Doping: „Ich will nach wie vor glauben, dass es nicht zu viele sind“

Raphael Pallitsch spricht

Die U.S. Anti-Doping Agentur USADA verkündete am Montag eine dreijährige Sperre für den US-Athleten Jonah Koech. Der 1.500 Meter-Läufer war bei der WM in Tokio 2025 im Semifinale einen Hauch vor Raphael Pallitsch, der dadurch das Finale verpasste. Nun nahm der Oggauer - unmittelbar vor seinem Start bei der Leichtathletik-EM in Birmingham - in einem Statement auf Instagram Stellung.

Von Von Bernhard Fenz

Raphael Pallitsch bei der WM in Tokio 2025. Retrospektiv weiß er: Am fairen Weg wäre mehr als das Semifinale möglich gewesen.

Raphael Pallitsch bei der WM in Tokio 2025. Retrospektiv weiß er: Am fairen Weg wäre mehr als das Semifinale möglich gewesen.

© ÖLV/Sonia Maleterova

Am Freitag nimmt der 36-Jährige am Ende der Vormittagssession (12.05 Uhr) seinen Vorlauf über 1.500 Meter in Angriff, um sich dabei optimalerweise für das EM-Finale zu qualifizieren. Was die finale Vorbereitung auf das Saisonhighlight betrifft, hätte sich der für Union St. Pölten startende Burgenländer eine aktuelle Nachricht aber lieber erspart. Denn am Montag wurde eine Sperre wegen Blutdopings gegen Jonah Koech publik. Der Athlet aus den USA hatte im Semifinale der Leichtathletik-WM von Tokio 2025 den Sprung ins Finale geschafft, Raphael Pallitsch war im besagten Lauf lediglich fünf Hundertstelsekunden hinter dem US-Amerikaner - und schied aus.

Am Ende fehlte eine Hundertstel auf den Finaleinzug. „Es hilft mir jetzt nichts, außer die Gewissheit, dass ich es damals in der Hand gehabt hätte. So etwas im Nachhinein zu erfahren, ist einfach enttäuschend“ spricht Pallitsch im Zuge eines Statements auf Social Media. „Mir war immer bewusst, dass Leute dopen und die Dunkelziffer ist sicher höher. Knapp vor der EM stellt sich die Frage: Wie viele sind es, die unfair arbeiten?“

Klar ist: Es bleibt ein Konjunktivspiel, ob der Routinier tatsächlich den Sprung in das WM-Finale und somit unter die besten 12 Athleten geschafft hätte. Fakt ist aber ebenfalls: „So bleibt eine große Enttäuschung, und es ist ein schlechter Zeitpunkt.“

Genau deshalb, um sich nun wieder sofort dem neuen Kapitel Europameisterschaft widmen zu können, entschied sich Raphael Pallitsch aber für ein proaktives Statement, um das Thema sofort wieder zu beenden. „Besser, ich kenne die Wahrheit. Nun werde ich mich aber auch nicht mehr weiter damit beschäftigen.“

Eines hat sich der Oggauer aber vorgenommen: „Ich will nach wie vor daran glauben, dass es nicht zu viele sind, die dopen. Dass es sie gibt, ist bewiesen.“

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