Am Sonntag, 18. Oktober 2026, fand in Sieggraben ein spannender Infonachmittag für Kinder und Jugendliche statt.
Theodor Kery-Preis für Georg Schachinger – Europa beginnt im Dorf
Pöttelsdorf
Der Europapreis der Theodor Kery-Stiftung 2025 geht an Hofrat Mag. Georg Schachinger. Der Pöttelsdorfer wird für sein langjähriges Engagement für das Burgenland und die europäische Idee ausgezeichnet.
Georg Schachinger hat als EU-Koordinator das Burgenland eng mit Brüssel verbunden.
© Kerystiftung
Nach der Matura und dem Bundesheer absolvierte der nun 74-jährige sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien. Nach seinem Abschluss 1977 begann seine Karriere in der Finanzabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung. Drei Jahre später war er elf Jahre lang Geschäftsführer des burgenländischen Müllverbandes und von 1991 bis 1995 Geschäftsführer der Umweltdienst Burgenland GmbH.
„Wir sind Europa“
Danach zog es Schachinger wieder ins Amt der Burgenländischen Landesregierung zurück. Dort befasste er sich mit einer Vielzahl an Aufgaben, unter anderem in leitender Funktion als Leiter der EU-Verwaltungsbehörde. Diese Behörde war dafür zuständig, dass EU-Förderprogramme ordnungsgemäß abgewickelt wurden. "Wir haben auch maßgeblich an der Erstellung der Förderprogramme mitgearbeitet", erzählt Schachinger. Für ihn ging es dabei nie nur um bürokratische Abläufe – sondern um strategische Entwicklung: „Man überlegt, wo sich ein Land hin entwickeln soll. Wo liegt die Zukunft? Was ist vielversprechend? Wir wollten nicht dem Zufall überlassen, was gefördert wird.“
Ab 2002 wechselte er als Geschäftsführer zur Regionalmanagement Burgenland GmbH (RMB), heute Teil der Wirtschaftsagentur Burgenland. Auch dort blieb der Fokus auf Europa: Das RMB agierte einerseits als Förderstelle, andererseits als Dienstleister für das Land Burgenland. Es koordinierte die Vielzahl an EU-Förderprogrammen und sorgte für eine problemlose Abwicklung.
„Europa beginnt im Dorf“
Ein Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt, ist die Ausbildung der sogenannten EU-Gemeinderäte: „Europa beginnt in den Dörfern“, sagt Schachinger. Es wurden Seminare organisiert, Exkursionen nach Brüssel gemacht – insgesamt haben 142 Kommunalpolitiker aus 102 Gemeinden teilgenommen. Ziel war es, den Bürgerinnen und Bürgern greifbar zu machen, wie wichtig Europa für ihre Region ist.
Ein weiteres wichtiges Vorhaben war die gezielte Förderung von Technologiezentren im Burgenland – „das hat unserer Wirtschaft entscheidende Impulse für viele Jahrzehnte gegeben“, betont Schachinger.
Unter Schachingers Mitwirkung konnte das Burgenland EU-Fördermittel strategisch nutzen – nicht als kurzfristige Finanzspritze, sondern als langfristige Entwicklungshilfe mit Plan. Er betont, dass die Programme meist kofinanziert waren, also mit Mitteln von EU, Bund und Land. „Da ist die Koordination besonders wichtig – wer fördert welches Projekt, mit welchen Zielen?“ Diese Abstimmung sei oft komplex gewesen, aber lohnend: „Das Burgenland hat gute Erfolge erzielt, weil es förderfähige und zukunftsweisende Projekte vorgelegt hat.“

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