Neusiedl: Schmierereien am WC als Grund für Homeschooling?

Polizeiliche Ermittlungen

Heute blieben in Neusiedl am See HAK/HAS, Pannoneum, Gymnasium, Sportmittelschule und Polytechnische Schule geschlossen.

Von Klaus Zwinger

Ab morgen gibt es in den betroffenen Schulen wieder Präsenzunterricht.

Ab morgen gibt es in den betroffenen Schulen wieder Präsenzunterricht.

© Birgit Böhm-Ritter

Wie bereits berichtet, blieben gestern mehrere Schulen in Neusiedl am See geschlossen, stattdessen wurde für den Tag auf Homeschooling umgestellt. Als Grund dafür wurde von Pannoneum-Direktorin Alexandra Laminger in einer E-Mail an betroffene Eltern ein „sicherheitsrelevanter Hinweis, der in den Räumlichkeiten der Schule gefunden wurde“ angegeben.

Gerüchte um Amoklauf-Ankündigung

In Whatsapp-Gruppen und auf Plattformen der Sozialen Medien kursierte daraufhin ein Bild, das die mutmaßliche Ankündigung eines Amoklaufs am 25. März in Form einer Schmiererei auf einem WC zeigt. Auf Nachfrage will Polizeisprecher Marban weiterhin nichts über die polizeiliche Vorgehensweise oder das kursierende Bild sagen, nur so viel: Man "will keine Plattform für eventuelle Nachahmer bieten“, solche Personen würden sich an medialer Aufmerksamkeit und Konsequenzen wie geschlossenen Schulen ergötzen.

Ein ähnlich gelagerter Fall führte erst Anfang Februar zu Schulschließungen in Oberwart. Zwei Mädchen wurden ausgeforscht und von der Schule suspendiert. Das Motiv war Jux und Tollerei.

Kinder schützen und beruhigen

Aufgrund der Situation haben sich mehrere Eltern an die Organisation SOS-Kinderdorf gewandt, diese hat nun sieben Hinweise für Kinder, Eltern und Vereine bereitgestellt, wie im Falle einer Amoklauf-Drohung am besten mit der Situation umgegangen werden kann:

#1 - Begleitung

Sprechen Sie offen mit Ihren Kindern über die Drohungen. Es ist auch wichtig, ihnen klarzumachen, dass derartige Drohungen kein “Streich” sind, sondern ernsthafte Konsequenzen haben können.

#2 - Ernst nehmen

Kinder könnten durch die Nachrichten verunsichert oder ängstlich sein. Nehmen Sie die Ängste Ihrer Kinder ernst und geben Sie ihnen die Möglichkeit mit Ihnen darüber zu sprechen. Es ist normal, dass wir nicht für alle Fragen eine Antwort haben. In diesem Fall steht das Interesse im Vordergrund. Ist ein Kind von der Evakuierung nach einer Drohung an seiner Schule betroffen, hat es möglicherweise Hemmung und Angst weiterhin in die Schule zu gehen. Nehmen Sie die Sorge ernst, beruhigen Sie Ihr Kind und besprechen Sie alles in Ruhe. Die Schule soll ein Ort bleiben, der Neugier und Freude auslöst, nicht Angst vor einer Drohung.

#3 - Mitgefühl

Zeigen Sie Ihren Kindern, wie wichtig es ist, das Wohlergehen anderer Menschen zu berücksichtigen. Erklären Sie ihnen, dass Bedrohungen oder Gewalt andere Menschen sehr verängstigen und schaden können.

#4 - Vorbildfunktion

Seien Sie als Eltern ein Vorbild für ein verantwortungsbewusstes Verhalten. Kinder orientieren sich oft an den Handlungen und Einstellungen der Erwachsenen. Durch die offenen Gespräche tragen Sie dazu bei, dass Ihre Kinder die Gefährlichkeit solcher Drohungen verstehen und diese nicht nachahmen.

#5 - Gemeinsam auf Entdeckungsreise gehen

Zeigen Sie ein unaufgeregtes Interesse an den sozialen Medien Ihrer Kinder. Dadurch schaffen Sie es, dass Ihre Kinder nicht alles glauben, was sie in den sozialen Medien sehen.

#6 - Nein-Sagen

Ermuntern Sie Ihre Kinder, dass sie klar nein sagen dürfen. Speziell dann, wenn sie von Freunden oder Mitschülern dazu angestiftet werden, gefährliche Streiche oder Bedrohungen auszuführen.

#7 - Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wenn nötig

Rat auf Draht ist die österreichische Notrufnummer für Kinder & Jugendliche. Die Nummer ist rund um die Uhr anonym und kostenlos erreichbar. Mehr Infos unter www.rataufdraht.at.

Dieser Artikel wurde am 25. März 2025 um 17:05 aktualisiert.