. Das Geld gab dafür wohl den Ausschlag.
Ältere Fußballexperten können sich noch an das Jahr 1998 erinnern. Da unterschrieb der leider bereits verstorbene Kult-Trainer Didi Constantini am 1. Juli in Steyr, am Nachmittag war die Amtszeit schon wieder zu Ende.
Ganz anders die Situation in der AKA. Nachdem Sturm Graz ein U15-Coach abhanden kam, kontaktierte der Sportchef der Steirer, Ex-Profi Didi Pegam, seinen Kooperationspartner-Kollegen, Didi Heger. Er bat darum, den Kontakt mit U16-Trainer Alexander Radl aufnehmen zu dürfen.
„Wenn die Akademie von Bundesligist Sturm Graz anfragt, muss man den nächsten Schritt in der Karriere wagen“, erklärt Radl. Er verlässt das Burgenland mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Das Team hier in Mattersburg, die Burschen, alle Betreuer waren wie eine große Familie für mich. Das mit den Emotionen ist beim Abschied alles andere als leicht.“
In Graz erwartet Radl ein „Kaltstart“, denn bis zum ersten Punktespiel in eineinhalb Wochen (die erste Runde ist für die Blackies frei) gibt es außer den „Kennenlern-Einheiten“ kein Testspiel mehr. Eines fällt für ihn auf jeden Fall weg - lange Heimreisen. Denn wohnhaft in Graz hat er jetzt gerade einmal eine Viertelstunde Zeit für die Anreise. In Mattersburg wohnte Radl im Internat.
Schweren Herzens übergab er alle Agenden an seinen interimistischen Nachfolger, David Mathae. Beim Testspiel gegen die Austria am Freitag (2:3-Niederlage) überließ er seinem Nachfolger bereits das Coaching, nahm aber noch als Assistent auf der Bank Platz.
Seiner Ex-Mannschaft wünscht er eine erfolgreiche Saison: „Sie dürfen gegen alle gewinnen, außer gegen Sturm Graz.“
In der AKA Burgenland wurde jedenfalls rasch gehandelt. David Mathae, der bereits im Trainerstab als Assistenztrainer aktiv war, übernimmt nun als Einser-Coach. „Dass ich eine Woche vor Meisterschaftsbeginn plötzlich als Cheftrainer einspringe, kommt für mich sehr überraschend“, meint er. „Solche Situationen gehören aber im Fußball dazu, können immer wieder passieren. Jetzt geht es darum, die Verantwortung anzunehmen und die Entwicklung der Jungs nach der guten Arbeit von Alexander Radl weiter voranzutreiben.
Ob und wie lange Mathae als Chef an der Linie stehen wird, ist aber noch nicht geklärt. Hier geht es nämlich auch um die ÖFB-Vorgaben der notwendigen UEFA-Prüfungen und Lizenzen. „Alles ist offen“, meinte dazu Sportchef Didi Heger abschließend.