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Oberwart bleibt Einkaufsstadt Nr. 1
Kaufkraftanalyse
292 Millionen Euro Kaufkraftvolumen für den Bezirk. Davon bleiben 80 Prozent in den heimischen Handelsbetrieben und somit so viel wie nirgend anderswo im Burgenland.
Im Beisein von Vertretern der Wirtschaftskammer und der Politik, präsentierte Georg Gumpinger die Kaufkraftanalyse für Oberwart. Am Bild: Stadtrat Thomas Kiss, Landtagsabgeordnete Carina Laschober-Luif, Vizebürgermeister Michael Leitgeb, WK-Obfrau Tanja Stöckl, Stadtrat Mario Raba, Bürgermeister Georg Rosner, Gemeinderätin Marion Friedl, WK-Vizepräsident Martin Horvath und Spartenobfrau Andrea Gottweis.
© Carina Fenz
Oberwart, die Handelsmetropole des Südens, hat noch immer ein Kaufkraftvolumen von rund 50 Millionen Euro. Daran haben auch die Pandemie und der wachsende Internethandel nichts geändert. Was sich aber seit der letzten Kaufkraftanalyse definitiv zeigt, die Pandemie hat eine Konsumverschiebung bewirkt. „30 bis 40 Prozent der Menschen haben wichtige Investitionen verschoben“, erklärt Georg Gumpinger, der die Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Burgenland durchgeführt hat.
Vor allem in den angrenzenden Bezirken Güssing, Oberpullendorf und Jennersdorf sowie im benachbarten Ungarn ist Oberwart als Einkaufsstadt beliebt. Die gesamte einzelhandelsspezifische Kaufkraft (=Kaufkraft-Volumen) im Bezirk Oberwart umfasst im Jahr 2022 rund 292 Millionen Euro. Von dieser Summe verbleiben 80 Prozent in den Handelsbetrieben des Bezirkes - und das trotz allgemeinen Rückgängen seit der letzten Erhebung. Damit liegt der Bezirk Oberwart deutlich vor dem Bezirk Eisenstadt mit 70 Prozent und dem Bezirk Neusiedl mit 67 Prozent.
© Carina Fenz
Wie schon seit vielen Jahren bleibt der Internethandel auch im Bezirk Oberwart der größte Konkurrent. „Rund 41 Millionen Euro oder 14 Prozent der Kaufkraft des Bezirks binden aktuell die virtuellen Einkaufswelten. Dieser Wert hat sich seit dem Jahr 2009 sogar verfünffacht“, erklärt der Experte. Was außerdem aufgefallen ist: Auf einer gesamten Verkaufsfläche von rund 113.000 Quadratmetern und mit über 200 Verkaufsstellen zeigt sich der Einkaufsraum Oberwart/Unterwart als sehr vielseitig und mit einer hohen Dichte an unterschiedlichen Anbieterstrukturen ausgestattet.
Der Einzelhandel ist zudem stark ‚Filial-geprägt‘. „Während im Burgenland durchschnittlich 64 Prozent aller Hanselsbetriebe filialisiert sind (inklusive Parndorf), liegt dieser Wert im Einkaufsraum Oberwart noch höher bei 70 Prozent und ist damit seit 2009 sogar um 14 Prozent-Punkte angestiegen“, erklärt Gumpinger.
Gefährdungspotenzial für die Innenstadt
Bereits bislang verfügte das Burgenland über den höchsten Wert aller Bundesländer, was Handelsstandorte in Peripherielagen betrifft. Dieser Wert hat sich noch weiter erhöht, während der Anteil an innerstädtischen Verkaufsflächen sich weiter reduziert. Im Bezirk Oberwart zeigte sich dieser „Verdrängungswettbewerb“, so Gumpinger, besonders deutlich. Deutlich spürbar sei der Rückgang des Einzelhandels zwar in der Innenstadt noch nicht. „Dies liegt daran, dass die Innenstadt als wichtiger Marktplatz dient und einen breiten Branchenmix bietet, sei es durch Dienstleister, Behörden oder die Gastronomie“, so Gumpinger.
Ein Umstand, den man auch seitens der Politik, mit einem wachsamen Blick beobachtet. Die Frequenz in der Innenstadt muss gehalten werden, sind sich VP-Bürgermeister Georg Rosner und SP-Vize Michael Leitgeb einig. „Potenzial würde ich definitiv auch darin sehen, einen zusätzlichen Themenmarkt zu etablieren“, bringt Rosner eine Idee aufs Tablett. Für Vizebürgermeister Michael Leitgeb gehöre definitiv auch das Gespräch mit Vermietern von Innenstadt-Lokalen geführt, um herauszufinden, warum es so viele Leerstände gibt.