Seit September bietet der Betriebskindergarten der Klinik Oberwart mit einerzweiten Gruppe und neuen Räumlichkeiten noch mehr Platz für die Kinder vonMitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Klinik Oberwart.
Erinnerungen an jüdisches Leben in Oberwart und Rechnitz
Pädagogische Hochschule
Zwei Vorträge zum Tag des Judentums rücken die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Oberwart und das Massaker von Rechnitz in den Mittelpunkt.
Die ehemalige Synagoge in Oberwart steht momentan leer. Ideen zur weiteren Nutzung werden diskutiert.
© Bertie Unger
Anlässlich des österreichweiten Tags des Judentums, der am 17. Jänner begangen wird, laden die Private Pädagogische Hochschule Burgenland und der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu einer Veranstaltung, die sich mit jüdischer Geschichte und Erinnerungskultur im Burgenland auseinandersetzt. Im Zentrum stehen dabei zwei Orte, deren Vergangenheit bis heute nachwirkt: Oberwart und Rechnitz.
Einen Schwerpunkt bildet die jüdische Gemeinde von Oberwart/Felsőőr. Sie war die jüngste Israelitische Kultusgemeinde des Burgenlandes, wurde 1930 gegründet und bereits 1938 im Zuge der nationalsozialistischen Machtübernahme gewaltsam aufgelöst. Historikerin Ursula K. Mindler-Steiner gibt einen Überblick über jüdisches Leben in Oberwart im 19. und 20. Jahrhundert und zeichnet insbesondere das abrupte Ende dieser Gemeinde nach. Dabei geht es um Verfolgung, Vertreibung und die Zerstörung einer über Jahrzehnte gewachsenen Gemeinschaft.
Der zweite Vortrag widmet sich einem der schwersten Verbrechen der Endphase des Zweiten Weltkriegs im Burgenland: dem Massaker von Rechnitz. In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 wurden dort rund 180 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter ermordet. Das Verbrechen blieb jahrzehntelang nur teilweise aufgeklärt, begleitet von Schweigen und Verdrängung. Literaturwissenschafter Wynfrid Kriegleder beleuchtet, wie dieses Ereignis in der fiktionalen Literatur aufgearbeitet wurde. Im Mittelpunkt steht dabei Eva Menasses Roman „Dunkelblum“ aus dem Jahr 2021, ergänzt durch Texte von Gerald Szyszkowitz, Elfriede Jelinek und Peter Wagner.
Beide Vorträge nähern sich den historischen Ereignissen aus unterschiedlichen Perspektiven – einmal aus der regionalgeschichtlichen Forschung, einmal aus der literarischen Erinnerungskultur. Gemeinsam ist ihnen der Blick auf das, was in Oberwart und Rechnitz verloren ging, und auf die Frage, wie mit dieser Vergangenheit heute umgegangen wird.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, dem 15. Jänner 2026, um 17 Uhr an der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland in Eisenstadt statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Lukas Pallitsch. Die Organisatoren wollen mit dem Programm Raum für Information, Austausch und Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Gegenwart schaffen.