VS Nickelsdorf ist erste Schule des Burgenlandes mit Lesegütesiegel
Neues Qualitätssiegel
Die Volksschule Nickelsdorf wurde als erste Schule des Burgenlandes mit dem Lesegütesiegel in Gold für die besondere Förderung der Lesekompetenz ausgezeichnet.
Leseexpertin Sonja Hanappi-Mersits, Bürgermeister Gerhard Zapfl, Schulleiterin Romana Huber, Bildungslandesrätin Daniela Winkler und Projektkoordinatorin Birgit Lukits-Stiassny mit Schülerinnen und Schülern der VS Nickelsdorf
© Birgit Böhm-Ritter
Von 91 Kindern der Volksschule Nickelsdorf haben 43 eine andere Muttersprache als Deutsch. Lesen und Schreiben lernen, ist hier eine „Megaaufgabe“, wie Direktorin Romana Huber erzählt. Umso größer ist die Freude bei Pädagoginnen, Schülerinnen und Schülern über das Lesegütesiegel in Gold. Die Schule in der Grenzgemeinde ist die erste, der das neue Qualitätssiegel von Bildungslandesrätin Daniela Winkler verliehen werden konnte.
© Birgit Böhm-Ritter
Um die Lesekompetenz von Volksschülerinnen und Volksschuler zu fördern, wurde auf Initiative des Landes im Rahmen der landesweiten Qualitätsoffensive zum Thema Lesen und Leseförderung von der Bildungsdirektion Burgenland das Burgenländische Lesegütesiegel (BLGS) entwickelt. Es ist eine Auszeichnung für Volksschulen, die sich anhand der zu erfüllenden 36 Kriterien zu einer besonders qualitätsvollen Leseförderung für ihre Schülerinnen und Schüler bekennen. Hierbei spielen Leseumfeld, Lesekultur, Lesemotivation sowie Lesediagnostik und -förderung eine große Rolle.
„Wir möchten den Kindern gratulieren, aber auch die Pädagoginnen beglückwünschen. Mit dem Lesegütesiegel wollen wir eine Wertschätzung gegenüber den Pädagoginnen und Pädagogen zum Ausdruck bringen“, so Leseexpertin Sonja Hanappi-Mersits und Projektkoordinatorin Birgit Lukits-Stiassny unisono.
Die Volksschule Nickelsdorf punktet jedenfalls mit vielen Initiativen rund ums Lesen lernen. Dabei wird sie tatkräftig von Lesepartnern, Eltern, Elternverein und der Gemeinde unterstützt. Bürgermeister Gerhard Zapfl hatte im Rahmen der Verleihung des Lesegütesiegels auch gleich eine Überraschung vorbereitet: Er brachte eine Schatzkiste gefüllt mit neuen Büchern mit.

© Birgit Böhm-Ritter
Im Zuge der Entwicklung des Gütesiegels wurden über 250 Pädagoginnen und Pädagogen nach ihren Bedürfnissen für einen qualitätsvollen Leseunterricht befragt. Danach wurde auch das Fortbildungsangebot ausgerichtet, das „besonders gut angenommen worden ist“, wie Projektkoordinatorin Birgit Lukits-Stiassny mit Freude zu berichten weiß.
Großes Interesse bei Volksschulen
Das neue Lesegütesiegel stößt jedenfalls auf ein großes Interesse. 75 Volksschulen haben sich dafür beworben, gleich 74 erfüllen die Kriterien für das Gütesiegel in Gold, Silber oder Bronze.
Die Teilnehmerzahl ist ein ausgezeichnetes Ergebnis und spiegelt die Kraft und das große Engagement der Pädagoginnen und Pädagogen wider. Das Lesegütesiegel macht dieses Engagement im Land sichtbar. Die Schulen sollen damit vor den Vorhang geholt und gleichzeitig motiviert werden, diese pädagogisch so wichtigen Schritte weiterhin für die Schülerinnen und Schüler umzusetzen“, freut sich Winkler.
Neues Gütesiegel als Teil der Dachmarke Lesen-Schreiben-Verstehen
Um zertifiziert zu werden, sind in jedem der Hauptkriterien verschiedene Unterpunkte wie zum Beispiel Buchvorstellungen, Literaturvermittlung und Leseveranstaltungen zu erfüllen. Die Schulen zeigten dabei große Kreativität: Autorenlesungen, Lesenächte und Lesespaziergänge, auch die aktive Gestaltung des Buchbestands an der Schule, Kooperationen mit anderen Bildungseinrichtungen wie Bibliotheken, das Lesen mit Lesepaten vom Roten Kreuz oder die Visualisierung des Themas Lesen im Schulgebäude spiegeln die Vielfalt des Angebots.
Das Burgenländische Lesegütesiegel ist ein wichtiger Teil der Dachmarke Lesen-Schreiben-Verstehen, die auf zahlreichen Initiativen in unterschiedlichen Bereichen aufbaut. „Hier werden nun viele verschiedene Projekte und Partner gebündelt“, erklärt Bildungslandesrätin Daniela Winkler im Rahmen der Verleihung in Nickelsdorf. Allen Partnerorganisationen sei es ein Anliegen, dass die Kinder gut Lesen können. Lesen sei schließlich eine grundlegende Fähigkeit, um sich austauschen und weiterbilden zu können.