Oberwart: Neue Parkordnung sorgt auch für Fragezeichen

Oberwart Innenstadt

Mit der neuen Parkregelung will die Stadt Oberwart den Parkraum im Zentrum neu ordnen (die BVZ berichtete). Kurzparker sollen schneller einen Platz finden, Dauerparker sollen auf eigene Flächen ausweichen. Das sorgt für Diskussionen und eine Frage rückt jetzt verstärkt in den Fokus: Wie und wie teuer sollen eigentlich die Anrainer:innen künftig parken?

Von Bertie Unger

Im Bereich des alten Hochhauses in Oberwart sind Parkplätze ohnehin Mangelware.

Im Bereich des alten Hochhauses in Oberwart sind Parkplätze ohnehin Mangelware.

© Bertie Unger

Mit 27. April tritt die neue Regelung in Kraft. Vier zentrale Flächen werden kostenpflichtig, ein Großteil des Zentrums wird zur kostenlosen Kurzparkzone mit 90 Minuten Begrenzung. Ein System, das auf Trennung setzt und genau hier beginnt die Diskussion.

Denn für jene, die im Zentrum wohnen, ist die Situation eine andere. Sie kommen nicht zum Einkaufen oder für einen Termin. Sie parken dort, weil sie dort leben. „Wie sollen wir als Anrainer in Zukunft parken können in diesen Kurzparkzonen“, fragt Peter Faust. Er hat sich nach dem BVZ-Artikel zur neuen Regelung direkt gemeldet und das mit einer Sorge, die nicht nur ihn betrifft. „In den bisherigen Diskussionen ist die Perspektive der Bewohner kaum vorgekommen“. Und damit spricht Peter Faust einen wichtigen Punkt an. Wer im Zentrum wohnt, braucht keinen Parkplatz für 90 Minuten, sondern für den Alltag. Die vorgesehene Lösung – ein kostenpflichtiges Ticket – sieht er kritisch. „190 Euro für drei Monate können hoffentlich nicht die Lösung sein, denn in Wien und Graz bezahlt man das im Jahr“, sagt er.

„Wir haben die Gebühren im Verkehrsausschuss mit allen Gremien beschlossen“, sagt Bürgermeister Georg Rosner. „Mir ist schon bewusst, dass es da Diskussionen gibt, das heißt aber nicht, dass wir uns nicht weiter damit beschäftigen werden. Aber Ausnahmeregelungen müssen gut überlegt werden. Ich verstehe den Unmut, ich verstehe die Sorgen“, sagt Rosner und geht ins Detail. „Wer um 14:30 seine Parkuhr stellt, kann bis 16 Uhr und dann von 16 Uhr bis 8 Uhr morgens kostenlos parken. Wer die ganze Woche steht, muss sich natürlich etwas überlegen“, sagt Rosner.

„Wir nehmen das ernst, aber wir wollen die Pendler aus der Stadt rausbringen und die in die Stadt wollen, sollen das auch können. Dass diese Maßnahmen Staub aufwirbeln war uns bewusst“, so Rosner. Während die Idee, den Parkraum besser zu steuern, grundsätzlich nachvollziehbar ist, muss eine Lösung her, mit der alle leben können. „Wir müssen schon noch drüber reden, da haben wir zu wenig weit gedacht“, sagt SPÖ-Vizebürgermeister Michael Leitgeb. „Natürlich ist es wichtig, die Pendler aus der Stadt zu bringen. Wir müssen eine andere Lösung finden, die Anrainer haben wir da nicht zufriedenstellend behandelt“, sagt Leitgeb.

„Solche Entscheidungen können wir nur gemeinsam tragen“, sagt Stadtchef Georg Rosner. „Hier brauchen wir eine Lösung, bei der wir auch die Bevölkerung mitnehmen. Das ist kein Thema für Parteipolitik, wir dürfen da kein Politikum draus machen“, sagt Rosner, der die neue Parkordnung als einen notwendigen Schritt sieht, um den steigenden Druck im Zentrum zu steuern.