2,2 Millionen Euro für das Naturparkzentrum Rosalia-Kogelberg

Naturerlebnisstätte

Der Naturpark Rosalia-Kogelberg bekommt ein Naturparkzentrum als zentrale Anlaufstelle für die Bevölkerung und Gäste der Region, als Informationsdrehscheibe, Naturerlebnisstätte und dient der Bündelung aller Natur-Agenden im Bezirk. Im Spätsommer soll der Bau des 2,2 Millionen teuren Projektes gestartet werden, mit der Eröffnung ist im Herbst 2025 zu rechnen.

Von Helga Ostermayer

So wird das neue Naturparkbüro in Rohrbach nach der Eröffnung im Jahr 2025 aussehen.

So wird das neue Naturparkbüro in Rohrbach nach der Eröffnung im Jahr 2025 aussehen.

© BVZ

Der jüngste Naturpark des Burgenlandes umfasst 13 Gemeinden mit 7.500 Hektar Naturschutzgebiete. Die Landschaft ist durch die Gebirgszüge des Ödenburger- und des Rosalien-Gebirges sowie durch das weitläufige, fruchtbare Wulkatal gekennzeichnet und zeigt ein sehr abwechslungsreiches Bild mit Hecken und Streuobstwiesen, Weingärten und Kastanienhainen. Nun bekommt der Naturpark ein eigenes zeitgemäßes Bildungs- und Naturerlebnis-Zentrum für Schulen und Kindergärten, Besucher und Gäste sowie für die Bevölkerung der Naturpark-Gemeinden. Es wird am Standort Rohrbach, zwischen dem Naturbadeteich und dem Obstsortengarten auf etwa 500 Quadratmeter angesiedelt sein und 2,2 Millionen Euro kosten. Mit dem Bau wird voraussichtlich im heurigen Spätsommer gestartet, geht alles nach Plan, kann mit dem Vollbetrieb zu Schulbeginn 2025 gerechnet werden.

Das neue Zentrum wird über ein multifunktionales Raum- Funktionsprogramm verfügen, das unterschiedlich genutzt werden kann und vielfältige Besuchergruppen ansprechen soll. Die Angebote richten sich an Ausflugsgäste, Naturgenießer, Wanderer, Touristen, Bildungseinrichtungen, Naturinteressierte aber auch die eigene Bevölkerung sowie die Naturparkspezialitäten-Produzenten.

Naturpark-Geschäftsführerin Marlene Hrabanek-Bunyai schildert: „Im Zentrum enthalten soll ein Foyer mit einem großzügigen Eingangsbereich für flexible Ausstellungen und Naturvermittlungsbereiche, Informationen und Kundenkontakte, Kommunikations- und Verkaufsflächen für unsere Naturparkproduzenten sein. Multimediale naturpädagogische Erlebnisbereiche mit barrierefreien Animationen sowie einer Vorstellung der gesamten Region mit ihren Besonderheiten, Seminarräumlichkeiten, Verwaltungseinheiten und Büroräumlichkeiten werden im Innenbereich eingerichtet.“

Die Geschäftsführerin fährt fort: „Der Außenbereich wird entsprechend den Grundsätzen des Naturparks barrierefrei gestaltet und soll die unterschiedlichen Bereiche der Vielfalt im Naturpark widerspiegeln. Ebenso soll ein Naturspielplatz zum Thema 'Zwergohreule' und eine Freiluftklasse für Besucherkinder, eine E-Lade Station und ein Fahrrad-Verleih inkludiert werden.“

Claudia Schlager, die Bürgermeisterin von Mattersburg, findet dieses Projekt als große Bereicherung: „Die Stadtgemeinde Mattersburg ist seit Anbeginn des Großprojektes und der Planungsphase des Zentrums involviert und unterstützt die Idee sowie die Errichtung des Naturparkzentrums sehr gerne. Als mitfinanzierender Sponsor-Partner und als Bezirkshauptstast empfinden wir das Zentrum als große Bereicherung im Bezirk und wichtigen Multiplikator in der gesamten Region. Die Kulturlandschaft unseres Bezirkes mit all seinen Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten aufzubereiten und zentral verfügbar zu machen, ist gerade für den Tagestourismus eine immense Chance.“

„Den Naturpark muss man schmecken, verkosten, fühlen und mit allen Sinnen erleben können!“

Der Obmann des Naturparkes, Bürgermeister Kurt Fischer, spricht für alle Naturpark- Bürgermeister*innen, wenn er sagt: „Raum und Fläche zu bieten ist uns ein zentrales Anliegen bei der Konzeption des Zentrums. Im frei zugänglichen Außenbereich wird zum Beispiel ein 'Marktplatz der Regionen' entstehen, wo Naturparkspezialitäten-Genussmärkte und Veranstaltungen stattfinden können. Dieser Bereich steht all unseren Partnern und Naturparkgemeinden zur Verfügung. Auf einem 'Weg der Juwelen' werden die unterschiedlichsten Highlights der Region erlebbar und den Gästen für ihren Besuch im Naturpark schmackhaft gemacht.“

Er fährt fort: „Das Naturparkzentrum soll auf der einen Seite zentrale Willkommens- und Ankunftssituation für Besucher sein, aber ebenso auch Ausgangspunkt für Wanderungen und geführte Touren, um die kulturellen, historischen oder gastronomischen Angebote aller Anbieter in der Region erlebbar zu machen. Den Naturpark muss man schmecken, verkosten, fühlen und mit allen Sinnen erleben können!

„Das Naturparkzentrum ist ein Haus der Kooperationen und Partnerschaften rund um Naturschutz, Nachhaltigkeit und Regionalentwicklung. Bereits bei der Standortsuche, der Planung und der Konzeptionierung wurden alle Wünsche und Anliegen berücksichtigt. Durch die Einbindung all unserer Partner von Beginn an, können inhaltliche und organisatorische Synergien bestmöglich genutzt und eine Vollauslastung des Zentrums kann gewährleistet werden“, führt Marlene Hrabanek-Bunyai weiter aus.

„Der inhaltliche und organisatorische Gestaltungsprozess seitens der Naturparkgemeinden wurde im Rahmen eines professionellen Zukunftsprozesses mit externen Experten gestaltet. Durch den Beteiligungsprozess war es möglich, alle Gemeinden mit an board zu holen und alle Beschlüsse einstimmig zu fassen“, so Bunyai.

Naturschutz steht bei diesem Projekt an oberster Stelle

Das Projekt befindet sich gerade in der Einreichphase. Parallel dazu wird die Ausschreibung für den Bauauftrag vorbereitet, der an einen Totalunternehmer gehen wird. Naturschutz steht bei diesem Projekt für den Naturpark an oberster Stelle. Die Einreichunterlagen wurden mit der Bezirkshauptmannschaft Mattersburg, den zuständigen Naturschutz- und Landschaftsschutzstellen sowie der Umweltanwaltschaft sehr intensiv abgestimmt. Mit inkludiert wurden dabei noch umfassende Punkte wie klimafitter Parkplatz, natürliche Begrünung der Freiräume und Wege mit regionalen Gehölzen und standortangepasstem Saatgut, Verkehrs-, Abfallwirtschafts-, Regenwasser- sowie ein Vogelschutzkonzept, das ein Anprallen der Vögel an die Glasscheiben des Zentrums verhindern wird. Für die gerodete Fläche konnte in Abstimmung mit der Standortgemeinde Rohrbach eine Ersatzaufforstungsfläche festgelegt werden. Diese wird mit standortangepassten Bäumen wieder aufgeforstet und soll als Ersatz für die notwendigen Rodungsmaßnahen dienen.

Landschaftlich angepasst, natürliche Baustoffe, klimaneutral, offen und hell

Klare Vorgaben für die architektonische Gestaltung gab es seitens des Naturpark-Vorstandes bestehend aus zwölf Bürgermeister*innen für das Architekturbüro „Team. Plan.Kraft“ aus Forchtenstein in Richtung Besucherfreundlichkeit, Barrierefreiheit, Landschaftsbild, Klimaschutz und Energieeffizienz. Mit einem kreativen Gedankenansatz, der eine Bauweise des Gebäudes teilweise in den Hang vorschlägt, hat Architekt Norbert Reithofer stark gepunktet. „Durch die recht schwierige Hanglage, war uns ein kreativer Ansatz wichtig, der das Landschaftsbild möglichst wenig beunruhigt und sich maximal an das Gefälle anpasst. Durch das flächendeckende Gründach und die flache Bauweise konnte dies optimal erreicht werden. Durch großzügige Glas-Holzfronten und einem sehr offen gestalteten Eingangsbereich wirkt das Zentrum sehr besucherfreundlich, zeitgemäß und einladend“, so abschließend die Naturpark-Geschäftsführerin Marlene Hrabanek-Bunyai.