Der Wächter des Wohlbefindens vor dem WM-Abflug

ÖFB Campus

Alexander Gruber ist als ÖFB Campus-Leiter dafür verantwortlich, dass beim Nationalteam am Gelände alles passt. Von der Bettdeckengröße über die optimale Matratzenhärte bis hin zu den benötigten Räumlichkeiten ist der gebürtige Neufelder die Dreh- und Angelscheibe vor dem Abflug der Delegation in die USA.

Von Von Bernhard Fenz

Alexander Gruber an seinem Arbeitsplatz in Wien Aspern. Im Hintergrund ist das Hauptfeld des ÖFB Campus zu sehen.

Alexander Gruber an seinem Arbeitsplatz in Wien Aspern. Im Hintergrund ist das Hauptfeld des ÖFB Campus zu sehen.

© zVg/Gruber

Am 14. Mai wurde der ÖFB Campus in Wien Aspern offiziell eröffnet. UEFA-Präsident Aleksander Čeferin machte sich vor Ort ein Bild und gab dem Österreichischen Fußball-Bund die Ehre. In Zeiten wie diesen ist das aber für Fußball-Österreich eine feine, aber eher nur kleine Randnotiz. Die wesentliche Message hierzulande lautet seit geraumer Zeit: Die Fußball-Weltmeisterschaft rückt mit Riesenschritten näher und das Nationalteam ist bereit für den großen Showdown und das Comeback auf der WM-Bühne, die Rot-Weiß-Rot das bis dahin letzte Mal vor 2026 im Jahr 1998 in Frankreich betreten durfte.

Klar, dass angesichts dieses Highlights alle Augen auf die Vorbereitung von David Alaba, Marko Arnautovic und Co. gerichtet sind Und hier rückt dann doch wieder das neue ÖFB-Schmuckkasterl in Wien Aspern in den Fokus. Hier war die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick die vergangene Woche stationiert, um sich vor dem Abflug am heutigen Donnerstag in Richtung WM-Quartier in den USA bestmöglich vorzubereiten.

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Der Wächter des Wohlbefindens vor dem WM-Abflug
David Alaba beim öffentlichen Training des Nationalteams am ÖFB Campus.

© ÖFB/Christopher Kelemen

Der Wächter des Wohlbefindens vor dem WM-Abflug
Marko Arnautovic am ÖFB Campus mit den jungen Fans.

© ÖFB/Christopher Kelemen

Der Wächter des Wohlbefindens vor dem WM-Abflug
David Alaba und Co. waren für die vielen Schaulustigen beim öffentlichen Training am ÖFB Campus hautnah zu erleben.

© ÖFB/Christopher Kelemen

Der Wächter des Wohlbefindens vor dem WM-Abflug
Sasa Kalajdzic, mit dem LASK österreichischer Fußballmeister, nun ein WM-Star in Rot-Weiß-Rot.

© ÖFB/Christopher Kelemen

Waren es in der Vergangenheit Hotels, die den Ansprüchen der Profis gerecht werden durften, so steht diesmal der ÖFB Campus mit seinem All-in-one-Paket erfolgreich am Prüfstand. Es gilt, bestmögliche Voraussetzungen für die Arbeit zu schaffen. Alex Gruber ist als Campus-Leiter (gemeinsam mit Andreas Baumgartner) hier für die Abläufe in der neuen Zentrale des größten Fachverbands verantwortlich. Auf rund 55.000 Quadratmetern findet sich de facto alles, was eine Fußballmannschaft und die Struktur rundherum an Voraussetzungen benötigt.

Internationale Fußballtrainingslager im Sommer, diverse Seminare, der Referee-Stützpunkt, Nachwuchs-Nationalteams, das Frauen-Nationalteam und eben nun zuletzt Österreichs WM-Team zur Vorbereitung - der ÖFB Campus ist bestens gebucht und in aller Munde. Besonders viele Augen richten sich freilich auf die Anwesenheit der österreichischen Weltmeisterschafts-Helden, das war etwa in der vergangenen Woche beim öffentlichen Training am Hauptfeld des Campus zu Beginn des Trainingscamps augenscheinlich.

Erfolgreiche Detailarbeit an der Gemütlichkeit

Nach dem Blitzlicht für die Fans braucht(e) es dann aber wieder die Ruhe und Erholung innerhalb der Räumlichkeiten. Ein Fall für Alex Gruber und das Team am ÖFB Campus. „Wir haben im Vorfeld unsere Hausaufgaben gemacht und geschaut, dass alle Wünsche erfüllt wurden.“ Erfahrungen mit Österreichs Fußball-Aushängeschildern gab es bereits, im Vorfeld war das Nationalteam schon einmal zu Gast in Wien Aspern. Der Trakt mit den Zimmern, die Spielerlounge zum Regenerieren, die Plätze, der Fitnessbereich, all das haben die Profis bereits kennengelernt.

Der Wächter des Wohlbefindens vor dem WM-Abflug

© Bernhard Fenz

Die Erfahrungen müssen gepasst haben. Denn bevor es zum zweiten Mal im ÖFB Campus zur Sache ging, waren lediglich Details noch zu adaptieren. „Wir können ohnehin keine Grundmauern umreißen, aber die Abläufe für das Team waren bereits sehr gut.“ Lediglich ein wenig „cozier“ habe man die Umgebung für die Kicker gestaltet. Größere Bettdecken, da und dort härtere Matratzen, um die wichtigste menschliche Regenerationsplattform (den Schlaf) zu sichern - viel mehr brauchte es nicht, um die Crew auf dem Sektor der gemütlichen Umgebung glücklich zu machen.

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© Bernhard Fenz

„Die Infrastruktur passt einfach sehr gut. Und die Abläufe sind ohnehin ganz klar geregelt. Es gibt einen minutiösen Zeitplan, vergleichbar mit einem Stundenplan. Da wissen alle Bescheid, was zu tun ist - auch der Faktor Ernährung ist hier bis ins kleinste Detail abgestimmt. Wir bieten in allen Bereichen die Rahmenbedingungen und die Spieler müssen sich einfach wohlfühlen“, freut sich der gebürtige Neufelder über die Anwesenheit des Nationalteams vor dem Abflug zur WM.

Denn: „Man kann den Campus einfach ganz anders vermarkten, wenn sich auch das Nationalteam hier bei uns vorbereitet“, sieht der 45-Jährige auch in dieser Hinsicht eine Win-win-Situation. Nach den Männern ist übrigens vor den Frauen. Deren Nationalteam war zuletzt in Eisenstadt im Hotel Galantha stationiert und am BFV-Gelände tätig, unmittelbar nach den Männern bezieht die Mannschaft von Neo-Teamchef Lars Söndergaard die Unterkunft am ÖFB Campus, um vor Ort zu arbeiten.

Parallel geht es für Ralf Rangnicks Team im Großraum Santa Barbara an der amerikanischen Westküste um die letzten Vorbereitungen, ehe das WM-Abenteuer am 17. Juni mit dem Auftaktspiel in Santa Clara gegen Jordanien steigt. Was sich der Campusleiter von Österreichs Performance in Gruppe J mit Jordanien, Gruppenfavorit und Titelverteidiger Argentinien sowie Algerien erwartet? „Ich bin bei Prognosen lieber bescheiden, traue dieser Mannschaft aber absolut zu, dass sie uns eine sehr erfolgreiche WM bescheren kann. Das Teamgefüge passt perfekt, alle Vorbereitungsarbeiten sind getan, die Voraussetzungen stimmen.“

Gruber selbst hält freilich in Wien Aspern die Stellung. Denn der ÖFB Campus ist bestens gebucht, es gibt permanent etwas zu tun. „Wir haben wirklich viel Zeit und Arbeit in dieses Projekt investiert. Es macht einen Riesenspaß, nun das Ergebnis zu sehen und hier zu arbeiten.“

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