Die Parndorfer Fans feierten ihre tapferen Cup-Helden nach dem Aus

ÖFB-Cup

Parndorf lag gegen WAC zwei Mal zurück, kämpfte sich mit 1:1 in die Verlängerung und mit 2:2 ins Elferschießen. Dort wurde Dominik Schmidt zum tragischen Helden.

Von Günther Pavlovics

Parndorf lieferte sich mit dem WAC einen spannenden Cup-Fight

Parndorf lieferte sich mit dem WAC einen spannenden Cup-Fight

© Günther Pavlovics

Dominik Schmidt schlug die Hände vors Gesicht, ließ sich nach vorne fallen, hätte sich am liebsten im Rasen vergraben. Doch da waren seine Mitspieler schon herangerauscht, hoben ihn auf, trösteten ihn. Fußball kann so grausam sein. Da lieferten sich die Parndorfer mit dem Bundesligaklub WAC einen tollen Cupfight und schieden dennoch aus. Nach intensiven zwei Stunden Fußball musste ein Elferschießen über den Aufstieg entscheiden, und dann erriet der Wolfsberger Tormann das Eck, in das Schmidt schoss. Der 22-jährige Golser war einer der besten Spieler des Abends und wurde dadurch zum tragischen Helden. Die Fans feierten die Spieler trotz des unglücklichen Endes. Auch Trainer Paul Hafner wusste lange nach Ende des Krimis nicht, ob er sich ärgern sollte über das Ausscheiden oder sich freuen über die Leistung. „Ich bin stolz auf die Burschen", sagte der Coach.

Die Parndorfer Fans feierten ihre tapferen Cup-Helden nach dem Aus

© Günther Pavlovics

Die Handvoll Fans aus Kärnten sangen während des Spiels: „Gebt Ungarn das Burgenland zurück". Dann wäre das ein Europacupspiel gewesen. So musste der WAC im ÖFB-Cup bei hochmotivierten Burgenländern antreten. Die Parndorfer hielten dagegen, die Kärntner wollten im Schongang weiter. „Dabei haben wir gewusst, was auf uns zukommt, das war eine ganz schlechte Leistung", sagte WAC-Trainer Thomas Silberberger, der den Parndorfern zu ihrer Leistung gratulierte. „Für uns war das ein ganz gebrauchter Tag", sagte der Tiroler. „Wir sind mit zwei blauen Augen davon gekommen." Denn sein Kapitän Nicolas Wimmer verletzte sich schwer, weil er im Rasen hängen geblieben war. Es war der erste Aufreger des Spiels, er wurde mit Verdacht auf Kreuzbandriss auf der Bahre vom Platz gebracht, unter aufmunterndem Applaus der Parndorfer Zuschauer.

Wieder ging ein Spiel mit zehn WAC-Spielern zu Ende

Chancen waren bis dahin eher Mangelware. Parndorf hoffte vorne auf die Schnelligkeit von Ebrima Fofana und verteidigte sich hinten geschickt. Bis auf einen Freistoß von Dominik Fitz, den Markus Pink zur Führung einköpfeln konnte. Nur noch elf Minuten waren zu spielen, der Bundesligist wollte verwalten. Doch nach einer Flanke von Raul Bucur konnte Dominik Schmidt in der Nachspielzeit ausgleichen. Mittlerweile hatte sich ein Cupfight entwickelt, der zur Freude der Zuschauer in die Verlängerung ging. In der lieferte wieder ein Wolfsberger den ersten Aufreger. Otar Mamageishvili foulte David Dornhackl in der Parndorfer Hälfte, weil er schon in der regulären Spielzeit Gelb gesehen hatte, musste er unter die Dusche. Damit kassierten Kärntner schon im dritten Spiel in Folge einen Ausschluss.

Die Parndorfer Fans feierten ihre tapferen Cup-Helden nach dem Aus

© Günther Pavlovics

Doch die Parndorfer waren gute Gastgeber, passten den Ball auf Luca Hassler, der zehn Wolfsberger in Führung brachte. Wieder schien die Partie entschieden zu sein. Doch wieder raffte sich Parndorf auf, Dornhackl flankte, Fabian Ziniel köpfelte zum Ausgleich ein. „Ich bin stolz auf die Moral der Mannschaft, dass sie gegen einen so starken Gegner zwei Mal zurückgekommen ist", sagte Hafner. Danach kam Schmidt zwei Mal nach Zuspiel von Bucur noch zu Möglichkeiten, die aber Lior Gliklich im WAC-Tor gut hielt.

Damit musste das Elferschießen entscheiden. Der Burgenländer Fabian Wohlmuth knallte den Ball an die Latte, die Fans in Parndorf jubelten. Doch gleich darauf scheiterte Bucur an Gliklich. Danach trafen neun Spieler, der WAC führte, Schmidt scheiterte. Wieder gab es kein Happy End gegen die Kärntner. Im letzten und bisher einzigen Duell siegte man im Juni 2010 1:0 daheim, verpasste in der Relegation aber den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit einem 1:4 in Kärnten.

Statistik

Parndorf - WAC 6:7 n. E. (2:2, 1:1, 0:0).

0:1 (79.) Pink, 1:1 (91.) Schmidt, 1:2 (96.) Hassler, 2:2 (107.) Ziniel.

Elferschießen:0:0 Wohlmuth (Latte), 0:0 Bucur (Gliklich hält), 0:1 Sulzner, 1:1 Szabo, 1:2 Hassler, 2:2 Rigo, 2:3 Schwarz, 3:3 Dornhackl, 3:4 Verhounig, 4:4 Schmelzer, 4:5 Schabauer, 4:5 Schmidt (Gliklich hält).

Gelbrote Karte:Mamageishvili (92., WAC).

SR: Baumann, 1000.

Parndorf: Stifter-Bader; Dornhackl, Bubalovic, Haider (69 Grasic), Szabo; Pointner, Schmelzer, Rigo, Krutzler (90. Bucur); Schmidt, Fofana (94. Ziniel).

WAC: Gliklich; Sulzner, Kitz, Wimmer (55. Pink); Schriebl (HZ. Akyemang); Wohlmuth, Fitz (96. Verhounig), Mamageishvili, Renner (HZ. Schwarz); Vrioni (63. Hassler), Avdijaj (HZ. Schabauer).