Mehr als 80 Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter aus dem gesamten Burgenland üben am Samstag an zwei Standorten im Bezirk Mattersburg. Auch Feuerwehr und zahlreiche Statisten sind eingebunden.
„Father‘s House - Austrians4Africa“: Verein baut Schule in Uganda
Neudörfl
In Neudörfl hat sich mit „Father‘s House“ über die vergangenen drei Jahrzehnte ein Verein entwickelt, dessen Aktivitäten weit über die Gemeindegrenzen hinausreichen. Gegründet wurde er 1998 von Karl Lon. Die christliche Grundidee: Menschen sollen gemeinsam für andere da sein. Ein Schwerpunkt liegt mittlerweile in Afrika. Bei einem aktuellen Projekt soll eine Schule in Uganda gebaut werden. Dafür wurde unter dem Dach von „Father‘s House“ der Arbeitszweig „Austrians4Africa“ gegründet.
Der Verein „Father’s House - Austrians4Africa“ mit Obmann Karl Lon und Tochter Conny Lon will in einem kleinen Dorf in Uganda nahe dem Victoriasee eine Schule errichtet. Ein Grundstück nahe dem Dorf wurde bereits gekauft, das für die Kinder zu Fuß erreichbar ist. In einem späteren Schritt soll das Schulgebäude dem Dorf auch für Schulungen und Kurse, etwa für Frauen, sowie als Unterkunft für Besucher und Volontäre zur Verfügung stehen.
© zVg
„Miteinander, Füreinander“ lautet das christliche Leitmotiv des Vereins. Im Mittelpunkt steht dabei ein Grundgedanke: Hilfe soll konkret und nachweislich bei Menschen ankommen, die sie tatsächlich brauchen. Andere Arbeitszweige sind Hilfe für Menschen in Not, ein Kinderlernprogramm in Wiener Neustadt und Hilfsinitiativen in anderen Ländern, wie Brasilien, Ukraine, etc.
Jemand, die besonders genau weiß, wo Hilfe benötigt wird, ist Karl Lons Tochter Conny Lon. Seit rund 15 Jahren reist sie regelmäßig nach Afrika und hat dadurch nicht nur Land und Leute kennengelernt, sondern auch persönliche Kontakte aufgebaut. „Wir unterstützen nur dort, wo wir persönlich Leute kennen“, betont sie. Denn Vertrauen und direkte Beziehungen sind für den Verein entscheidend, damit die Hilfe möglichst unmittelbar bei den Menschen ankommt.
Das derzeit größte Projekt von Austrians4Africa führt nach Kikondo, einem 3.000 Haushalte zählenden Fischerdorf am Victoriasee in Uganda. Die Unterstützung entstand aus einer konkreten Notsituation. Ibrahim, ein Freund von Conny Lon, betreibt in Kikondo eine kleine Töpferei. Er begann, sich um besonders arme Kinder aus dem Ort zu kümmern, die weder ausreichend Nahrung, noch Zugang zu Bildung hatten.
Aus dieser privaten Initiative entwickelte sich ein Schulprojekt. Austrians4Africa mietete ein kleines Häuschen neben der Töpferei, stellte Lehrer und eine Köchin für regelmäßige Mahlzeiten an. 2024 erlangte die Schule die staatliche Anerkennung. Mittlerweile werden 89 Kinder unterrichtet, so dass das gemietete Gebäude viel zu klein geworden ist. „Auf vier Quadratmetern sitzen bis zu acht Kinder“, schildert Karl Lon. Lernen unter diesen Bedingungen ist eine große Herausforderung.
Zwar gibt es in Uganda öffentliche Schulen, doch kostenlos bedeutet nicht automatisch zugänglich. Lange und beschwerliche Wege, fehlende Infrastruktur und selbst scheinbar einfache Dinge wie geeignetes Schuhwerk und Kosten für Bücher und Hefte können für Kinder aus armen Familien zum Hindernis werden. „Schulpflicht ist nur eine Theorie“, sagt Karl Lon.
Genau hier setzt das Projekt von „Austrians4Africa“ an. Da das gemietete Häuschen viel zu klein ist, soll ein eigenes Schulgebäude errichtet werden. Das Grundstück dafür konnte bereits erworbenwerden. Im ersten Schritt sind vier Klassenräume geplant. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte die Schule noch erweitert werden.
Doch das Gebäude soll weit mehr sein als nur ein Ort, an dem Kinder lesen, schreiben und rechnenlernen. Conny Lon denkt bereits über die langfristige Nutzung nach: „Das neue Gebäude könnte auch als Community-Center genutzt werden.“ Denkbar wären etwa Hygieneschulungen, Informationen zur Familienplanung oder weitere Bildungsangebote. Auch freiwillige Mitarbeit aus Europa könnteeingebunden werden. Lehrer könnten zeitweise vor Ort unterrichten, Fachleute Vorträge halten oder junge Menschen nach der Matura ein Volontariat absolvieren.
Ein Teil des Grundstücks soll außerdem landwirtschaftlich genutzt werden. Lebensmittel könnten direkt vor Ort angebaut und für die Versorgung der Kinder verwendet werden. „So soll langfristig ein Stück Autonomie entstehen“, erklärt Conny Lon.
Die Vision ist groß, doch Karl und Conny Lon wollen gemeinsam mit dem Verein bewusst Schritt für Schritt vorgehen, „Dala ku dala“ in der Sprache Luganda, einer in Uganda weit verbreiteten Bantusprache . „Wir wollen nichtgrößenwahnsinnig werden“, sagt Conny Lon, „mit vier Klassenräume starten wir. Danach kann sich das Projekt behutsam weiterentwickeln“.
Um Spenden zu sammeln und auf das Projekt aufmerksam zu machen, sind in den kommenden Monaten verschiedene Veranstaltungen vorgesehen. Am 26. Oktober soll im Akademiepark in Wiener Neustadt ein Kinder-Charity-Lauf stattfinden. Schulen werden eingeladen, Kinder können Runden laufen und Angehörige dafür spenden. Für Anfang des kommenden Jahres ist außerdem eine Charity-Lesung mit einem Autor geplant, der auch einen persönlichen Bezug zu Kikondo hat.
Das Schulprojekt ist das bisher größte Vorhaben des Vereins. Die kleineren Projekte laufen aber dennoch weiter. „Mit relativ kleinen Mitteln lässt sich im Sinne von ‚Miteinander, Füreinander‘ viel bewirken“, so Conny Lon. Mehr dazu kann man auf der Homepage www.austrians4africa.at nachlesen. (Spendenmöglichkeit: https://www.austrians4africa.at/spenden/)