Am gestrigen Mittwoch legte die Vizebürgermeisterin Martina Kettner (ÖVP) ihr Amt überraschend zurück, fraktionell wurde Birgit Priklopil einstimmig als ihre Nachfolgerin gewählt.
Neusiedler See: Neue Wasserstandskommission tagt nun wöchentlich
Seetourismus
Eine Ende März gegründete Wasserstandskommission beobachtet Wasserstand und Wasserqualität und leitet daraus Maßnahmen für die Benutzbarkeit des Sees ab. Aktuelle Erkenntnisse werden über eine neue Website kommuniziert.
Patrik Hierner (Tourismusverband Nordburgenland) und Christian Sailer (Task Force Neusiedler See) präsentierten in Neusiedl am See die neue Wasserstandskommission.
© Birgit Böhm-Ritter
Kann die Fähre den See queren? Ist heute ein Segelausflug im Norden des Sees möglich? Kann ich im See schwimmen und surfen? Auf all diese und ähnliche Fragen findet man seit Mittwoch auf der Website fakten.neusiedlersee.com Antworten. Aktuell und basierend auf den Erkenntnissen der Wasserstandskommission, die nun wöchentlich zusammenkommt. „Mit Wasserstand und Wasserqualität gibt es klare Parameter für die Benutzbarkeit des Sees. Werden hier Grenzwerte verletzt, kann die Kommission entsprechende Maßnahmen und Beschränkungen aussprechen“, erklärt Christian Sailer, Leiter der Task Force Neusiedler See des Landes Burgenland. Momentan (Stand: 11. April) liest man auf der Website von Einschränkungen beim Segeln, das nur „mit Booten mit niedrigem Tiefgang möglich“ ist und, dass „nicht alle Seehütten über den See erreichbar“ sind.
Man wolle Gästen und Einheimischen ein tagesaktuelles Bild liefern und ehrlich kommunizieren, welche Freizeitaktivitäten aktuell möglich seien und wo es Einschränkungen gebe, betont Patrik Hierner, Geschäftsführer Tourismusverband Nordburgenland.
In die neue Website wurde auch das Wasserportal Burgenland (bgld.gv.at) eingebettet, wo aktuelle Wasserstände abzulesen sind, und die vier vorhandenen Webcams, die Podersdorf, Gols, Rust und Frauenkirchen zeigen. Derzeit arbeitet man an der Installation weiterer Kameras. Sie sollen noch vor dem Start der Sommersaison auf der neuen Info-Website eingebunden werden.
Kommission aus Stakeholdern verschiedener Bereiche
Die neue Wasserstandskommission hat bereits zwei Mal getagt und setzt sich aus verschiedensten Stakeholdern zusammen: Bezirkshauptmannschaften Neusiedl am See und Eisenstadt Umgebung, Tourismusverband Burgenland, Biologische Station, Seemanagement GmbH, Fischereiverband, Wasserwirtschaft, Naturschutz, Landessicherheitszentrale
Was kann man nun aber vom Tourismus im Sommer erwarten? Ein Sommer wie damals wird es wohl nicht werden. „Man wird nicht alles machen können, wie vor fünf Jahren, aber der Gast wird einen wunderschönen See vorfinden“, bekräftigt Patrik Hierner. Im Nachsatz: „Keine Wüste wie am Zicksee“. Der Tourismus in der Region Neusiedler See lebe nicht nur vom Schwimmen am See und nur ein kleiner Prozentsatz der Gäste gehe segeln. „Wir haben ein breites Angebot, auch bei niedrigen Wasserstand. Die Gäste werden zufrieden sein“. Hierner setzt dabei vor allem auf Rad- und Weintourismus, betont aber: „Den Gästen ist es wichtig, dass der See da ist.“ Die Meinung, der Tourismus brauche den See nicht, kann er nicht teilen.
Eine Zuleitung wird aber unumgänglich sein. Christian Sailer, Task Force Neusiedler See
Deshalb setzt man auch im Land Burgenland alles daran den Neusiedler See als Landschaftselement zu erhalten. Man gehe weiter allen Optionen einer Donau-Zuleitung nach, ob aus Ungarn oder aus Niederösterreich. Aber auch eine Zuleitung über den Einserkanal wird geprüft“, sagt Sailer. Das priorisierte Projekt einer Dotierung aus der Mosoni Donau stockt allerdings, weil auf ungarischer Seite die finanziellen Mittel nicht vorhanden sind. Unterdessen arbeitet die Seemanagement GmbH an Lösungen für Schlamm- und Schilfmanagement. Die Testbaggerungen im Winter sind laut Seiler ein großer Erfolg gewesen, weil man interessante Ergebnisse und Erkenntnisse gewonnen hat, wie man nun weiter verfahren kann. „Eine Zuleitung wird aber unumgänglich sein, um den See zu stützen“, sagt Sailer mit Nachdruck. Man müsse sich dem Klimawandel anpassen.„Eine Anpassung ist die Zuleitung.“